Regelblut, Intimwildwuchs, Muschifürze – die schönsten Sexpannen

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Text von Penny Calvet

Es gibt Dinge in jeder Beziehung, über die wir nicht gerne sprechen. Weil sie uns peinlich sind. Fauxpas, die wir an manchen Tagen mit einem Lachen wegstecken, die aber auch zu furchtbar peinlichen Situationen führen können. Situationen, in denen wir uns nur noch wünschen, ein schwarzes Loch würde sich auftun und uns verschlingen. Die Rede ist von Sexpannen. Wenn zwei Menschen sich auf engstem Raum tummeln, mit dem Ziel, sich möglichst nahe zu kommen, kann es passieren, dass unerwünschte Körperflüssigkeiten und andere absurde Dinge auf den Plan treten. Dass unsere Körper ohne unser vorheriges Einverständnis Dinge anstellen, die uns einfach unangenehm sind.

Ich kennen mich mit Sexpannen sehr gut aus. Zum Beispiel passierte es mir schon, dass ich nach einem postkoitalen Mahl mit fiesen Blähungen im Bett lag und sehnlichst darauf wartete, dass sich mein Liebster ins Reich der Träume verabschieden würde. Warum? Damit ich endlich nicht mehr die Arschbacken zusammen kneifen musste. Doch kurz, bevor ich selbst entschlummerte, verabschiedete sich meine körperliche Contenance still und heimlich und mir entwich ein halblautes „Pffft“. Mein Freund war selbstverständlich noch wach.

Na gut, genau genommen gehört dieses Erlebnis nicht zu den klassischen Sexpannen – ich würde es als After-Sex-Sexpanne bezeichnen – aber der Gedanke an diesen Moment lässt mich bis heute tief erröten. So eine angestaute Stinkbombe im heimischen Liebesnest killt einfach jede Romantik. Der entsetzte Blick meines Bettgesellen brannte sich on top für immer tief in meine Netzhaut ein.

Ebenfalls nicht den klassischen Sexpannen zugehörig, dennoch unangenehm: Fieser Mundgeruch nach einer durchzechten Nacht. Zählt zu meinen persönlichen Evergreens der Sex-No-Gos. In diesem Fall hilft nur eins: Auf den Kater im Kopf scheißen, der vehement befiehlt, liegen zu bleiben, und Kollateralschäden mit einer ordentlichen Portion Zahncreme entgegenwirken. Denn küssen mit Mundgeruch ist eklig und nicht zu verzeihen, wenn eine Zahnbürste (notfalls auch Kaugummis, Minzbonbons oder Pfeffi-Schnaps) in der Nähe sind.

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Du hast gerade den Sex deines Lebens, als deine Menstruation vorbeischaut? Prost Mahlzeit!

Kommen wir aber zu einem wirklich unangenehmen Sexpannen Klassiker, der mir in der Tat erst gestern widerfahren ist. Beim Sex kann ziemlich viel schiefgehen, das wissen wir, und letzte Nacht war eine dieser Nächte, in denen sich die peinlichen Momente die Klinke in die Hand gaben. Sexpannen ftw. Ich hatte sexy Besuch und war so aufgeregt, dass sich jegliche Feuchtigkeit meines Körpers in den hinterletzten Winkeln meiner Zellen versteckte. „Der arme Mann muss glauben, dass ich ihn ziemlich öde finde“, dachte ich noch, dabei war ich nur höllisch nervös und fand ihn unfassbar toll.

Nach einem beherzten Griff zum Gleitgel, das für solche Momente unter meinem Bett auf seinen großen Auftritt wartet, ging es endlich wild zu Sache, bis der berühmte Kondom-Moment anstand. Ich weiß nicht, welches Verhalten in dieser Situation angebracht ist: Kurz auf Pause schalten, innehalten und warten, bis der Mann das Gummi über seinen Schwanz gestreift hat, oder doch weiter fummeln und vom Herrn meiner Wahl eine Multitasking-Meisterleistung verlangen? Ich entschied mich dafür, ihm freie Hand zu lassen. Er mühte sich unter meinen Blicken eine gefühlte Ewigkeit mit glitschigen Fingern an dem Kondom ab, das einfach nicht so wollte wie er. Währenddessen verabschiedete sich seine Libido zusehends.

Man sollte meinen, mit Mitte Zwanzig hätten wir beide das Kondom-Prozedere besser drauf oder könnten zumindest mit so einer Situation entspannt umgehen, aber wir starrten beide entgeistert auf seinen Penis, der da plötzlich ganz verlegen zwischen den Beinen des Mannes baumelte, und wussten erst einmal nicht, wohin mit uns und dem bis dato vielversprechenden Abend.

In solchen Momenten hilft tatsächlich nur, nichts überzudramatisieren, sondern stattdessen kurz runterzufahren, für einen Augenblick die Nähe des anderen zu genießen und dann einen neuen Versuch zu wagen. Gesagt, getan, kamen wir uns langsam wieder näher, und er schaffte es beim zweiten Anlauf ziemlich schnell, das Kondom an die richtige Stelle zu bringen. Es folgten intensive, unendlich vertraute Minuten – bis ich die Beine etwas höher nahm und sich plötzlich ein fieses Geräusch in unser Stöhnen drängte. Ein Queef, auch Scheidenfurz genannt, war mir entfleucht. Na toll. Als hätten wir uns nicht schon zur Genüge mit diversen Sexpannen auseinandersetzen müssen, als wäre der Abend nicht bereits absurd genug verlaufen. Ich wäre gerne im Erdboden versunken.

Eine kleine Info am Rande: Ein Queef ist nichts Schlimmes und hat auch mit einem echten Furz herzlich wenig zu tun, denn beim Queefen strömen keine übel riechenden Verdauungsgase aus uns heraus, sondern nur Luft von außen, die ein Penis, eine Hand oder ein Spielzeug in uns hineingepumpt haben. Wechseln wir nun die Stellung oder zieht der Mann seinen Schwanz zu schnell aus unserer Vagina, wird der Eingang der Muschi zu einer Art Ventil, das die Pumpluft entweichen lässt. Mein Körper scheint diese Töne außerdem immer dann zu produzieren, wenn ich Gleitgel verwende.

Der Mann löste die Situation elegant, indem er mich auf den Bauch packte und wir weitermachten, als wäre nichts passiert. Ab da blieben wir von weiteren Katastrophen verschont und schliefen anschließend selig und müde nebeneinander ein. Rückblickend klingt der gestrige Abend wie eine Szene aus einer schlechten Vorabendsoap, irgendwie bescheuert, irgendwie witzig. Aber in dem Moment selbst war mir das alles einfach nur peinlich.

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Intimkaktus, zu großes Kondom, Regelblut, Muschigepupse? Sind alles keine Sexpannen, sondern Herausforderungen, die es für uns Sexkrieger zu meistern gilt!

Ich könnte noch weitere Geschichten von mir und meinen Freunden auspacken, in denen vollgesabberte Kissen, überraschende Intimbehaarung, das noch überraschendere Einsetzen der Menstruationsblutung während des Sex, fliegender Rotz, seltsame Magengeräusche und Niesattacken die Hauptrollen spielen. Aber wozu? Denn eigentlich möchte ich euch folgende Message mit auf den Weg geben: Wir sollten Sex nicht als Performance sehen, bei der es darum geht, eine perfekte und möglichst ästhetische Leistung abzuliefern. Haben wir das verstanden, hilft das ungemein, das habe ich gelernt. Nähe sollte Spaß machen, und ja, dabei darf auch mal was schiefen gehen, und man darf auch mal zusammengeklappt die Fettpolster zur Schau stellen oder beim Blowjob rülpsen. Der andere wird nicht gleich schreiend weglaufen. Wenn doch, hat er keine Ahnung von gutem Sex. Mein Körper ist auf alle Fälle nicht perfekt und macht gerne mal, was er will. Und ja, ich mag ihn trotzdem. Deshalb. Genau so, wie er ist.

Fotos: Luna

3 Comments

  1. Erotikversand Store

    6. Juni 2017 at 14:55

    Sehr schön geschriebene Story. Ich kann nur jedem Paar den Tipp geben, verkrampft euch weniger und lacht auch einmal über „peinliche Dinge“. Es gibt nichts schöneres als unverkrampften Sex bei dem beide auch einmal lachen können.

  2. Bernie

    24. November 2016 at 14:14

    Gibt es Männer, die die Regelblutung beim Sex als Hindernis oder Panne ansehen? Ich dachte, diese Typen kämen nur im alten Testament vor und nicht im realen Leben.

  3. JudgeDark

    2. Oktober 2016 at 15:43

    Sehr schön geschrieben und die Schlussfolgerung kann ich nur unterschreiben.

    Bei einem schönen Abend mit meiner damaligen Freundin hat sie sich an einem hölzernen Zierdebogen festgehalten, der am Kopfteil angebracht war, sie lag auf dem Rücken, die Arme nach hinten. Als wir so dabei waren, ist dieser Bogen vom Kopfteil abgerissen und sie hat ihn mir vor den Kopf gedengelt. Kurzer Schockmoment, irritierte Blicke, dann lautes Lachen von uns beiden, welches dann in schönes Beisammensein überging; Verletzungen sind nicht festzustellen gewesen (bis auf nen chronischen Dachschaden ;) ). Zuerst war nicht mehr an Sex zu denken, man musste sich ja über das Geschehene austauschen … aber der Abend war ja noch nicht vorbei. ;)

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