Kalter Kaffee mit Schuss: Sex mit dem Ex

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Ein Text von Tori Ford.

Für viele hat Sex mit dem Ex den bitteren Beigeschmack der Verzweiflung. Andere hängen vielleicht noch an ihm oder ihr. Ich hingegen war einfach sternhagelvoll und wusste nach einer Party nicht, wie ich aus der Pampa nach Hause kommen, beziehungsweise, wo ich pennen sollte. Das Bett meines Ex-Freundes schien mir eine okaye Lösung.

Unsere Beziehung ist schon so lange verjährt, dass sie mir gar nicht mehr real erscheint. „Was soll schon passieren?“, dachte ich noch, obwohl mir das Denken mit Duselkopf schwer fiel.

Was soll schon passieren?

Na, was wohl?

Wir küssten uns.

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Noch während dieses ersten Kusses nach so vielen Jahren, waren sie wieder da: Die Gefühle für diesen Menschen. Der meine erste große Liebe war, wegen dem ich zum ersten Mal Liebeskummer hatte. Der, mit dem schönsten Penis von allen.

Als wir es uns um 5 Uhr morgens auf der Couch seiner Eltern gemütlich machten, spürte ich dank 247 Pfeffis noch nicht, wie surreal die Situation eigentlich war. Ich war wieder 14, und das war großartig. Keine Ängste, keine Sorgen, keine Hemmungen. Wir hatten Sex, so viel ist sicher, auch, wenn ich mich nicht mehr an alles erinnern kann. Wir kamen beide nicht, waren einfach zu besoffen…

Ein paar Stunden später wachte ich mit seiner Hand unter dem viel zu großen Shirt auf, das er mir zum Schlafen gegeben hatte. Da ich Morgensex liebe, dachte ich, cool, wir legen also nochmal los. Nach zwei Minuten kam er auf meinem Oberschenkel.

Ich fühlte mich, wie in dieser typischen, peinlichen Fahrstuhlsituation. Niemand wusste, was er sagen sollte. Ich trug noch das Rest-Make-up von der Nacht zuvor, er sah verlegen zur Seite, ich sammelte meine Klamotten zusammen. Immerhin konnte ich meinen Ex-Beinahe-Schwiegereltern aus dem Weg gehen, das hätte dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt.

Völlig verkatert wankte ich zu seinem Auto. Er fuhr mich smalltalkend nach Hause, wir verabschiedeten uns, war schön, danke, tschüss.

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Nachdem er gefahren war, wartete ich auf eine SMS à la „Oh mein Gott, wie krass, wir haben es nach all den Jahren wirklich nochmal getan!“ Das Warten auf die SMS war genauso vergeblich, wie ich in der Nacht auf den phänomenalen Orgasmus von früher gewartet hatte.

Wahrscheinlich hat Samantha Jones aus Sex and the City am Ende doch recht, wenn sie sagt: „Sex mit dem Ex kann deprimierend sein: Wenn er gut ist, wird dir klar, dass du ihn leider nicht mehr hast. Wenn er schlecht ist, hattest du eben nur Sex mit dem Ex.“

Fotos: Sarahlikesprettygirls // Sarahlikesprettygirls bei Tumblr <3

3 Comments

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  3. Der Ulli

    14. Dezember 2016 at 20:43

    Ja das kennt glaub ich jeder

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