Sex in der Öffentlichkeit – The October Issue

By  |  2 Comments

Käthe und ich haben eine Neue. Sie heißt Penny Calvet, ist Studentin und sieht mit ihren braunen Kuller-Glotzerchen aus wie das Kind, das Bambi und Audrey Hepburn nie hatten. Dabei ist Miss Calvet alles andere als ein scheues Reh, dafür ein kleines Schweinchen, oink oink <3 Eine Leidenschaft unserer neuen Liebsten ist zum Beispiel Sex in der Öffentlichkeit. Im Sommer? Geil. Was aber tut die passionierte Draußen-Vöglerin, wenn es draußen kalt und nieselig wird? Das verrät euch jetzt – in nicht zimperlichen Worten – unser Mädchen Penny.

Von Penny Calvet

„Ich würde dich gerne jetzt hart nehmen, direkt hier.“ Diesen Satz flüsterte mir ein heißer Fremder vor ein paar Tagen ins Ohr. Er traf damit genau ins Schwarze, denn ich war an diesem Abend in Stimmung für ein versautes Abenteuer. Mit Vergnügen hätte ich ihm am liebsten sofort meinen blanken Arsch entgegen gestreckt, wären wir nicht mitten in einem Club gewesen. Sex in der Öffentlichkeit ist großartig, aber inmitten einer Meute Wildfremder eine heiße Nummer auf der Tanzfläche hinzulegen, ist dann doch nicht ganz mein Fall. Wer weiß, wer sich dann noch alles in unser kleines Liebesspiel einklinken will? Prinzipiell bin ich aber immer offen dafür, mein Sexleben aus der Enge der heimischen vier Wänden zu befreien. Der Nervenkitzel, etwas Verbotenes zu tun, bei dem ich womöglich noch beobachtet werde, turnt mich ungemein an.

Oberstes Gebot, gerade für Public Sex Neulinge, ist, bei einem solchen Vorhaben Aufregung und Vorfreude nicht zu offensichtlich zu zeigen. Das gibt den „Ausflügen“ erst den gewissen Kick. Mir soll ja nicht gleich jeder an der Nasenspitze ansehen, dass ich hinter der nächsten Ecke über den Mann herfallen werde, den ich gerade im Schlepptau habe.

Eine weitere wichtige Regel für Sex in der Öffentlichkeit: Nach meinem Abenteuer nehme ich mir immer die Zeit, brav alle Spuren zu verwischen und Kleidung und Frisur zu checken. Denn richtig peinlich wird es, wenn ihr mit einem falsch herum angezogenen Oberteil oder wild abstehenden Haare zurück in den Club taumelt, alles Spuren, die verraten, was man gerade getrieben hat. Mit diesen Spielregeln im Hinterkopf steht einem sexy Abenteuer nichts mehr im Wege. Aber wohin, wenn man sich draußen den Arsch abfriert und man unmöglich warten kann, bis man endlich daheim ist?

Im Sommer finde ich ja abgelegene Orte in der Natur super, und wenn es schnell gehen muss, hilft ein Hinterhof oder eine Seitenstraße weiter. An kalten Tagen ist dagegen mehr Kreativität in Sachen Sex in der Öffentlichkeit gefragt. Denn um mich richtig gehen lassen zu können, braucht es mehr als eine Toilettenkabine oder eine Umkleide im Klamottenladen, alles Optionen, die nur ein kurzes Zeitfenster bieten, ehe die ganze Sache auffliegt.

outdoor2

Sex in der Öffentlichkeit ist im Herbst eine arschkalte Angelegenheit. Also ab in die warme Karre!

An besagtem Abend, von dem ich euch zu Anfang erzählte, haben wir ein Taxi zweckentfremdet, weil wir einfach die Finger nicht mehr voneinander lassen konnten. Mich machen Zuschauer tierisch an, deshalb war ich sofort Feuer und Flamme, als der Mann aus dem Club anfing, über mich herzufallen. Der Taxifahrer muss natürlich damit einverstanden sein, denn er sitzt bei dieser heißen Nummer als Voyeur in der ersten Reihe. Das voyeuristische Interesse des Chauffeurs an so einem Vorhaben lässt sich durch leidenschaftliche Küsse auf der Rückbank testen, die sich langsam zu einem gewagten Vorspiel steigern. Macht der Taxifahrer an der nächsten Kreuzung keine Vollbremsung, sondern schaut immer wieder interessiert in den Rückspiegel, liegt es an euch, wie weit ihr gehen wollt. Solange er nicht versucht, aktiv mitzumachen, darf er bei mir gerne zuschauen und die Show genießen, während ich mich auf der Rückbank vögeln lasse.

Anschließend hat sich der Taxifahrer natürlich ein ordentliches Trinkgeld verdient, und ihr solltet euch unbedingt seine Nummer geben lassen, falls ihr nochmal seine Dienste in Anspruch nehmen wollt. Bevor ich unseren Fahrer mit einem letzten Lächeln wieder in die Nacht entließ, um in meinem Schlafzimmer die zweite Runde einzuläuten, habe ich noch einmal die Sitze gecheckt und alle Spuren unseres kleinen Vergnügens beseitigt, schließlich sollen sich die nächsten Fahrgäste nicht in eventuell daneben gegangene Körperflüssigkeiten setzen müssen.

Andere öffentliche Verkehrsmittel für ein nettes Vorspiel zu nutzen, ist mir persönlich zu unberechenbar. Egal, wie sehr ich Sex in der Öffentlichkeit liebe, ich möchte nicht irgendwann auf einem Video der Netzgemeinde vorgeführt werden. Einem Taxifahrer die Nacht zu versüßen und dabei selbst auf meine Kosten zu kommen, ist dagegen ganz nach meinem Geschmack.

Wenn ich die Sache von längerer Hand plane, führen mich meine Ausflüge meistens in Bibliotheken, weil ich immer gerne von vielen Büchern umgeben bin und die Atmosphäre dort sehr schätze. Am besten eignen sich Bibliotheken kleiner Fachbereiche an der Uni, die meistens in Nebengebäuden untergebracht sind und nur von wenigen Studenten belagert werden. Vielleicht habt ihr sogar Glück und seid ganz ungestört in einem der Räume.

Auch in öffentlichen Bibliotheken gibt es immer Abteilungen, die nur von wenigen Benutzern in Anspruch genommen werden und sich für einen Sex-Ausflug anbieten. Zwischen den Regalen, in denen die Bücher langsam einstauben, kann man meist unbemerkt eine Nummer schieben. Dabei solltet ihr nur a) nicht die Bücher zu Fall bringen und b) versuchen, den Geräuschpegel in Grenzen zu halten, sonst fliegt die Nummer schneller auf, als euch lieb ist.

outdoor1

Oh nein, der Herr Schutzpolizist hat das Outdoorsex-Paar erwischt! Und jetzt? Anzeige, Sechs, setzen!

Noch ein Klassiker für kalte Tage, auf den ich gerne immer wieder zurückkomme, wenn mir nach Sex in der Öffentlichkeit ist, ist der Vorführsaal eines Kinos, dessen Dunkelheit sich ideal für versaute Dates eignet. Mich macht es ungemein an, zu wissen, dass ein paar Reihen vor mir die Zuschauer arglos ihr Popcorn futtern, während ich meine Finger nicht bei mir behalten kann. Da ich nicht so sehr auf Hollywood Blockbuster, sondern auf Filmklassiker stehe, die meistens zur Mittagszeit in kleinen Kinos gezeigt werden, ist die Wahrscheinlichkeit relativ gering, dass der ganze Vorführsaal voller Menschen sitzt und sich keine einsame Reihe für mein Vorhaben finden lässt. Mit dramatischer Musik untermalt und umgeben von meinen liebsten Filmhelden, lasse ich dann gerne mal das Höschen zu Boden gleiten und genieße die Vorstellung in vollen Zügen. Bonus-Tipp: Ein Kleid oder Rock sind bei derartigen Vorhaben immer von Vorteil!

Mein absoluter Favorit in Sachen Sex in der Öffentlichkeit ist jedoch ein großes Tropenhaus bei mir um die Ecke, mit verschiedenen Klimazonen und herrlich versteckten Ecken, die für Abwechslung in meinem Liebesleben sorgen. Man kann sich aussuchen, ob man gerade in verschwitzt-tropischer Stimmung ist oder doch lieber die trockene Saharahitze genießen möchte, während es draußen fies kalt ist oder es womöglich noch regnet.

Bevor ihr loslegt, solltet ihr allerdings prüfen, wer euch durch die Scheiben hindurch beobachten kann. Ich stehe ja darauf, zu wissen, dass jederzeit ein Fremder, nur getrennt durch ein dünnes Glas, daran teilhaben kann, wie ich mich versteckt zwischen den Kakteen von hinten nehmen lasse, während die Scheiben langsam beschlagen. Unter der Woche trifft man dort gerade vormittags glücklicherweise selten viele andere Besucher, und auch das Aufsichtspersonal hält sich in Grenzen. Noch dazu sind hier weniger Eltern mit Kids als im Zoo unterwegs. Und Sex vor Kinderaugen ist absolut tabu!

Während ich im Kino die Dunkelheit genieße und in der Bibliothek das Ambiente schätze, gehört das Tropenhaus wegen der herrlichen Temperaturen zu meinen Evergreens der kalten Tage, an denen es mich nach draußen zieht. Ich mag die Vorstellung, Passanten von außerhalb an meinen Eskapaden teilhaben zu lassen, gerade in den Abendstunden, wenn das Innere des Gebäudes hell erleuchtet ist.

Aber nach meinem Techtelmechtel auf der Rückbank des Taxis bin ich mir außerdem sicher, dass ich die Nummer des Taxifahrers schon bald wieder wählen werde, wenn mir spontan nach Sex in der Öffentlichkeit ist.

Spielverderber-Disclaimer aka Anmerkung von Mimi: Woran ihr allerdings doch denken solltet, wenn ihr auf Sex in der Öffentlichkeit steilgeht, sind die rechtlichen Konsequenzen eures Treibens an der frischen Luft und vor den Augen anderer. In Deutschland beispielsweise erregt man vögelnd in der Öffentlichkeit nicht nur sich selbst und die Zuschauer, sondern auch ein „öffentliches Ärgernis“. Und wenn dann ein großer Spielverderber des Weges kommt, kann er euer sexy-hexy Erlebnis schnell zur Anzeige bringen.

2 Comments

  1. Pingback: Die ultimative Sex-Phantasie oder: Ich wär' so gern Voyeur! - Mimi&Käthe

  2. Pingback: Oha, offene Beziehung oder: Lässt sich Liebe teilen? - Mimi&Käthe

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *