Willige Kerle gesucht oder: Baby, schenk mir ’nen Gangbang!

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Antoinette Blume kenne ich nur von Fotos, persönlich kennengelernt haben wir uns noch nicht. Dabei bin ich so neugierig auf die junge Frau, die gleich bei ihrem Premierentext für Mimi&Käthe über ein gewagtes Experiment schrieb, das sie am eigenen Leib durchlebte – den Sex mit ihrem Ex. Einen Gangbang hat Antoinette noch nicht erlebt, und ich bin nicht sicher, ob sie ein solches Abenteuer reizen würde. Anders als ihre Freundin Suzy. Die wollte den Sex mit mehreren Männern ausprobieren, auskosten, austesten – mit ihrem Freund Sam an ihrer Seite. Wie Suzys erster Gangbang ablief und ob weitere folgen werden, darüber hat Antoinette Blume mit ihr gesprochen.

Text von Antoinette Blume

Ein Gangbang ist eine Form von Gruppensex, bei der die Anzahl der aktiven, also penetrierenden Teilnehmer überwiegt. Ist von Gangbangs die Rede, stellen wir uns gut und gerne mal ein Verhältnis von unendlich zu eins vor. Mindestens 20, 21, 22 bis 100 Typen mit immer steifen Schwänzen und ein Weibchen, das erst penetriert, dann vollspermiert wird. Von oben bis unten. Wir kennen ihn meist nur aus Pornos und seltenst persönlich oder wenn, dann mindestens über drei Ecken. Der Gangbang, meiner Meinung nach revolutioniert von Sasha Grey, hat sicher auch (unter Umständen) eine gewisse Performancequalität. Prädikat: Kunst. Oder so.

Wie ich darauf komme? Auf den Gangbang? Über zwei Ecken und zwei liebe Menschen, die das Gangbang Abenteuer im letzten Jahr ausgetestet haben.

Suzy und Sam* sind 21 und 33. Die beiden führen seit drei Jahren eine offene (funktionierende) Beziehung, sind sehr reflektiert, kommunikativ, experimentierfreudig. Stellt euch einfach die geilsten, coolsten, besten Menschen vor, damit liegt ihr nicht falsch. Ich darf Suzy und Sam glücklicherweise meine Freunde nennen, Freunde, deren Abenteuererzählungen mir immer wieder Herzklopfen bescheren. Ein gemeinsamer Kurztrip nach Prag erwies sich als perfekte Gelegenheit, zwischen zwei Gläsern Wein und unendlich vielen Zigaretten, zwei-drei-vier Fragen zum letzten Weihnachtsfest zu stellen. Denn, long story short: Suzy wünschte sich einen Gangbang. Von Sam. Zu Weihnachten.

Gesagt, getan! Gang! Bang! Rein! Raus! Spermaregen!

Momentchen. Um nicht zu sagen: Halt, Stopp. So einfach ist und war es dann doch nicht. Und so berichteten mir Suzy und Sam von ihren Erwartungen, der Organisationsarbeit, von Vorfreude, Pornos, Performance und Realität.

Ein Gangbang ist in der Realität eine andere Hausnummer als im Porno.

Die Vorstellung, die Hauptrolle in einem Gangbang zu spielen, macht viele Frauen an. Aber die Sache dann durchziehen? Nicht so einfach.

Rückblick.
Alles fing mit dem Wunsch an, sich von mehreren Männern begatten zu lassen und den eigenen Freund dabei zu haben. Als Voyeur, halbaktiven Aufpasser und Beschützer – und in diesem Fall außerdem als akribischen Organisator des Ganzen.

Sam schrieb eine Gangbang Gruppe, die sich auf solche Unterfangen spezialisiert hat, beim Joyclub** an. Alles, um seiner Liebsten ein Weihnachtsgeschenk herbei zu organiseren, das sie so schnell nicht vergessen würde. Ran an die Tasten, und her mit den willigen Kerlen. Ganz einfach, oder?

Es sollten fünf Männlein mit jeweils schönen, vorher via WhatsApp-Sexting abgesegneten, Penissen (und Gesichtern) werden. Verschiedenste Jungs, dick, dünn, groß, klein. So unterschiedlich-vielfältig wie ihre Penisse. Diese fünf zu finden, war dank des Internets nicht so schrecklich schwierig – heute sicher leichter als „damals“, als man noch beim Rewe klammheimlich ein „Von Kunde zu Kunde“-Kärtchen mit „Suche: Fünf Hotties (m; 30-40) für Gangbang” ausfüllen und auf Antwort hoffen und warten musste. Naja, und mit einer bildschönen Frau wie Suzy war es nochmal einfacher. Auch beim Gangbang gilt: Sex(y) sells.

Um euch gleich das erste Spermabad-Bild aus dem Kopf zu jagen – schon die zweite Nachricht zwischen Sam und der GB-Gruppe drehte sich bereits um die obligatorische (!) Verhütung mit Kondom. Erste Abweichung zum Porno: Ja, Verhütung würde in allen Lagen, Stellungen und Konstellationen groß geschrieben und aktiv betrieben werden, darüber waren sich alle einig. Und nein, der Gangbang wurde nicht am Donnerstag geplant, um am Samstag stattzufinden. Drei Monate dauerte das Kennenlern- und Auswahlspiel, mit genau so vielen Zu- wie Absagen, bevor man sich in einer Hotelsuite gegenüber stand. Und aufeinander lag, ineinander steckte und die kitzlige Vorfreude dem realen Akt Platz machte.

Die wunderschöne Lady ist nicht Suzy, sondern Domina und Camgirl Princess Of Pain <3

Die wunderschöne Lady ist nicht Suzy, sondern Domina und Camgirl Princess Of Pain <3

Happy End mit Fragezeichen.
Sonntag vor Heiligabend, das vorgezogene Geschenk will vollzogen werden. Die fünf Glücklichen kommen (schlechtes Wortspiel, pardon) pünktlich. Eine Hotelsuite mit großem Bett ist Schauplatz der Perfomance. Suzy sitzt auf dem Hotelbett, ihre Augen sind verbunden, sie trägt einen Spitzenbody. Hört nur Stimmen, spürt warme Haut auf ihrer. Vertraut und unvertraut. Die Augen lässt Suzy bewusst bedeckt, erst gegen Ende der dritten Runde nimmt sie das Seidenband ab. Anstrengend, so ein Sexmarathon, erinnert sie sich. Lust und Fantasie packen einen bei dieser Erzählung der beiden, wie eine Katzenmutti, die ihre Kids am Nacken herumträgt. Die Details sind Geschichte.

Fünf Monate ist das Ganze (Geficke) schon her. „Na, und, wie war’s?” Eine komische Frage, ich stelle sie den beiden trotzdem. Suzy ist froh, es ausprobiert, sich ihrer Fantasie hingegeben zu haben. Um danach (allerdings) zugeben zu müssen: Sie fühlte sich benutzt. Ob sie tatsächlich benutzt wurde, weiß sie nicht. Aber trotzdem – oder genau deshalb – das alles passierte ohne Reue. Eine vierte und fünfte Runde war den Jungs dennoch nicht vergönnt. Suzy schickte sie nach der ersten „Pause” raus, denn die Stille und das Angestarre hätten sie ganz verrückt gemacht. Sie wollte lieber zweisam mit Sam in der Hotelsuite kuscheln.

Einen weiteren Gangbang wünschen sich die beiden derzeit nicht. Die Lust auf sexuelle Experimente bleibt jedoch. Jenseits des Gangbangs gibt es noch einiges auszutesten.

*Namen geändert. Suzy und Sam erwählten ihre Pseudonyme als Hommage an den Film „Moonrise Kingdom“ von Wes Anderson. Anschauen kann man die Zwei auf ihrem Tumblr.

**Der Joyclub ist eine Art kinky „Facebook zum Sexfreunde finden”. Rudelbumssexfreunde nicht ausgeschlossen, eher eingeschlossen! 

Fotos: Sarah Bleszynski//Sarahlikesprettygirls
Sarahlikesprettygirls bei Facebook

3 Comments

  1. Pingback: Porno à deux – lass uns schmutzige Filme sehen, Vol. I - Mimi&Käthe

  2. JudgeDark

    10. Juni 2016 at 16:57

    Sehr interessante Geschichte, wobei ich irgendwie am Anfang mit dem schlußendlichen Fazit gerechnet habe, wobei ich nicht sagen kann wieso. Mich hätte aber mal die Meinung von „Sam“ interessiert, bei der Sache nur zuschauen zu können und wie er das so empfunden hat.

    • Mimi

      Mimi

      11. Juni 2016 at 15:09

      Stimmt, wäre definitiv spannend gewesen! Dank dir für die Anregung, ich geb sie an Frau Blume weiter :)

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