Schamhaar Liebe – frisch gelockt ist halb geflauscht

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In meinem Wohnzimmer hängt das Plakat einer Larry-Clark-Ausstellung, die ich vor zwei Jahren besuchte. darauf zu sehen ist ein stattlicher Muschibusch, dunkel und hübsch gelockt. Immer, wenn ich das Bild ansehe, wünsche ich mir sehnlichst, auch so ein schönes Fell zu haben. Doch leider ist mein Schamhaarwuchs so traurig wie der erste Oberlippenflaum eines 13-jährigen Boys. Dabei stehe ich mit meiner Schamhaar Liebe ziemlich allein auf weiter Flur. Oder, Artie Shaww?

Von Artie Shaww

Achtung, Old-School-Alarm! Liebhaber*innen von 70/80er Pornoperlen könnten beim Betrachten der Bilder in diesem Blog Post ahnen, woher der Wind weht. Nämlich durchs Gebüsch, genauer durchs schambesetzte Haargebüsch. Wer wie ich Schamhaar liebt, ist jetzt an der richtigen Adresse.

Folgendes Ereignis gab mir Anlass, über die gute, alte Schambehaarung nachzudenken: Als ich letztens im Theater saß, besuchte auch eine Klasse die Vorstellung und saß geschlossen hinter mir. Super. Ich hasse es, wenn Schulklassen zur selben Zeit ins Theater gehen wie ich. Nun ja.

Das Stück war ultramodern, soll heißen, alle Darsteller*innen waren zum Schluss nackt, bewarfen sich mit Erde und beschmierten sich mit Kunstblut. Ein Junge in der Reihe hinter mir fragte flüsternd, ob es normal sei, dass Frauen da unten Haare hätten und dann auch noch so viele (hier ein Aufruf an alle Pornoregisseur*innen: Schämt euch, ihr spiegelt der Jugend falsche, nämlich nackte Tatsachen vor!). Eine Darstellerin trug ungestutztes, freies Schamhaar, kurz einen dicken, fetten Busch da untenrum. Frida Kahlo wäre entzückt gewesen.

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Waxing war eh immer für’n Arsch <3

Die anderen Jungs fanden das widerlich, und auch die Mädchen waren nicht sehr angetan von dem Anblick. Erregtes Getuschel, dass man das doch mal rasieren könne, das sehe schrecklich und ekelhaft aus. Aber auch die nackten Männer auf der Bühne bekamen ihr Fett weg. Denn trotz aller derzeit so angesagten Male Models, die einen Teil ihrer Körperhaare in Form von Bärten stolz vor sich hertragen, sind sowohl Brust-, als auch Rücken- sowie Schamhaar not very welcome.

Und ich? Ich bin eine große Verfechterin des Haares unter der Gürtellinie. Und wo ich schon mal dabei bin: Ja, ich liebe auch eine stark behaarte Männerbrust. Da ich so in Fahrt bin, kann ich auch gestehen, dass ich Rückenhaare auch nicht besonders störend finde.

Momentan bin ich arg verliebt in einen Mann, der zwar keine Haare mehr auf dem Kopf, dafür umso mehr im Gesicht und am Körper hat. Und es stört mich gar nicht. Für mich ist sowohl Körper- als auch Schamhaar etwas sehr Sexuelles. Ich finde diese Abgrenzung zwischen unseren Körpern reizvoll. Mein Körper wird gerade deshalb geliebt und verwöhnt, weil ich so weiche und glatte Haut habe. Im Gegenzug dazu liebe ich den männlichen Körper, weil er eben behaart und insgesamt härter ist.

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Talking about Körperbehaarung: Mimi trägt ihr Brusthaar gern üppig und extra flauschig.

Was kann es demnach für mich Schöneres geben, als nach dem Sex meine Nase im Schoß meines Mannes zu vergraben, um den Duft nach Sperma, Muschiwasser und Gummi einzuatmen? Es ist unser Geruch, ein Geruch, der von unserer Geilheit zeugt und mich an ihn bindet.

Wie liebe ich es, dass ich mich im Brusthaar meines Mannes verkrallen kann, während ich ihn ficke. Wie sehr ich es genieße, wenn er mir sanft mein Schamhaar zur Seite streicht, damit er meine Muschi betrachten und sie dann lecken kann. Sicherlich sind Schamhaare störend, wenn sie sich zwischen den Zähnen verhaken und am Gaumen kleben, aber das sind kleine Hindernisse, die man recht schnell lösen kann.

Ich selbst mag es sehr, an meinen Löckchen zu zupfen, während ich mich selbst befriedige, und dabei zu merken, wie nass sie werden.

Schamhaar ist für mich ein sexuelles Merkmal, ich definiere mich über diese Haare zum Teil auch als Frau, die sexuell aktiv ist (das gilt nur für mich und soll und kann nicht auf andere Frauen übertragen werden). Darüber hinaus mag ich es, wenn ich nackt neben meinem Partner liege und mit einer Hand seinen Schwanz umschlossen halte. Diese haarige Wärme und das gute Gefühl des Schwanzes empfinde ich als glückliche Geborgenheit. Bevor nun wieder die Hygiene-Apostel rufen, dass das unhygienisch sei, rufe ich ihnen entgegen, dass ich, obwohl ich Haare habe und mag, schon noch weiß, wozu Wasser und Seife gut sind. Und richtig, ich mag es auch nicht, wenn mir aus dem Bikinihöschen schwarze Locken rechts und links entgegen sprießen. Ich halte es da mit einem Merkmal des Barock: Schönheit sollte gestutzt werden.

Ob ich es denn nicht mal aus reiner Neugierde mit einem komplett enthaarten Mann versuchen würde, fragte neulich eine gute Freundin. Statt einer Antwort erzählte ich ihr von einem meiner letzten Abenteuer, bevor ich meinen behaarten Mann traf:

„Da war dieses sportliche Schnittchen, auf das ich es abgesehen hatte. Nach einigen Drinks nahm mich das Schnittchen mit zu sich nach Hause. Dann entkleidete es sich. Ich bekam einen Schrecken, murmelte was von Zigarettenholen und ward nicht mehr gesehen. Der Typ war komplett rasiert. Das wäre niemals gutgegangen.“

7 Comments

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  3. Rob

    6. Juli 2015 at 15:35

    Endlich! Volle Zustimmung. Bei Kerlen ist es mir sprichwörtlich wurscht, aber an der Dame finde ich eine (halbwegs in Form gebrachte) Behaarung ganz reizend. Weiblich, feminin, fast vulgär in diesen Tagen. Umso besser. Daumen hoch, Mimi.

  4. knallbonbon

    30. Juni 2015 at 18:34

    Haare hin Haare her!
    Aber die Tattoos find ich sehr ansehnlich.

  5. JudgeDark

    28. Juni 2015 at 19:05

    Auch hier gilt wohl: jeder so wie er mag.
    Wobei es schon interessant ist, dass es heute als normal gesehen wird, wenn gerade bei der Frau unten alles blank ist (die Theater-Kinder haben es ja gezeigt). Hab ich mir nie nen Kopf drum gemacht (danke für den Denkanstoß), denn meine ersten Pornoerfahrungen in den 80ern waren bestimmt von Haaren im Schambereich … und es war normal. Inzwischen ist das wohl nicht mehr chick, da wird eben gestutzt, was der Rasierer (oder sonstige Hilfsmittel) hergibt. Auch hier gibt es halt modische Trends, wer auch immer die auf die Reise gebracht hat. Mal sehen, es heißt ja immer: alles kommt einmal wieder! ;)

  6. 's Frollein

    28. Juni 2015 at 14:47

    Hmmm… Ich mag meinen Mann eher haarlos. Bart? Ja, bitte. Brusthaar ist erträglich, aber schön finde ich’s nicht (Bei meinem Partner, wohlgemerkt, bei anderen isses mir wurscht). Rückenhaar finde ich ganz abscheulich, immer, bei Jedem. Und einen natürlich schambehaarten Mann hatte ich ehrlich gesagt noch nie, finde aber die Optik jetzt nich so pralle. Ich mag Haut. Viel davon. Uuuuuuh, Hautkontakt. Und glatte Haut streicheln. Awww yeeah. ;)
    „Der Fairness halber“ finde ich mich selbst haarlos eigentlich auch schöner. Fände. Aber was tut man nicht alles für die Liebe, gelle? Ich habe nun mal einen Partner, der Haarwuchs auch schön findet, also lasse ich einen für mich erträglichen Teil stehen und interpretiere das Ganze als Geschenk des Himmels, weil mir die nervige Komplettenthaarung erspart bleibt.

    Was mich nervt, ist, dass man versucht, mit der Vorliebe für oder wider eine halb-politische Agenda zu verknüpfen. Mir als Frau, die am Liebsten von den Wimpern abwärts null behaart wäre, wurde doch allen Ernstes VON EINEM AKADEMIKER MIT BILDUNGSAUFTRAG vorgeworfen, das wäre keine freie Entscheidung meines Geschmacks oder Wohlbefindens, sondern durch das männliche Establishment indoktriniert. NUR starke, selbstbewusste Feministinnen mögen ihre Haare! Jawohl. Wenn ich Haare nicht mag, heißt das also automatisch, ich sei weder stark noch selbstbewusst.
    So ein entsetzlicher Käse!!! (Der selbe Typ erzählte auch gerne von Studien, wonach Frauen heutzutage durch die in Pornos verkaufte Scheinrealität lauter stöhnen als früher. Okay. a) Wer ZUM TEUFEL macht Studien zu sowas? und b) welche Frau denkt denn bitte mittendrin sowas wie „Huch, ich bin zu leise. Vielleicht findet er das doof weil er Pornos guckt. Ich dreh mal ein paar Dezibel hoch! Hi-hi…“)
    Mädels, Jungs, tragt worauf ihr Bock habt. Und wenn ein Mensch euch vor die Wahl stellt, entweder mit nem Rasierer ins Bad oder gleich nach Hause zu verschwinden, dann tut Letzteres. Ganz einfach.

    • 's Frollein

      28. Juni 2015 at 14:47

      Huch, das ist jetzt aber viel geworden. x’D

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