Ron Jeremy – The luckiest man in the world

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Ein Text von Hans Pørnflake.

Die Geschichte der männlichen Pornodarsteller ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Was wie eine unschöne Erinnerung an Werbespots aus den 90ern klingt, ist leider eine Tatsache, denn das Spektrum der männlichen Berufsbumser reichte von „Enrique-Iglesias-Klon mit 20-Zentimeter-Pimmel“ über „Okay, es gibt Schlimmeres“, bis hin zu „Pensionierter LKW-Fahrer mit Schnauzbart und Rückenteppich“. In der Regel war es dann so, dass die Qualität der männlichen Darsteller nicht weniger über die Qualität der Filme aussagte, als die Güte der Darstellerinnen. Oder anders formuliert: Wer aussah wie Karl Dall nach einer durchzechten Nacht, spielte eben in Filmen mit, in denen die weibliche Hauptrolle von Helga Feddersen (Gott hab sie selig)-Lookalikes gespielt wurde. Wer ein Sahneschnittchen mit Sahnepimmel war, durfte eben an die Honigtöpfe der darstellerischen Elite.

Doch es gab eine Ausnahme.

Ron Jeremy hat als gar nicht so unansehnliches Schnitzel angefangen, die Pornobranche der 70er aufzumischen. Er war nie eine wirkliche Schönheit, aber er hatte etwas durchdringend Männliches, war behaart von Kopf bis Fuß und dazu noch gut behangen. Er hatte etwas Machohaftes-Rockiges, das ihn von den geölten und geleckten Darstellerkollegen abhob.

Eigentlich hatte Ron Jeremy ursprünglich gar nichts mit Pornos zu tun. Er machte seinen Master in Sonderpädagogik und unterrichtete an einer High School in New York City. Erst als seine damalige Freundin ein Bild von ihm an das Playgirl-Magazin schickte und das Heftchen es in der „Jungs von Nebenan“-Sektion abdruckte, änderte sich das Leben von Ron Jeremy schlagartig.

Jeremy bekam körbeweise Fanpost von begeisterten Frauen und eine stattliche Anzahl von Anfragen aus der Erwachsenen-Industrie. Sein Debüt als Pornodarsteller feierte Ron Jeremy 1978 in dem Film „Coed Teasers“.

Dennoch – eigentlich hatte Jeremy andere Absichten gehabt. Er war an einer „richtigen“ Schauspielkarriere interessiert, trat gelegentlich in Theaterstücken auf und nahm Schauspielunterricht. Da es aber schwierig war, an gute Rollen zu kommen, ergriff er die Chance, die sich ihm in der Pornobranche bot. Damals, während des „Golden Age of Porn„, hatten die Filme noch bedeutend mehr mit Schauspielerei zu tun als heute. Ron Jeremy erzählte einmal, dass eine hochwertige Produktion damals aus neun Tagen spielen und nur einem Tag Sex bestand. Pornodrehs waren für ihn anfangs also nicht mehr als ein bisschen Schauspielerei, um nicht aus der Übung zu kommen. Mit dem netten Nebeneffekt, mit scharfen Frauen vögeln zu dürfen. Die gute Bezahlung und sein Talent führten aber letztendlich dazu, dass er der Branche treu blieb und zu einem der erfolgreichsten Pornodarsteller aller Zeiten aufstieg.

Pictures courtesy of Ron Jeremy's Exclusive Agent, Esterman.com

Picture is courtesy of Ron Jeremy’s Exclusive Agent, Esterman.com

Ron Jeremy hat in mehr als 1700 Pornos mitgespielt, steht dafür sogar im Guinness Buch der Rekorde, und hat laut eigener Aussage mit mehr als 4000 Frauen geschlafen. Jeremy lehnte fast keine Rolle ab und war sich für fast nichts zu schade. Im Nachhinein bereut er, so sagt er zumindest, nichts, bis auf seine „Fat Girl“- und „Old Lady“-Fetischfilme, von denen er eine ganze Menge drehte.

Ron Jeremys Beliebtheit hatte sicherlich zwei Gründe. Erstens kaufte man Jeremy ab, dass ihm das, was er da vor der Kamera zelebrierte, wirklich Spaß machte. Zweitens war er so herrlich normal, dass diejenigen, die den Film später sahen, dachten: „Guck an, dieser Typ ist einer von uns, und trotzdem schläft er mit den schönsten Frauen der Welt!“ Er gab den Durchschnittstypen Mut und Selbstbewusstsein, zumindest so lange, bis sie merkten, dass es von Vorteil ist, wenn MANN als Normalo einen 22-Zentimeter-Schwanz sein Eigen nennt.

Schon früh merkte Jeremy, dass er zu einer Marke wurde, einem Gesicht der Pornobranche und dem Zugpferd des US-Marktes, vor allem in den 80er Jahren.

Er begann, sich auch außerhalb der Pornoszene zu vermarkten und versuchte immer wieder, in anderen Bereichen Fuß zu fassen. Seine Umtriebigkeit sorgte dafür, dass er einem immer größeren Publikum bekannt wurde. Er spielte kleinere Rollen in Serien und Filmen und war auf dem besten Weg, ein Kultcharakter zu werden. Auch wenn er den Pornos bis heute treu bleibt (er ist inzwischen über 60), war er immer bereit, sich und seinen Namen für anderes herzugeben.

Er spielte in unzähligen Musikvideos mit, brachte eine eigene Rap-Single heraus, die sich immerhin 27 Wochen in den Charts hielt, er spielte in Filmen wie „Ronin“ oder „Der blutige Pfad Gottes“ mit, schrieb eine sehr erfolgreiche Biografie und hat seine eigene Rum-Marke „Ron de Jeremy“ (Ron heißt Rum auf Spanisch).

Pictures courtesy of Ron Jeremy's Exclusive Agent, Esterman.com

Picture is courtesy of Ron Jeremy’s Exclusive Agent, Esterman.com

Alle anderen Aktivitäten konnten aber nicht verbergen, was Jeremys wirkliche Leidenschaft war: Pornos. Er selbst bezeichnete sich einmal als „The luckiest man in the world“, da er trotz seines durchschnittlichen Aussehens (seine Statur mit nur 1,68 Metern und seine Behaarung brachten ihm den Spitznamen „The Hedgehog“, zu Deutsch „der Igel“ ein) mit unzähligen Porno-Megastars der letzten 35 Jahre vögeln durfte und dafür auch noch fürstlich entlohnt wurde. Selbst ein Herzleiden, dass ihn 2013 fast das Leben kostete, konnte ihn nicht daran hindern, seiner großen Liebe weiterhin treu zu bleiben.

Auch heute noch dreht Ron Jeremy Pornos. Natürlich nicht mehr ansatzweise so exzessiv wie damals, in seiner Hochzeit, als er mit den Schönsten der Branche, den Vanessa del Rios, Tracy Lords‘ und Ginger Lynns ins Bett stieg, dafür heute mit dem Flair des leicht schelmischen Grand Seigneur des Pornos. „The hardest working man in Showbiz“ wird wohl auch noch mit 70 oder 80 vor der Kamera stehen, wenn seine Gesundheit es zulässt.

Wenn es dann aber irgendwann einmal zu Ende sein sollte, dann kann jeder, der die Karriere Jeremys verfolgt hat, nur aufrichtig sagen: „Ja – Ron Jeremy war ,the luckiest man in the world.'“

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  9. badmoischder

    30. März 2015 at 23:06

    hmmm nach meinen infos bekam ron jeremy den spitznamen the hedgehog weil er sich wie ein igel zusammenrollen konnte,so daß er sich selbst einen blasen konnte. ist gar nicht so einfach, habs als jüngling mal in der badewanne gemacht, weil ich wissen wollt ob das wirklich so gut schmeckt, wie die pornodarstellerinnen das immer erscheinen liesen.hrmpf die anstrengung wars nicht wert. ne süße muschi schmeckt m.e. millionen mal besser ;-)

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