Pornceptual – unser allerliebster Kunstporno-Blog!

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Unser Sexmonster mit dem Puppengesicht aka Virginia Vox hat für uns eine ganz besondere Seite aus den Untiefen des Internets ausgebuddelt. Jetzt sind ihre Hände zwar ganz schmutzig, aber die Graberei hat sich gelohnt. Denn der Kunstporno-Blog Pornceptual gehört nun zu unser aller liebsten Lieblingsseiten, wenn es um nackte Körper geht, die nicht dem modernen Plastik-Fantastik-Ideal entsprechen. Wer die Macher hinter dem Blog sind und welcher Mission sie sich verschrieben haben? Go, Virginia Vox!

Von Virginia Vox

Es gibt ja Unmengen Seiten im Internet, auf denen man sich Nacktbilder ansehen kann. Oft sind dann dort Weiber mit aufgepumpten Riesentitten zu sehen, die sich den Megaschwanz ihres Asitoaster-gebräunten Liebhabers in den Hals stecken. Und es gibt Seiten wie Pornceptual.

Was genau Pornceptual eigentlich ist, ist schwierig in Worte zu fassen. Ein englischsprachiger Blog ist es, soviel steht fest. Ein Blog, auf dem es um Pornografie und Kunst geht, auf dem ihr euch Galerien von unbekleideten Menschen reinziehen könnt, der sich aber auch mit Fotografen, Ausstellungen und spannenden Kunstprojekten befasst, die irgendwie mit den Themen Sex und Porno zu tun haben.

Foto: Carol Stiler/Pornceptual

Nackte Menschen abseits des Plastik-Fantastik-Zeitgeschmacks – das ist Pornceptual. Foto: Carol Stiler/Pornceptual

Mit Sicherheit kann ich euch also sagen, dass es vor allem um Nacktheit geht. Wenn ihr auf Pornceptual klickt, springen euch die Muschis und Schwänze nur so entgegen – ohne zu fragen, ab ins Gesicht. Fürs Büro oder die U-Bahn ist die Seite also gänzlich ungeeignet. Wenn ihr aber mutterseelenallein in eurem Stübchen sitzt, die Fenster verriegelt und das Schlüsselloch verhüllt habt, dann gibt es auf Pornceptual eine ganze Menge zu entdecken.

Dort gibt es nackte Männer im Schnee, nackte Frauen im Regen und eigentlich vor allem sehr viele Schwänze. Das könnte daran liegen, dass der Initiator der Seite, der brasilianische Fotograf Chris Philips, eine sehr persönliche Beziehung zu fremden Penissen pflegt und sie eigentlich immer der örtlichen Muschi vorzieht – er ist nämlich schwul.

Ob die Fotos nun ästhetisch sind oder nicht, das liegt im Auge des Betrachters. Viele Fotos sind sehr explizit und kratzen hart an den Grenzen des guten Geschmacks, zum Beispiel, wenn Blut (oder – hoffentlich – rote Farbe) im Spiel ist, oder Chris, seine Mit-Blog-Initiatorin Carol Stiler und ihre Fotografenfreunde wichsende Männer, pinkelnde Frauen oder Typen in Strapsen ablichten. Wie, zum Teufel, kommt man darauf, solche Fotos zu schießen, frage ich mich. Zum Glück ist Chris Phillips nicht nur sehr freundlich, sondern außerdem ein äußerst eloquenter Interviewpartner, sodass ich ihn mit meinen neugierigen Fragen nur so löchern kann.

Die schönen Köpfe hinter Pornceptual: die Fotografen Chris Phillips und Carol Stiler. Foto: Chris Phillips/Pornceptual

Die schönen Köpfe hinter Pornceptual: die Fotografen Chris Phillips und Carol Stiler. Foto: Chris Phillips/Pornceptual

Chris entdeckte seine Leidenschaft für Nacktfotos während seiner Zeit als Modefotograf. Die angezogenen Models fand er doof, die nackten umso reizvoller. Gleichzeitig langweilte ihn aber alles, was es bisher so an erotischer Kunst gab, und der Ottonormalverbraucher-Porno war auch nie so richtig sein Ding. So entschied er, in die Welt der Nacktfotografie abzutauchen, auf der Suche nach Bildern, die erotische Kunst und Porno verbinden. So entstand Pornceptual.

Foto: Carol Stiler/Pornceptual

Holy Hotness – die Bilder auf Pornceptual sind immer ein bisschen anders als andere. Und sexier <3 Foto: Carol Stiler/Pornceptual

Auf meine Frage hin, was Pornceptual für ihn persönlich bedeutet, antwortet Chris mir mit einem Ausdruck, den ich erstmal googeln muss – „Katharsis“. Natürlich nicke ich wissend und notiere mir währenddessen dieses mir unbekannte Wort. Aber erst nach ausführlicher Recherche auf Wikipedia finde ich heraus, dass Katharsis so viel bedeutet wie die Reinigung der Gefühle durch Kunst oder extreme Gefühlsänderungen. Etwas abstrakt für meinen Geschmack. Für Chris aber persönlich heißt das, dass er sich durch Pornceptual mit seiner unterdrückten Sexualität auseinandersetzen kann. Ein Blick auf Pornceptual ist also quasi wie ein Blick in Chris‘ Seele – zumindest ein bisschen.

Die Fotos sind herrlich ehrlich. Hier sind keine Pickel, Speckfalten, Hängebrüste oder kleine Schwänze retouschiert. Das finde ich schön. Allerdings muss ich zugeben, dass ich, so als standard-sexuelle Frau, manche Fotos doch etwas merkwürdig finde. Und gar nicht mal so sexuell. Aber genau das ist die Nachricht von Pornceptual. „Vermeidet Labels, vorgefertigte Formeln oder aufgezwungene Geschlechterrollen“, sagt Chris, „Leute, experimentiert mit eurer Sexualität! Seid kreativ!“ Ein bisschen surfen auf Pornceptual liefert da so einiges an Inspiration.

Foto: Chris Phillips/Pornceptual

Wer wie Mimi auf Gay-Romantik steht, sollte sich unseren Lieblings-Kunstporno-Blog unbedingt reinziehen! Foto: Chris Phillips/Pornceptual

Neben dem Blog gibt es seit fast einem Jahr monatliche Pornceptual-Partys in Berlin. Die nächste Party zum Beispiel steigt am 23. Mai unter dem Motto „Surrealistic Porn“. Bald soll die Porno-Party auch in anderen Städten steigen, zum Beispiel am 6. Juni in London. Aber auch für die Zukunft haben Chris und seine Fotografen große Pläne: „Wir wollen uns einen Platz in der Kunstwelt erkämpfen und werden bald auch Kunstausstellungen in Berlin organisieren“, sagt er.

Wüst geht es zu bei den Pornceptual Partys - hurra! :) Foto: Chris Phillips/Pornceptual

Wüst geht es zu bei den Pornceptual Partys – hurra! :) Foto: Chris Phillips/Pornceptual

Leider konnte ich selbst noch keine der Pornceptual-Partys besuchen. Doch die Fotos sind vielversprechend. Die Partys scheinen wie eine Mischung aus Christopher-Street-Day und Kölner Karneval zu sein – nur 1000 Mal cooler und mit viel mehr Style. Da wird sich nackig gemacht und geknutscht und gezüngelt, als gäb’s kein Morgen. Aber genau darum geht’s bei Pornceptual – um sexuelle Freiheit. Egal, mit wem ihr ins Bett wollt, mit wie vielen, welchen Geschlechts, wie alt, und ganz gleich, was ihr dann im Bett treibt – lebt eure Sexualität aus, so wie ihr wollt. Und nicht so, wie ihr es in irgendwelchen 08/15-Porno-Streifen seht. Oder, wie Chris Phillips es selbst ausdrückt: „Porn has killed sex and only art can save it now“.

Rette den Sex für uns, Chris!

Hier gelangt ihr zur Pornceptual Website und hier zur Facebook-Seite dieses Top-Blogs <3

Save the date! Hier nochmal zum Mitschreiben – die nächste Pornceptual Party mit dem krassen Titel „Surrealistic Porn“ findet am 23. Mai in in der Loftus Hall in Berlin statt.