Ein Herz für Pinkelspiele oder: Die perfekte Welle

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Die Welt der Fetische ist bunt und granatenstark. Doch viele sexuelle Vorlieben, die die einen zu Freudentränen rühren, lassen wieder andere die Nase rümpfen. Pinkelspiele sind so ein Fetisch, der sich vielen nicht erschließt, dessen Fans aber umso begeisterter bei der Sache sind. Unsere Autorin Virginia Heart hat sich für euch in die Brandung geschmissen und nachgeforscht, was es mit der Liebe zu Natursekt auf sich hat, Tipps für Neu-Surfer inklusive. Ach ja: Der folgende Text könnte zarten Seelen zu explizit sein. Solltet ihr dazugehören, wedle ich euch hiermit freundlich vom Beckenrand und verweise euch auf softere Spielereien :)

Von Virginia Heart

„Oh mein Gott, sie hat mir eben ein Video geschickt. Sie hat es geschafft, sich selbst in den Mund zu pinkeln. Sie ist ein Engel.”

„Wie hat sie das gemacht? Und seit wann stehst du auf Pinkelspiele?”

Das Schöne an Freundschaften, die mit einem unerwarteten Penisfoto beginnen, ist der Mangel an falscher Scheu. Als sich dieser Dialog also vor ein paar Tagen zwischen meinem Freund Helmutt (ja, dieses Alias durfte er sich selbst aussuchen) und mir via Whatsapp ereignete, überschüttete ich ihn sogleich mit Fragen zum Thema Pinkelspiele.

Um euch vorab die Spannung zu nehmen: Helmutts australische Sexting-Partnerin absolvierte das Manöver im Schulterstand in ihrem gefliesten Bad, nachdem sie rund zwei Liter Wasser in einer halben Stunde getrunken hatte.

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Pinkelspiele gone wrong! Just kidding: Wir haben unser Model lediglich mit Sprudelwasser durchnässt.

Also Helmutt, wie stellt man denn fest, dass Natursekt und Pinkelspiele ein persönlicher Turn-On sind? Er habe während seiner ersten sexuellen Erfahrungen eine umwerfende Schottin kennengelernt, erklärt mir Helmutt. Da Helmutt selbst aber aus London stammt, spielte sich ein Großteil ihres leidenschaftlichen Miteinanders am Telefon ab. In einem besonders rauschenden SMS-Verlauf kam es zum gegenseitigen Grenzentesten. Er liebt es, sich dominant zu zeigen, sie bat ihn, auf ihre Brüste zu urinieren. Laut Helmutt waren diese Nachrichten bahnbrechend. Er erkannte seine Vorlieben in neuen Dimensionen und zugleich die Möglichkeit, sich tatsächlich ausleben zu können. Seitdem bedeuten Pinkelspiele, auch Golden Showers oder Watersports genannt, für ihn eine besondere Form der Dominanz und des zwischenmenschlichen Vertrauens. Man lässt sich ja nicht einfach von irgendwem anpinkeln.

Während meiner Recherchen kristallisierten sich unter den Freunden des goldenen Regens verschiedene Ausprägungen heraus.

Da wäre zum einen die Urophilie. Urophil sind Menschen, auf die der Geruch oder das Gefühl des Urins eine erregende Wirkung hat. Als urophagil bezeichnet man dagegen Fans der oralen Aufnahme der Harnblasen-Füllung.

Andererseits kommt Urin auch in sexuellen Dom-/Sub-Situationen zum Einsatz, wie eben bei meinem Freund Helmutt. Bei der Art von Pinkelspielen, die ihn anmachen, kann einer der Partner seine Dominanz demonstrieren, indem er sein „Revier markiert“, den anderen soweit „unterwirft“, dass dieser auf sich urinieren lässt oder zum Objekt degradiert und als Urinal benutzt wird. Natürlich sollten diese SM Pinkelspiele immer auch mit dem Lustgewinn der submissiven Gegenspieler einhergehen. Für einen urophilen oder urophagilen Partner kann Urin natürlich in diesen Szenarien als Belohnung genutzt werden.

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Wo sind die Watersports-Fans? Ist zwar nur Wasser auf dem Schlüppi, sieht aber echt aus, oder? Fotos (2): Ika Fan

Hach, so viele Möglichkeiten! Ich frage Helmutt, wie man sich denn an diesen „Wassersport“ herantastet, und weil er in Sachen Pinkelspiele so ein erfahrener Haudegen ist, erklärt er mir verschiedene Varianten. Denn je nachdem, in welcher Position man sich befindet, ob man also urinieren oder empfangen möchte, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine wäre, seinen Partner zur Toilette zu begleiten und sich langsam an den Strahl „heran zu tasten“. Ob man nun Finger, Hand, Fuß oder Mund darunter hält, ist von den Mitspielern und der Situation abhängig.

Oder der Spender nimmt ein Gefäß mit und befüllt es allein, um es dem urophilen oder urophagilen Partner zu reichen. Wichtig ist logischerweise, dass der Spender viel Wasser trinkt und alle Beteiligten Geduld mitbringen. Selbst einen offenen Partner kann die Situation, einen so andersartig intimen Moment zu teilen, etwas überfordern. Licht ausmachen oder Augenverbinden soll helfen.

Auch gut: Pinkelspiele in der Dusche oder Badewanne. Bei laufendem Wasser. Oder später auf einem praktischen Orgy-Laken aus dem Sex Shop eures Vertrauens. Wichtig ist im Grunde nur, und das muss ich euch Füchsen sicher nicht sagen, das Einverständnis aller Involvierten. Es soll schließlich Spaß machen.

Damit auch alle gesund und munter weiter planschen können, hier noch ein paar Tipps für eure ersten Pinkelspiele von Helmutt.

Lasst euch testen, bevor es ans Schlucken des Urins geht. Es besteht ein Übertragungsrisiko für Hepatitis A (ich sage: Lasst euch generell regelmäßig testen).

Solltet ihr regelmäßig Medikamente nehmen, lasst euch beraten, wie viel davon in welcher Zeitspanne über den Urin ausgeschieden wird, bevor ihr ihn mit anderen teilt.

Viel trinken! Das gilt für beide Parteien. Zum einen erleichtert es das Wasserlassen und gibt euch Gelegenheit, euch auszutoben, zum anderen verwässert es den typischen Harngeruch. Eine dehydrierte Niere sollte sich ebenfalls nicht an Urin versuchen.

Wenn ihr den ersten Strahl abgewartet habt, ist ein Großteil der Bakterien aus der Harnröhre weggespült und der Urin fast steril.

Und natürlich, immer, immer, immer das Einverständnis aller Partner. Jedes Mal.

Ich bedanke mich bei Helmutt und wünsche allen viel Spaß.

Die Fotos in diesem Post stammen von unserer Fotografin Ika Fan. Hier geht’s zu ihrer Facebookseite, und das ist ihr Tumblr.

1 Comment

  1. JudgeDark

    18. März 2016 at 19:13

    Ich bin kein Freund dieser Praxis, aber als Tipp vielleicht noch angemerkt, dass man vorher vielleicht die Finger von Spargel lassen sollte! ;)

    Ansonsten danke für den Einblick in die Welt des Pipi, auch wenn es, wie gesagt, nicht wirklich meine Welt ist.

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