Von sexy Phantasien und überforderten Kopfkino-Akteuren

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Artie Shaww, aktuell im Urlaub und mit den Füßen im Sand, ist die Meisterin der unanständigen Phantasien. Und deren Umsetzung. Da, wo mir als Verbalhorst der Schnabel versagt, fängt bei Artie der Spaß erst an. Warum nicht dem attraktiven Bürohengst in der S-Bahn sagen, dass frau Lust auf ihn hat? Warum nicht der Starbucks-Verkäuferin gestehen, dass ihre freche Schnute zum Küssen reizt? Artie kennt da nichts. Und fragt sich dennoch, ob es in Ordnung ist, andere in ihre Phantasien mitreinzuziehen. Ihnen mitzuteilen, dass sie die Protagonisten ihrer gewagten Tagträume sind und sie vielleicht sogar zum Mit- und Wahrmachen aufzufordern. Ein heißes Textchen, vor dem ich die zarten Seelen warnen möchte – es geht explizit zur Sache. Wenn euch nicht danach ist, lest doch einfach hier rein :)

Von Artie Shaww

Wer mich kennt, weiß, dass ich des Öfteren und gerne längerfristig in fremden Gefilden unterwegs bin. Wenn es mir gefällt, bleibe ich länger an meinem Ort und beobachte Menschen, allein und meist auf mich gestellt. Mein Beruf ist an sich schon so quirlig, laut und lebendig, dass ich mich nicht auch noch in meiner Freizeit produzieren muss.

So nahm ich mir letztens eine Auszeit und verbrachte drei Wochen auf einer Insel, drei Wochen lang spielte ich die alte Frau und das Mir. Ich beobachtete nicht nur die Fremden, sondern nahm mir auch Zeit, mich zu reflektieren. Drei Wochen kein Alkohol (Eierlikör und Genever zählen nicht), drei Wochen kaum Sex, drei Wochen keine Party.

Als ich unter all diesen mir unbekannten Personen war, fiel ich nicht weiter auf. Nur, dass ich überhaupt keinen Anschluss suchte, machte mich verdächtig. Die Leute guckten scheel, neugierig und versuchten mehr als einmal, mich in ein Gespräch zu verwickeln. Ich antwortete einsilbig und wurde dann schnell links liegen gelassen. So gab ich mich meinen Tagträumereien hin.

Eines Abends saß ein junger Mann in der Lobby neben mir, während ich las. Er war etwas pummelig, laut, hatte einen kleinen Bauch, blasse Haut, eine blonde, modische Föhnwelle und rosa Lippen. Ich betrachtete ihn aus den Augenwinkeln und stellte fest, dass er mich beobachtete. Unsere Blicke begegneten sich, er schlug seine Augen nieder, ich schaute ihn mir weiter an. Dann beugte ich mich zu ihm hinüber und flüsterte ihm ins Ohr, dass ich ihm gerne einen blasen würde. Schockiert starrte er mich an.

„Ich meine das ernst. Du reizt mich. Ich will wissen, wie es ist, deinen Schwanz in meinem Mund zu haben.“ Dann wandte ich mich wieder meiner Lektüre zu.

Ich hörte, wie schwer er atmete.

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Ein Experiment: Wieso kann ich den Menschen, um die sich meine spontanen Phantasien drehen, nicht sagen, dass ich sie ficken möchte? Oder besser, KANN ich Menschen sagen, dass ich sie ficken möchte? Dass ich wissen möchte, wie es ist, wenn ich sie ficke?

Der junge Mann war mir insgesamt herzlich egal, ich war nicht auf eine enge Beziehung aus, aber ich hatte Lust auf einen Blowjob, einfach so wollte ich seinen Penis in meinem Mund größer werden spüren und dabei feuchter werden. Ich wollte mich an seinem Stöhnen, an seinem pumpenden Leib ergötzen. Ich wollte, dass er sich in meinem Mund ergießt und ihn danach küssen. Mehr nicht.

Ich dachte weiter nach, über meine Phantasien und ihre möglichen Kosequenzen. Ist es mir möglich, Sex mit Menschen zu haben, die mich nicht reizen, nur für den Moment? Bin ich ein Produkt der Wegwerfgesellschaft? Ich habe gerne Sex, und ich finde Sex am besten, wenn ich mich dem Menschen hingeben kann, der mich sehr gut kennt, dem ich vertraue. Dann habe ich tatsächliche minutenlange Orgasmen und bin danach im wahrsten Sinne des Wortes ausgelutscht. Dennoch verspürte ich in meiner selbst gewählten Einsamkeit den Wunsch, mir diesen jungen Mann zu nehmen.

Ich stand auf und verabschiedete mich mit einem Nicken. Auf dem Weg zum Fahrstuhl holte er mich ein.

„Warte auf mich. Wie geil bist du denn?“ Ich blickte in leuchtende Augen. „Wollen wir ficken? Zu dir? Zu mir? Ich hab echt Bock, Lust auf dich. Du bist echt geil.“

„Welche Zimmernummer hast du?“

Anstatt zu antworten, presste er hervor: „Ich bin schon ganz heiß. Hier, fass mal an. Du geile Sau!“ Sprach’s und rieb sich über den Schritt. Fasste mich an meine Brust, besitzergreifend, wie mir schien.

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Ich sah ihn an und sagte: „Ich erzähle dir, was ich mit dir vorhabe. Ich knie vor dir nieder, deine Hose hängt in den Kniekehlen, deine Arschbacken halte ich umfasst und schlage meine Fingernägel hinein. Tief schiebe ich mir deinen Schwanz in den Mund, und während du stöhnst und die Augen schließt, wächst dein Schwanz in meinen Mund an. Weißt du warum? Weil ich das so will. Es dauerte nicht lang, und du spritzt alles in mich, spannst dabei deinen Arsch an. Ich schlucke nicht, sondern schiebe dir alles in deinen Mund. Danach gehe ich in mein Zimmer, wasche mich und stecke mir die Finger in die Muschi, reibe mich zum Höhepunkt. Das ist die ganze Phantasie.“

Seine Augen quollen über: „Das, das will ich auch.“

Pling – der Fahrstuhl. Die Türen öffneten sich. Ich trat hinein.

„Nein, du willst ficken. Du willst mich besitzen. Und das, mein Lieber, will ich nicht. Adieu!“

Die Türen schlossen sich.

Das Ende vom Lied war, dass der Typ mich für den Rest meines Aufenthaltes hart nervte. Dabei wollte ich doch nur eins: Einfach nur einem fremden Mann einen blasen und es mir dann entspannt selber machen. Manchmal sollten Phantasien einfach nur Phantasien bleiben. Oder?

Ich habe Hunger, ich esse. Ich habe Durst, ich trinke. Ich habe Lust auf einen Blowjob, ich blase. Nicht. Denn hier kommt der unberechenbare Faktor „der andere Mensch“ hinzu. Und der hat, anders als ein Brötchen oder ein Glas abgestandene Apfelschorle, Gefühle und Meinungen, Gelüste und Wünsche, die als Unbekannte mit einbezogen werden müssen.

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Ich frage mich nicht, ob mein Verlangen, meine Phantasien in die Tat umzusetzen, moralisch verwerflich ist, das überlasse ich anderen. Sondern ich frage mich, ob es auch anderen so geht: Ob sie den Wunsch verspüren, sich von dem Typen am Nachbartisch lecken zu lassen, der netten Bedienung in die Möpse zu kneifen und an ihren Nippeln zu spielen oder aber der entzückenden Chefin den Arsch zu versohlen. Und ob auch sie versucht sind, die Phantasien in ihren Köpfen Realität werden zu lassen. Ich frage mich: Warum es denen, die in unseren Phantasien die Hauptrollen spielen, nicht auch mal sagen?

Erst im Fahrstuhl wurde mir klar, dass ich den jungen Mann mit meinem Blowjob-Wunsch heillos überfordert hatte. Ich bin mit mir und meiner Sexualität und meinen Phantasien sehr im Reinen, ich weiß, was ich will, wie ich es will und dass ich es will. Doch das wissen leider immer noch viel zu wenige und legen sich selbst moralische, gesellschaftliche, religiöse Fesseln an. Ich plädiere nicht fürs Rudelbumsen, wohl aber für mehr Offenheit, gepaart mit Freundlichkeit, wenn man ficken will.

Wie steht ihr dazu? Habt ihr euch schon mal selbst dabei überrascht, sofort und spontan mit einem Menschen Sex haben zu wollen, ganz unverbindlich und definitiv einmalig? Habt ihr den Phantasie Taten folgen lassen? Und weiter gefragt: Wenn ja, habt ihr es tatsächlich getan? Oder was hielt euch davon ab, es zu tun?

Alle Fotos (3): Ika Fan
Hier findet ihr Ika Fan bei Facebook, und das ist ihr Tumblr.

12 Comments

  1. Lausbub

    25. November 2016 at 16:41

    Ganz erfrischend! Ich kann das gut verstehen, dass einem plötzlich die Lust auf einen Fremden überkommt. Auch, dass es dann genau so abläuft wie man sich das vorstellt. Mir passiert das immer wieder – aber ausgelebt habe ich es noch nie!

    Mir als Mann ist das auch schon passiert, dass eine Frau einfach kam und wollte – nicht grad so direkt aber ziemlich direkt. Vor lauter Schreck habe ich dann eine Ausrede vorgebracht und es kam nicht dazu! Doof – nicht?

    Schade eigentlich, sind wir in solchen Dingen so schüchtern. Man sagt auch, wenn man Lust auf einen Kaffee oder einen feinen Dessert hat. Nur leider würde die umgekehrte Geschichte (auch) keinen guten Ausgang nehmen. Man(n) müsste wohl mit erheblichen Umtrieben rechnen.

    Aber danke für die lustige und erfrischende Geschichte!

  2. Romy

    5. Juli 2016 at 7:51

    Aaah, that just happened: ich sitze im Bus, vor mir ein wirklich langweiliger Mittdreißiger. Allerdings hat er ganz reizende, einzelne graue Haare im Nacken, die sich zwischen den restlichen schwarzen verstecken,und ich Denke kurz drüber nach, da mal mit den Fingerspitzen drüber zu fahren. Out of the blue. Manchmal ist die Libido echt ein Arschloch ^^

  3. Pingback: „Schwänze müssen stinken“ – Jungs und Genitalhygiene - Mimi&Käthe

  4. Pingback: Pussys, die nach Kirschblüten duften oder: So geht Intimhygiene - Mimi&Käthe

  5. Schlapphut

    26. April 2016 at 18:00

    Ich habe ebenso viel Verständnis dafür, dass er statt Blowjob einen Fick haben wollte, wie ich es verstehe, dass Du keinen Fick, sondern einen Blowjob wolltest. Verschiedene Interessen, keine Übereinkunft. Warum ihm deshalb moralische, gesellschaftliche, religiöse Fesseln anliegen, kann ich schwer erkennen.

    Ich hätte übrigens ähnlich wie der Typ reagiert. Ich lass mir von einer Wildfremden nicht sagen, wie ich zu funktionieren habe. Da möchte ich schon noch mitbestimmen. Viceversa

  6. TurnThePage

    23. April 2016 at 16:10

    Also, aus meiner Sicht macht es einen riesengroßen Unterschied ob eine Frau ihrer Fantasie nachgeht und einem fremden pummeligen Typ ins Ohr flüstert, dass sie einen blasen will. Dieselbe Situation aber anders herum führt selten zum gewünschten Erfolg. Ich habe keine Probleme in so einer Situation als Mann einer fremden Frau ins Ohr zu flüstern ich würde ihr gerne die Muschi lecken. Die Reaktion kann sich jeder hier ausdenken. Eine gepfiffen zu bekommen wäre das harmloseste. Man (n) kann im schlimmsten Fall angezeigt werden. Kein Mann dieser Welt würde eine Frau anzeigen, die ihm ins Ohr flüstert sie will mit ihm ficken oder sonst aß tu weil er gerade Teil der eigenen Fantasie ist. Die Frau muss nicht einmal Model mäßig aussehen. Viele viele Frauen würden aber ganz das tun. Und es es ist etwas anders ob Frau einen Typ anspricht oder dieselbe Frau vom selben Typen angesprochen wird.
    Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in Deutschland leben und vieles was mit Sex zu tun hat gesetzlich reguliert wird. Wir zeigen mit unserem Finger auf anderen Ländern. Hier ist schon sexueller Belästigung einer Frau ins Dekolleté zu gucken geschweige denn ihr zu sagen, dass sie gerade die Aktrice der eigenen Fantasien ist.
    Schade eigentlich. Da ich genauso wie Du mit mir und meinem Körper und meiner Sexualität im Reinen bin. Der einzige Unterschied:ich bin ein Mann.
    Ich glaube ich rede hier auch stellvertretend für viele Männer, die ganauso wie ich kein Problem damit haben Frauen auf respektvoller Art direkt anzusprechen.
    Das Risiko in so einem Fall mit dem Gesetz zu tun zu haben ist bei uns Männern einfach größer.
    P.S.
    Trotzdem lasse ich es oft darauf ankommen:-)

    • TurnThePage

      23. April 2016 at 16:17

      Die Orthographie-Fehler bitte ich zu entschuldigen. Da ich mit dEM Smartphone geschrieben habe und vieles automatisch korrigiert wird oder auch manche Buchstaben im Eifer des „Gefechts“ einfach der eigenen Korrektur zum Opfer fallen:-).
      Die Moderation kann dies vor dem Veröffentlichen korrigieren:-):-).
      Mir sind die Fehler beim lesen nach dem Versenden aufgefallen.

    • Rheintochter Esme

      23. April 2016 at 19:44

      Lustig, die Debatte hatte ich gestern mit meinem Mann, und wir sind dabei rausgekommen, dass die „Objektifizierung“ eines Menschen, völlig gleichgültig, ob Mann oder Frau als Akteur oder „Opfer“ (sorry, mir fällt gerade kein besseres Wort ein – Ihr wisst schon, was ich mein‘!), also jedenfalls völlig egal, wer nun wem was wann sagt, dass jedenfalls allein schon das zum-Objekt-Machen eines anderen Menschen als sexuelle Belästigung gewertet werden kann.
      Stimmt zwar schon, dass sich Männer in der Statistik häufiger mit dem Vorwurf der Belästigung konfrontiert sehen (ob das nun richtig so ist oder nicht, will ich gar nicht diskutieren, das schweift zu sehr ab), aber andersherum ist es doch exakt dasselbe! Und es gibt tatsächlich auch Männer, die sich von der im Text genannten Episode ganz schön belästigt fühlen würden. JA, gibt es. Glaubt es mir einfach.
      Fiel mir nur ganz spontan noch ein.

  7. Rheintochter Esme

    22. April 2016 at 13:14

    Es tut mir fast schon leid, hier meinen inneren „Captain Obvious“ zur Sprache kommen zu lassen, aber Du hast es ja bereits selbst erkannt. Und mit „es“ meine ich sowohl das Problem und dessen Ursachen. Aber gehen wir es doch nochmal durch:
    – Du bist mit Dir, Deiner Sexualität, Deinem Verlangen und quasi allem im Reinen. Meinen aufrichtigen Glückwunsch, das kann nämlich kaum jemand von sich behaupten (absolut ironiefrei!). Das ist wundervoll und ich gestehe, dass ich Dich darum beneide.
    – Eben WEIL Du in dieser Hinsicht eine Ausnahme bist, entsteht der Konflikt, den Du erlebt hast. Dazu kommt auch noch die Tatsache (von Mimi & Käthe auch hier schon an anderen Stellen thematisiert), dass leider immer noch viel zu viele Menschen unter Sex und besonders dem offenen Umgang damit etwas anstössiges verbinden und meinen, nur, weil eine Person offen mit ihrer Sexualität umgeht, sei sie gleich ein lebendiges Spielzeug zum eigenen Vergnügen. Stichwort no respect for sex workers und so, nichwa.
    -Beides zusammen kombiniert meine Antwort auf Deine (vielleicht gar rhetorisch gemeinte?) Frage: Kannst / Darfst Du den „Objekten“ Deiner Phantasien sagen, was Sache ist? NATÜRLICH! Aber Du wirst leider damit leben müssen, dass Dir in den meisten Fällen entweder solche Sodbrenner wie in Deinem Erlebnis zustossen oder andere sich vielleicht verschreckt / überfallen fühlen und entsprechend ablehnend reagieren werden.

    Das ist traurig, schade, ärgerlich und verdammt unnötig, keine Frage. Aber leider isses so. Solange die viel zitierte „breite Masse“ so verstockt mit Sexualität umgeht, werden Dir leider viel zu viele anstandslose Vollhonks oder oberprüde Mimosen über den Weg laufen. Wenn Du damit auch noch so toll umgehen kannst wie mit Dir selbst, dann kann ich Dir nur von Herzen alles Gute und viel Spaß beim Phanasienteilen wünschen.

    Alles Gute wünsch ich Dir sowieso. Mit ganz viel Liebe vom Rhein!

  8. Eri

    21. April 2016 at 13:38

    Also erst einmal bleibt wohl zu erwähnen, dass ich zwischendurch herzlich lachen musste. Schön für das frigide-Ich. ;)
    Zum Thema – ich für meinen Teil wäre EXTREM geschockt, wenn ein Fremder mir gegenüber derart offen wäre. Vermutlich sogar schwer beleidigt und würde ruppig reagieren. Unhöflich würde ich es nennen, invasiv und anmaßend. Allerdings, würde jetzt ein Typ, den ich den ganzen Abend über schon anschiele, zu mir kommen und derart dreist seine Vorstellungen äußern, würde ich vermutlich zerlaufen wie Wachs. Vielleicht ist der Unterschied eine gewisse Antizipation, die entweder funktioniert oder eben völlig fehlt. Ich finde es mega, wenn jemand so lässig mit seiner Lust umgeht. Aber mit dem armen Jungen hab ich schon Mitleid, der hat bestimmt die Welt nicht mehr verstanden. ;)

  9. Münsterländer

    21. April 2016 at 10:28

    Ich selbst habe zwar Fantasien, mit mir unbekannten Frauen, aber ich würde mich nie trauen diese Damen direkt darauf anzusprechen.
    Dafür bin ich einfach zu schüchtern und ich hätte viel zu viel Angst davor, dass ich als Perversling abgestempelt würde oder eine Backpfeife kassieren würde oä..
    Ob es Frauen da einfacher hätten kann ich nicht so recht sagen, ein Mann würde zumindest keine Szene machen, aber eine seriöse Einschätzung darüber kann ich auch nicht treffen.
    Wenn ich besagter junger Mann gewesen wäre, dann wäre ich wahrscheinlich heillos überfordert gewesen und würde wahrscheinlich denken, dass Du mich verarschen wollen würdest/überfallen oä.
    Diese Situation wäre für mich einfach komplett surreal, mag vielleicht daran liegen, dass ich sehr erfolglos bin, was die Damenwelt angeht.
    Zu besagter Fantasie, kann ich nachvollziehen, dass er mehr will.
    Ich selbst wäre auch etwas enttäuscht, denn ich gebe es offen zu, wenn ich mit einer Frau intim werde, will ich sie haben.
    Denn für mich gibt es nichts schöneres als eine nackte Frau – da können Ayer’s Rock, die Niagarafälle usw. einpacken, die sind im Vergleich Kindergeburtstag.
    Du hast jedenfalls meinen größten Respekt für Dein Selbstvertrauen und Deine Offenheit.

  10. JudgeDark

    20. April 2016 at 19:27

    Erstmal danke für den Text und den Denkanstoss.
    Ist jedenfalls eine sehr interessante Geschichte und ich muss zugeben, ich weiß nicht wie ich an Stelle des blassen, pummeligen Manns reagiert hätte … aber sind wir ehrlich, Männer sind da denke ich meist doch sehr eindimensional und gleich gedanklich beim Rein-Raus-Spiel! Und ich denke viele Männer denken gar nicht so weit, dass es eben um eine spezielle Fantasie geht sondern vielmehr um eine Anmache, die im Rein-Raus-Spiel endet. Man muss da aber auch ehrlich sein … so eine Situation will auch erstmal richtig bewertet werden, ist nicht ganz so einfach (Überforderung trifft es wohl ganz gut).

    Bei Männern ist das so ne Sache. Ich glaube es gibt da die Typen, die eben keine Fantasien haben sondern gleich „mit der Tür ins Haus fallen“, sofern es die Situation gebietet (manchmal auch wenn nicht). Dann gibt es viele, die Fantasien haben, diese aber höchst selten ausleben, es bleiben Fantasien. So ein Mittelding ist denke ich selten, wobei das Leben ja eh nicht nur aus schwarz und weiß besteht, sondern vielmehr aus verschiedensten Grauschattierungen.

    Ich denke seine Fantasien so offen dem anderen Menschen zu sagen erfordert viel viel Mut und den haben sehr wenige. Aber auch sich darauf einzulassen erfordert diesen Mut und es wird glaube ich sehr selten vorkommen, dass zwei Mutige aufeinandertreffen, zumindest in genau dieser Konstellation, wo der einem dem anderen spontan seine Fantasie ins Gesicht sagt. Viel hat mit den von Artie genannten Fesseln zu tun, die eben den Mut noch ein wenig kleiner werden lassen. Es hat aber auch mit der eigenen Einstellung zur Sexualität zu tun und wie man zu sich selber steht und sich selber sieht. Ist man wie Artie mit sich im Reinen, dann fällt es einem sicher leichter, als wenn man das eben nicht ist.

    Ich selber würde nicht leugnen, dass man mal die eine oder andere Fantasie mit anderen Menschen gehabt hat, aber ich für meinen Teil habe diese noch nicht derartig ausgelebt, ich denke auch aufgrund der genannten Fesseln. Da ist man dann doch mutlos und will sich auch keinen Abholen (sei es verbal oder körperlich). Vielleicht bin ich hier auch einfach zu spießig und unterschätze die Bereitschaft anderer Menschen zu spontanen Abenteuern. Wer weiß das schon, vielleicht muss ich es doch mal ausprobieren … !

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