Von Paris bis Britney ‘07: Sebastian by Melanie Ziggel

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Ein Text von Mimi Erhardt.

Sebastian ist 23 und lebt seit knapp vier Jahren in Berlin. Er studiert Online-Journalismus und arbeitet als freier Redakteur bei einer großen deutschen Zeitung. Sebastian interessiert sich für Mode, ist verliebt in Vivienne Westwood, regelmäßig im Museum für Fotografie anzutreffen und lässt ungern eine gute Party aus. Davon abgesehen bin ich heimlich verknallt in ihn. Und wie ich das so mache, wenn ich verknallt bin, fragte ich auch Sebastian, ob er nicht Lust hätte, sich für Mimi&Käthe fotografieren zu lassen. Er sagte „Ja“, ich sagte „Geil“, alle glücklich :) Und ein paar Fragen stellte ich dem schönen Jungen außerdem.

Mimi: Du liebst Paris Hilton, wie ich aus verlässlicher Quelle weiß. Warum liebst du sie? Was gibt sie der Gesellschaft, was gibt sie dir? Und vor allem: Ist sie dein Vorbild im Cute-Sein? ❤

Sebastian: Paris Hilton ist eine Ikone, die die Selbstinszenierung perfektioniert hat. Mit ihrer Sodastream-Kampagne hat sie gezeigt, dass sie sich selbst nicht so ernst nimmt. Außerdem wurde sie mit einem Porno berühmt. Das ist doch ein toller Bruch für eine Tochter aus reichem Hause. Beim Thema Cute-sein kommt mir komischerweise eine kahlköpfige Britney Spears in den Kopf. 2007 war sie einfach … real. Eine Frau am Tiefpunkt. Kein Popstar-Image, keine Fassade – nur die harte, traurige Realität. Ich habe das Gefühl, dass die Leute sich immer mehr hinter Mauern verstecken und etwas präsentieren, das nicht der Realität entspricht. Das war damals die wahre Britney, der zerbrochene Popstar. Und Paris – naja, sie ist einfach eine Hilton und ‘ne geile Sau!

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Mimi: Mode ist dein Ding. Was ist guter Stil für dich? Und was ist daneben?

Sebastian: Ich entwickle mich ständig weiter und bin gefühlt alle paar Woche eine neue Person. Das zeigt sich auch äußerlich. Mode ist ein Ausdruck meiner Persönlichkeit, wie ich mich fühle und wer ich tatsächlich bin. Mode kann auch als Schutzmantel funktionieren und eben als Mauer. Ich finde ein gutes Stilempfinden sehr wichtig, vielleicht weil ich vom Sternzeichen Waage bin. Mode ist einfach schön. Da kann jeder seinen ganz eigenen Stil haben. Ich breche mittlerweile gerne Grenzen, provoziere und falle aus dem Raster. Vor ein paar Monaten war das noch eher Prada-Gürtel, schwarzer Rollkragen und Wollmantel. Guter Stil ist für mich, wenn jemand authentisch ist. Und wenn man sieht, dass sich jemand in seiner Kleidung wohl fühlt. Was für mich gar nicht geht: Polyester und Fake-Designer-Teile!

Mimi: Auf Mimi&Käthe geht es oft darum, sich selbst zu akzeptieren, zu finden. War das für dich je ein Thema?

Sebastian: Das ist gerade ein sehr großes Thema für mich. Ich hatte keine leichte Kindheit und trage immer noch eine gewisse Last auf meinen Schultern. In den letzten zwei Jahren habe ich mich selbst etwas verloren – quasi die Essenz meiner Person. Ich wollte unbedingt gemocht werden und habe mich verbogen bis zum Geht-nicht-mehr. Dass das nicht der richtige Weg ist, wurde mir erst vor kurzer Zeit klar. Ich war so unglücklich, habe die falschen Menschen kennengelernt und fühlte mich so leer. Gerade bin ich wieder auf einem guten Weg und fühle mich „real“ und authentisch. Auch wenn ich damit anecke. Man muss akzeptieren, dass einen Ecken und Kanten liebenswert machen – nicht die glatte Oberfläche!

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Mimi: Hast du gerade ein favourite Playlist auf Spotify? Und wenn ja: Was läuft und wie heißt sie?

Sebastian: Ich höre tatsächlich gar keine Playlists! Ich glaube, es gibt auch keine Playlist, die meinem Geschmack entsprechen würde. Bei mir kommen Jeanette Biedermann, AC/DC, Britney, Mariah, Tyga, Glashaus und noch viele mehr zusammen. Das kommt immer auf meine Laune und Gefühlsverfassung an. Seit zwei Jahren höre ich ständig „Breakdown“ von Mariah Carey und Bone-Thungs-N-Harmony. Der Text und das Video passen zu meinem Leben: Es ist eine Art Show. Nach außen soll man funktionieren, obwohl es innen ganz anders aussieht. Das kann man aber nicht zeigen, weil man nicht nochmal verletzt werden möchte und das Gefühl hat, dass niemand zu nah kommen darf. Mal schauen, wie lange das Lied noch bei mir laufen wird …

Fotos: Melanie Ziggel // Melanie Ziggel auf Facebook

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