Micaela Schäfer und ihr uncool-cooles Buch ♥

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Wenn es um coole Hobbys geht, verstecke ich mich gern. Ich hab‘ nämlich keine. Denn als die Bereitschaft verteilt wurde, seine Freizeit durch das Gucken historischer Dokus, fetzige Sportarten oder die Teilnahme im Neuköllner Debattierclub e.V. aufzuwerten, habe ich vermutlich gerade „Frauentausch“ geglotzt oder stand mal wieder minutenlang im Kühlschrank und fand die Butter hübsch. Ich bin der uncoolste Mensch der Welt, und ich liebe die uncoolsten Dinge der Welt. So wie Micaela Schäfer – die ist dank reger Teilnahme im Trash-TV-Promi-Zirkus sogar offiziell uncool und dank diverser Einbauten ja auch ein bisschen ein Ding. Aber so ein schönes! Ein bisschen schön fand ich auch ihr Buch „Lieber nackt als gar keine Masche“. Das ist so weit entfernt von guter Literatur wie ich vom Hip-Sein und gerade deshalb ganz reizend, auf eine unbeholfene, tapsige Art und Weise, wie ein neugeborenes Füllen, das auf viel zu langen Beinen einen stolzen Schritt macht und dann doch wieder auf die kleine Fohlenschnauze fällt.

Micaela Schäfer schreibt jetzt auch

Micaela Schäfer schreibt jetzt auch – „Lieber nackt als gar keine Masche“, so der Titel ihres Buchs.

In ihrem Buch erzählt Micaela Schäfer (nun, wohl eher ihr Ghostwriter) über ihren krummen Werdegang, davon, wie sie, das – laut eigener Aussage – unansehnliche dürre Kind mit der großen Nase zu Deutschlands Soft-Erotik-Sternchen Nummer eins wurde. Sie erzählt davon, wie blöde es sich anfühlte, neben den coolen Schulhof-Miezen zu stehen und nicht beachtet zu werden, dass sie schon mit 16 Jahren zum ersten Mal ihr Näschen richten ließ und sie früh erkannte, niemals an die Über-Perfektion von Models wie Karolina Kurkova heranzureichen. Und dass sie sich deshalb einen Plan B einfallen ließ, um an ihr Ziel zu kommen – die Welt der roten Teppiche, Scheinwerfer und Schampus schlürfenden Menschen.

Micaela Schäfer, die im echten Leben ein zuckersüßes Mädchen ist, wie sowohl ich als auch Freundin und Mit-Autorin Kate Moskau bereits feststellen durften, erzählt viele Dinge, die ans Herz gehen. Uns uncoolen Horsten wenigstens. Wenn sie schreibt, dass ihre Teilnahme bei GNTM 2006 ihr das Gefühl vermittelte, fett und billig zu sein, dann fühlen alle Mädchen, die Frittiertes und Butt-Selfies lieben, mit ihr. Dass ihre Probe-Aufnahmen für das Tittenblatt „Penthouse“ ihren Rausschmiss bei der Wahl zur „Miss Germany“ nach sich zogen, macht Micaela Schäfer nur noch mehr zu einer von uns. Uncoole Vollhorst-Mädchen dieses Planeten, unite!

Sexy Vollhorst-Mädchen: Micaela Schäfer <3

Sexy Vollhorst-Mädchen: Micaela Schäfer <3

Weil aber Micaela Schäfer nicht in erster Linie dafür bekannt ist, eine kleine Loser-Zuckerpuppe zu sein, sondern vor allem dafür, mit ihren Hupen und ihrem Nackigsein die Gemüter des Landes zu erregen, wurde natürlich auch ordentlich Sex ins Buch geschnürt. Würde Frau Schäfer die Namen ihrer prominenten Liebhaber nennen, hätten die sexy Parts auch mir Spaß gemacht. So sind es leider nur Geschichten über halbgare sexuelle Begegnungen, die jeder geschlechtsreife Dorfjugendliche bereits mit 15 ¾ zum Besten geben kann.

Dennoch – wenn ihr auf der Suche nach einer leichten und uncoolen Lektüre seid, euch ein sprachlich eher niedrig angesetztes Niveau kein Unbehagen bereitet und ihr schon immer mal wissen wolltet, wie Micaela Schäfer vor ihrem Tuning-Marathon aussah, empfehle ich euch dieses Buch. Von ganzem uncoolen Herzen <3

Micaela Schäfer: „Lieber nackt als gar keine Masche“
ISBN: 978-3-453-60310-3
Heyne Verlag
9,99 Euro

Hier gibt’s den Schinken zu bestellen!

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