Mia Khalifa und die Kopftuch-Revolte

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Was ist eigentlich mutig? So richtig mutig, meine ich. Mit null Französisch-Kenntnissen und einem Speiseeis-Fachmann-Diplom – wie neulich tatsächlich bei VOX gesehen – nach Martinique auswandern, um dort am Strand gutes, deutsches Speiseeis zu verticken? Und das, obwohl du nicht mal Himbeer-Vanille von Schlumpf-Salami-Hack unterscheiden kannst? Nein, das ist nicht mutig, das ist so Banane, dass du verkloppt gehörst. Fangen wir klein an. Für mich bedeutet Mut, ohne Schminke und Notfall-Sonnenbrille das Haus zu verlassen. Oder im Restaurant mal was anderes zu bestellen als Steak. Aber auch, wenn ich diese Dinge als außerordentliche Mutproben betrachte, sind sie doch nichts im Vergleich zu dem, was Mia Khalifa gemacht hat.

Mia Khalifa (21) ist ein im Libanon geborenes und im US-Staat Miami lebendes All American Fräuleinwunder. Ein Fräuleinwunder, das den Mut hatte, für die Porn Site Bangbros einen Pornoclip zu drehen, in dem sie und ein anderes Mädchen beim Dreier mit einem Typen zu sehen sind. Der skandalöse Clou – beide Mädchen tragen einen Hidschab, die Kopfbedeckung islamischer Frauen.

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Pheww, Mia Khalifa macht was her, auch ohne Kopftuch! Foto: Screenshot/Twitter.com/MiaKhalifa

Uiuiui! Denn auch, wenn der aufgeschlossene Teil der westlichen Welt Mia Khalifa für diesen mutigen Schritt – und natürlich auch für die scharfen Aufnahmen – applaudiert, zog doch die Veröffentlichung des kontrovers diskutierten Sex-Clips auf der Website Pornhub unschöne Folgen nach sich. Obwohl ihre Eltern sie nach christlichem, nicht nach muslimischem Glauben erzogen haben, würden sie nicht mehr mit ihr sprechen, so Mia Khalifa in einem Interview. Das ist schon ganz schon traurig und sehr uncool (schämt euch, Mama und Papa Khalifa!), aber zu allem Übel muss sich die Hübschheit mit den schwarzen Glotzaugen nun auch noch mit Todesdrohungen auseinandersetzen. Von den zahllosen beleidigenden Kommentaren mal abgesehen.

Todesdrohungen finden wir aufgeklärten, liberalen Menschen natürlich alle zutiefst Scheiße, doch lenken einige ein, dass Mia Khalifa den Shitstorm selbst provoziert habe und sich nun bitteschön nicht wundern müsse, wenn ihr eine steife Todesdroh-Brise entgegenschlägt. Es habe sie ja niemand gezwungen, beim Pornodreh den Hidschab, ein Kennzeichen gläubiger Muslima, zu tragen. Khalifa entgegnet auf derartige Einwände, die Szene sei von Anfang an als Satire geplant gewesen. Nun ja. Ich bin mir da unsicher. Zum einen denke ich, dass religiöse Zeichen nicht durch den Porno-Kakao gezogen gehören. Kreuze, Kopftuch und Kippa sind vielen Menschen nun einmal lieb und teuer, und das sollte respektiert werden. Auch den Satire-Gedanken nehme ich dem Mia-Mädchen nicht ab.

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Schmoll ruhig, Zucker. Aber das mit der Satire nehmen wir dir nicht ab! Foto: Screenshot/Twitter.com/MiaKhalifa

Auf der anderen Seite ist Mia ein junges, wildes Kitzelpony, das provozieren und Porno-Rebellin spielen und vielleicht auch so manchen ins Grübeln bringen wollte. Ihr nun zu drohen, man würde sie kalt machen, finde ich da doch hart übertrieben und überaus geschmacklos. Bwäh!

Aber etwas gebracht hat die Sache dennoch: Durch ihren Kopftuch-Porno konnte Mia Khalifa mit bis zu 1.100.000 Aufrufen pro Tag auf Pornhub die bisherige Pornokönigin Lisa Ann vom Thron stoßen und ist mit aktuell 303.000 Twitter Followern, 9.574 Facebook Likes und 424.000 Fans bei Instagram gefragt wie Bolle. Dafür spendier ich doch glatt ’ne Runde Speiseeis.

Hier geht’s zu Mia Khalifas Twitter Seite.

1 Comment

  1. JudgeDark

    24. Januar 2015 at 0:25

    Hehe … den deutschen Eis-Honk hab ich auch gesehen, was ein Vollhorst, ganz ehrlich.

    Aber es geht ja um die Sache mit dem Kopftuch. Wenn ich ehrlich bin, dann finde ich die Sache nicht so dolle, sowas muss, gerade zu dieser Zeit, nicht sein. Und mal ehrlich, wer will ne politische Botschaft in nem Porno sehen?! Allerdings ist es auch albern darauf mit Morddrohungen zu reagieren … aber auch das ist leider so, mit gesundem Menschenverstand darf man da nicht ran gehen.

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