Masturbation Porn: Mädchen-Onanie geht anders!

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„Meine Hobbys? Bodenturnen, das Training für meinen ersten Halbmarathon, vegane Rezepte nachkochen, Katzenbaby-Videos anschauen und Hochleistungs Masturbation. In der Reihenfolge.“

So stelle ich mir die Freizeit der Frau vor, die ich just in diesem Moment auf meinem Smartphone-Display beobachte. Die Frau ist allein. Sie schreit, sie stöhnt, sie wimmert, sagt immer wieder „Oaaaahhjössjössjössjösshmmmmjoaaaaaahh!“, beißt sich auf die Lippen, wirft den Kopf in den Nacken und ihren Unterleib rhythmisch auf und ab.

Hilf der Frau doch jemand, das ist ja nicht mitanzusehen! Hat denn niemand einen rettenden Penis am Start?

Nein. Die Tante will keine Hilfe und schon gar keinen Penis. Denn das, was wir uns gerade zu Gemüte führen, ist ein so genannter Masturbation Porn. Ein Pornoclip, dessen Handlung daraus besteht, dass eine hübsche Trulla es sich selbst besorgt.

In ihrer rechten Hand hält Masturbation Mandy einen Magic Wand, den Vibrator, dem die Frauen vertrauen, und fährt damit über ihre Musch, über Schamlippen und Klit, bis der Körperteil unterhalb ihres Bauchnabels ein einziges Zucken ist. Dann wirft sie den Magic Wand beiseite (ciao, kleiner Kumpel!) und sich selbst vor den keck hervor ragenden Penis-Part einer Fuckmachine, einer Art Spezial-Masturbations-Gerätschaft. Sie rammt sich den phallischen Freund in ihr Allerheiligstes, als gäb’s kein Morgen mehr, zwischen den Stößen feuert Masturbation Mandy ein Stöhn-Feuerwerk oberster Kajüte ab.

Uh, was macht sie nun? Unsere Heldin entkorkt sich spontan vorderseitig, begibt sich auf alle Viere, wiggelt mit dem Po in Richtung Zuschauer und lässt einen Monster Vibrator geschmeidig durch die Backdoor verschwinden. Masturbation Mandys Stöhnen verändert sich, wird von einem kieksigen Staccato zu einem verheißungsvollen Crescendo, schwillt an wie mein imaginärer Penis und entlädt sich schließlich in einem Schrei, so laut, dass ich vor Schreck die Lautstärke des Clips auf ein Minimum herunterfahre. Masturbation Mandy ist inzwischen zusammengebrochen. Hat sie sich etwa kaputt masturbiert?

Verdammt. Was für ein Schauspiel. So viel Geilheit, so viel Sex. So viel gequirlte Hühnerkacke.

Jungs-Freunde, die ihr auf Masturbation Mandy und ihre wild wichsenden Pornofreundinnen abfahrt – das ist alles gelogen. Frauen masturbieren im echten Leben gar nicht in der Heftigkeit, in der John Rambo einst seine Feinde abknallte. In Echt bouncen wir nicht zehn Minuten auf der Fuckmachine herum, bevor wir uns jubelnd ein Stuhlbein rektal einführen, nebenbei die Salatgurke fürs Abendbrot sauberlutschen und nach genau 47 Sekunden brüllend explodieren.

Richtige Mädchen Masturbation ist sexy, aber lässig.

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Foto: Sarah Bleszynski

Manche von uns stecken sich beim Fernsehgucken die Hand in die Hose und masturbieren easy-peasy nebenbei. Manche machen es sich im Bett mit ihren Lieblingsspielzeugen gemütlich und feiern eine Masturbationsparty. Andere genießen es, wenn der Duschstrahl ihren Hot Spot trifft und sie im Badeschaum zerfließen. Die einen lassen ihr Kopfkino spielen, während bei den anderen eine gute Technik und ein Blick auf Ryan Goslings Antlitz in der neuen InTouch genügt. Masturbation kann in der Mädchenwelt sowohl soft, als auch aggressiv sein. Doch nie, niemals, hat je eine Frau ihr körperliches oder seelisches Wohl für die Selbstbefriedigung riskiert, wie Masturbation Mandy es euch seit Jahren vorgaukelt.

Ich sage das, weil es Männer gibt, die verblüfft sind, wenn ihre Freundin bei der Solonummer viel leiser und subtiler ist, als der herkömmliche Masturbation Porn es die stolzen Onanierkrieger gelehrt hat. Wenn Nina nicht allein durch den Anblick ihres eigenen Arsches im Spiegel kommt und Laura sich locker eine Dreiviertstunde mit sich selbst beschäftigen kann und – anders als Masturbation Mandy – nicht nach sechseinhalb Minuten knallharter Action genauso knallhart kommt.

Porno Sex hat nichts mit der Realität zu tun, Jungs, das gilt auch für Masturbation Porn. Und auch ihr, Mädchen, solltet euch das mit Edding hinter die Miezenohren schreiben. Denn viele Damen fühlen sich von Masturbation Mandy und ihrer krassen Wichs-Performance eingeschüchtert. Vergesst das, Mädchen. Besorgt es euch genauso, wie ihr es gernhabt und so lange ihr es gern habt. Seid so laut oder so leise, wie es sich gut anfühlt, kommt, kommt nicht, was auch immer. Stresst euch nicht.

An die Mädchen, die sich gar nicht erst selbst anfassen wollen, weil Selbstbefriedigung für sie etwas Schmutziges, Verbotenes ist: Sich selbst anzufassen und sich so eine coole Zeit zu machen, ist etwas Gutes, nichts Schlechtes. Wer auch immer euch diesen Mist eingeredet hat, soll dafür als Toast im Höllenfeuer landen. Versucht es mal mit dem Selbst-Anfassen. Fangt langsam an und lernt, euch darüber zu freuen, wenn euer Körper Luftsprünge macht. Und freut euch noch mehr darüber, dass ihr diese Luftsprünge ganz ohne fremde Hilfe bewirken könnt. Super Sex + Unabhängigkeit = gelebter Feminismus à la Mimi&Käthe, hurra!

Vielleicht ist das ja etwas, das wir von Masturbation Mandy lernen können. Dass Selbstbefriedigung mega Bombe sein kann. Dass die geile Nummer mit uns selbst alles andere als bäh ist, so wie man es uns Mädchen noch immer gern eintrichtert. Sondern etwas, das die Jungs verrückt und horny macht und das uns selbst rote Bäckchen, einen krass glücklichen Unterleib und – daraus resultierend – ein zufriedenes Gemüt zaubert. Vielleicht lehrt uns der Anblick von Masturbation Mandy außerdem, wie wir es uns garantiert NICHT selbst besorgen werden. Oder aber wir lassen uns inspirieren und Schatzi mal dabei zusehen, wie das mit der Mädchen Masturbation tatsächlich funktioniert. Und vielleicht, ganz vielleicht, fangen wir heute damit an, endlich für diese wahnsinnig teure Fuckmachine zu sparen.

15 Comments

  1. Pingback: Cameltoe – Vajayjay frisst Hose - Mimi&Käthe

  2. Jason Bourne

    24. April 2015 at 6:19

    den Stress rauszunehmen, das lohnt natürlich immer, und für die Binse: „Jeder, wie er mag!“ Bitte 10 Euro ins Phrasenschwein.
    Erstaunlich, dass solche Banalitäten hier im Publikum auch noch gefeiert werden.
    Wobei- so ganz richtig ist das alles nicht.
    Eure Erfahrung hat ja gezeigt, dass es Männer gibt, die es im Bett drauf haben- und andere eben weniger.
    Und natürlich gibt es Frauen, die abgehen, wie Schmitz‘ Katze, die beim Sex die Fenster IMMER schliessen müssen, die jeden Mann zu Höchstleistungen antörnen, die aus ECHTER LEIDENSCHAFT keine Knutschflecken, sondern Kratzspuren hinterlassen…
    Nur halt nicht IHR.
    Was kein Drama sein muss, schliesslich geht es in Beziehungen ja um die „Inneren Werte“. Ganz im Ernst, auf Dauer und im Alltag…
    Aber welcher Mann will schon Dauer und Alltag.
    Oder welche Frau?

    • Mimi

      Mimi

      24. April 2015 at 8:31

      du hast mitbekommen, dass es hier nicht um den sex zwischen mann und frau geht oder generell zwischen zwei mitspielern? oder um sex im echten Leben überhaupt? habe mir selbst in der tat bislang eher wenige knutschflecken oder kratzer zugefügt, aber dit nur am rande. nochmal lesen, genosse, vielleicht verstehst auch du dann, worum es hier ging. ich drück die daumen❤️aber jeder, wie er mag. und nun schlachte ich das phrasenschwein und trinke einen schnaps auf so viel exakte beobachtungsgabe und noch einen auf den frust, der aus jedem deiner worte spricht :D ich sag’s mal so: hart durchgefallen. cheerio.

  3. Dana

    23. April 2015 at 17:32

    Absolut cool, Mädels!
    Da krieg ich gleich Lust auf mich selbst..kicher!
    Nee, im Ernst: Danke für die junge Sprache in aller Deutlichkeit!
    Weiter so!
    Schön, dass es euch gibt!

  4. kleine Käthe

    22. April 2015 at 19:20

    Großartig!
    Ihr habt soeben einen neuen Fan gewonnen!

  5. JudgeDark

    22. April 2015 at 18:29

    Danke für diesen Artikel, mal wieder in dieser unbeschreiblich lustigen Art, die mich immer wieder „anmacht“.

    Wie zumeist in der Branche wird der Akt, die Tat, was auch immer, überspitzt dargestellt. Wer nun glaubt, dass das die Realität ist, der hat glaube ich echt was falsch gemacht. Ich finde es super, dass ihr das Thema mal so ins rechte Licht rückt, denn schlußendlich profitieren wir Männer davon und ihr Frauen sowieso.
    Auch der Aufruf zum Ausprobieren ist wichtig wie ich finde … denn wenn sich eine Frau selber kennt und das in allen Facetten, dann kann sie auch viel einfacher den jeweiligen Partner (ob männlich oder weiblich) lenken und muss sich nicht auf gut Glück verlassen; ich denke, dass ist bei Frauen wichtiger als bei uns stumpfen Typen. ;)

  6. Frollein Miez

    22. April 2015 at 9:47

    Ich drucke den Text jetzt aus und lege ihn im Büro aus. Nicht, dass sich jetzt alle in Masturbations-Mandys verwandeln, sondern es sich mal alle entspannt selber machen

  7. Jule

    22. April 2015 at 9:27

    Hach schön. Ehrliche Worte über die schönste Nebensache der Welt, die nur einen selbst was angeht. Ganz viel Zuckerguß-Liebe an euch und eure immer wieder wunderbaren Texte! Macht weiter so!

  8. MÖWE

    22. April 2015 at 7:20

    Na klar, und al nächstes wollt‘ ihr mir noch erzählen dass Pizzaboten nicht in 90% der Fälle von zwei nackten Blondinen vernascht werden wenn sie an der Tür klingeln?

  9. Claudia

    22. April 2015 at 1:53

    süß, niedlich, wild, wahr und ganz und gar nicht heimlich. Weiter so, ich mag eure spritzigen Texte. :) *hachmach*

    • Mimi

      Mimi

      22. April 2015 at 1:57

      danke, liebe dame :) <3

  10. katzenliebe

    21. April 2015 at 21:56

    Ein Halleluja auf euch und diesen herrlich ehrlichen und suess schmutzigen Artikel. Verliebt

    • Mimi

      Mimi

      21. April 2015 at 23:06

      danke, fräulein katze:)

  11. Vorstadtprinzessin

    21. April 2015 at 21:13

    hahahahah! Ich Feier den Artikel so sehr! Danke :D

    • Mimi

      Mimi

      21. April 2015 at 21:37

      und ich feier deinen kommentar :) dankeee :) <3

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