„Make Rape Legal“: Fuck off, Vergewaltigungsbefürworter!

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„Make Rape Legal-Aktivisten planen weltweite Treffen für Samstag, den 6. Februar – Frauen, haltet euch aus den Innenstädten fern!“ Diese Ankündiung mit Warnung on top las ich jüngst in meinem Facebook Feed. Ich hielt kurz inne. Vergewaltigungsbefürworter? Treffen? Und ICH soll zu Hause warten, während sich der Make Rape Legal e.V. in aller Ruhe zusammenrotten darf? Danke für den gutgemeinten Rat, dachte ich dann, aber ohne mich. Ich lasse mir doch von frauenverachtenden Hanswürsten nicht befehlen, was ich zu tun und zu lassen habe. In meiner Empörung rief ich meinen Herzensfreund Hans Pørnflake an. „Hans, schreib was über diese Typen, auf dass wir alle aufklären. Ich bin zu aufgeregt!“ Und weil der Hans so ein guter Mann ist, der Frauenhass genauso verachtet wie ich, sagte mein bärtiger Freund: „Klar, Mimsen. Kriegste.“ Lest, was es mit dieser Bewegung auf sich hat, wie der Vergewaltigungs-Guru seine Theorien begründet und warum er und seine Anhänger so bemitleidenswert sind.

Von Hans Pørnflake

Unter normalen Umständen würde ich über einen Menschen wie Daryush Valizadeh, besser bekannt als Roosh V, wenige bis keine Worte verlieren, außer vielleicht, dass er ein gefährlicher und misogyner Mensch ist. Aber da mich die liebevoll-reizende Mimi gefragt hat, ein paar Pørnflake-Worte über den Typen und seine Make Rape Legal-Bewegung zu verlieren, beschäftige ich mich trotz jeden Würgereflexes etwas genauer mit dieser Gestalt und ihrem Geschäft mit dem Frauenhass.

Roosh V hat vor einiger Zeit schon einmal Schlagzeilen gemacht, als er als so genannter Pick-Up-Artist auf Tour gehen wollte, ihm allerdings die Einreise in diverse Länder verwehrt wurde, beziehungsweise verwehrt werden sollte. In seiner „Show“ zeigt er interessierten „Männern“ nicht nur, wie man Frauen so richtig aufreißt, er erklärt ihnen auch gleich, dass man ein „Nein“ nicht so ernst nehmen soll und mit dem nötigen Druck schon jede Frau willig wird. Dabei gerierte sich Roosh V schon seit Längerem als Vorkämpfer der Misogynie und betrachtet sich als „Meninist“, was wohl das Gegenteil von Feminist sein soll. Nicht zufällig spielte er eine wichtige Rolle im so genannten „Gamergate“, ursprünglich eine Bewegung, die sich gegen die zu enge Verbundenheit von Videospiel-Journalismus und weiblichen Mitgliedern der Branche richtete, dann aber relativ schnell zu einem einzigen frauenfeindlichen Idiotenverbund wurde (mehr dazu demnächst).

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Manchmal sagt ein Mittelfinger mehr als 1000 Worte.

Kurz gesagt, der Typ ist, wenigstens in meinen Augen, ein klassisches Arschloch. Kein Wunder also, dass er es ist, der mit seiner Make Rape Legal-Bewegung jetzt fordert, dass Vergewaltigungen legal werden, solange sie auf privaten Grundstücken stattfinden. Auf seiner Seite Return of Kings (auf die wir bewusst nicht verlinken) geht es um das typische Arschloch-Zeug: Flüchtlinge und Einwanderer sind scheiße, Feminismus ist das Übel der Welt, und die Gesellschaft zwingt den Mann, sich der Frau zu unterwerfen. Vergewaltigung ist okay, allerdings nur, wenn sie von weißen Männern verübt wird. Als Roosh V nämlich auf die Übergriffe auf Frauen von Flüchtlingen in Köln reagiert, redet er davon, dass man die Einwanderung kontrollieren sollte, um so etwas zu verhindern. („…instead of re-consider their open-borders policy from the bowels of the Middle East, German politicians told women that they should defend themselves more properly.“)

Natürlich war die Reaktion auf Köln, dass Frauen sich anders verhalten sollten, eine der denkbar schlechtesten, aber selbst darauf kann Roosh V noch einen draufsetzen. Er fordert nämlich schon lange, dass Vergewaltigungen legalisiert werden, damit – aufgepasst – Frauen keine andere Wahl haben, als sich zu schützen und so das richtige Verhalten an den Tag legen, damit sie die Chancen, vergewaltigt zu werden, minimieren können.

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Frauengruppen weltweit drohten den Make Rape Legal Hanswürsten Prügel an, würden sie sich tatsächlich zusammenfinden. Fotos (3): Ika Fan

Diese Forderung und die Logik hinter Make Rape Legal ist so abstrus, dass ich mehrmals nachlesen musste, ob ich auch wirklich alles richtig verstanden habe, oder ob der gute Schluck Macallen Whiskey mir die Sinne vernebelt hat. Nein, der Mann meint es ernst. Und genau das macht ihn so gefährlich. Dass das Ganze keine Satire ist, sieht man auf den ersten Blick, wenn man sich mit Roosh V beschäftigt. Für ihn ist Make Rape Legal sicherlich in erster Linie ein Geschäftsmodell, das sich lohnt, denn Frauenfeindlichkeit steigt proportional zur Emanzipation der Frau. Für viele seiner Gefolgsleute, seien es seine Leser oder Besucher seiner „Shows“, ist es allerdings ein Freifahrtschein, Frauen zu belästigen.

Roosh V ist Vorkämpfer einer breiten, losen Bewegung, die in immer stärkerem Maße ihr Online-Dasein durch Frauenverachtung definiert. Dass die meisten der Männer dieses Verhalten „noch“ nicht nach außen tragen, ist ein großes Glück. Klar ist aber auch, dass diese Männer ihre Frauenfeindlichkeit nicht ewig in ihren eigenen vier Wänden ausleben werden – je mehr Männer es gibt, die so denken wie Roosh V, desto eher fühlen sich seine Gefolgsleute ermutigt, ihren schändlichen Frauenhass auch offen auszuleben. Und das muss um jeden Preis verhindert werden.

Anmerkung von Mimi: Die ursprünglich für den morgigen Samstag geplanten, weltweit anberaumten Make Rape Legal Treffen sind inzwischen übrigens offiziell von Roosh V gecancelt worden. So ließ er verlautbaren, die geplanten Meetups seien abgesagt, da er für die Sicherheit der Männer nicht mehr garantieren könne. Im privaten Rahmen seien die Zusammenkünfte selbstverständlich möglich, doch nichts würde unter seiner Schirmherrschaft stattfinden. Ob das Schwanzeinziehen damit zusammenhängt, dass weltweit Frauengruppen den Make Rape Legal Anhängern Prügel angedroht hatten, sollten sie sich tatsächlich zu ihren Treffen zusammenfinden? Vielleicht. Mehr Infos zum Make Rape Legal-Meeting-Tohuwabohu findet ihr hier.

PS: Frauenhasser, Misogynisten, Vergewaltigungsbefürworter, Roosh V Fans, Pick-Up-Artists, die ihr das lesen solltet – fuck off. Ihr seid in diesem Blog unerwünscht.

Alle Fotos in diesem Post stammen von unserer Fotografin Ika Fan. Besucht sie bei Facebook!

6 Comments

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  3. Alex

    5. Februar 2016 at 23:37

    Diese Entwicklung – UNABHÄNGIG von der Flüchtlingskrise – macht mir schon seit einer Weile ernsthaft Gedanken.
    Danke Mimi & Käthe, dass ihr auf etwas aufmerksam macht, das sonst so in den Medien nicht publik wird.
    Es ist beschämend, dass auch in einem Land wie unserem, das sich so liberal schimpft, die Rolle der Frau in der Gesellschaft so in bedroht ist (z.B. dass Frau selbst an „sowas“ schuld sei).
    Wenn man denkt, es ginge nicht mehr schlimmer, wird noch etwas daraufgesetzt.
    Wer als Mann das „Nein“ einer Frau nicht akzeptiert, wird sich nie eine verdienen.
    Eine Frau hat das Recht, selbst über ihren Körper bestimmen zu dürfen !
    Leider kam es in dieser Woche auch zu sehr unschönen Übergriffen in meiner Heimatstadt, die Karnevalsstimmung ist passé.
    Vergewaltigungen zu legalisieren wäre eine Farçe, vor der ein Rechtstaat und seine Gesellschaft kapitulieren würden.
    Die Frage ist, welche Strafe ist hart genug, um dem entgegenzuwirken ?
    Dass ihr dieses sehr sensible Thema ansprecht, dafür bewundere ich euch sehr ! :)

  4. Metura

    5. Februar 2016 at 19:05

    Gut geschrieben.
    Vergewaltiger sowie deren Befürworter stehen an einer Grenze mit menschen die ihre „Liebe“ an anderen, falschen Lebensformen oder Menschengruppen, ausleben. Und diese sollte man meiner Meinung nach auf diverse Arten mal weichklopfen.
    Unnötiger Mensch dieser Roosh

  5. 's Frollein

    5. Februar 2016 at 18:40

    Make Shooting Rapists Legal-Gruppierung, anyone? Vielleicht haben wir endgültig irgendwas falsch gemacht und irgend ein Plastiktüten-Rest im Trinkwasser macht alle meschugge, aber bei den meisten Meldungen dieser Tage muss man einfach 2, 3mal hinschauen, ob’s nicht doch der Postillion verfasst hat…

  6. JudgeDark

    5. Februar 2016 at 17:45

    Steht das „V“ in Roosh V eigentlich für eine römische Ziffer und stellt die Zahl der Gehirnzellen dar, die dieser Herr Valizadeh im Kopp hat?

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