Liebe dich selbst, dann klappt’s auch mit dem Nächsten

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Mimi&Käthe Autorin Esme van de Slampen ist ein Herz von Menschenkind. Ich muss das wissen, verbindet uns doch seit Jahren eine deepe Online-Freundschaftsliebe. Als wir uns in diesem Sommer zum ersten Mal im echten Leben begegneten, bestätigte sich mein Eindruck – mega Uschi, mega lieb, mega liebevoll, mit einem mega wunderbaren Leben. Als ich Esme nach ihrem Mega-Geheimnis fragte, antwortete sie mir, dass es bei ihr erst so gut liefe, seitdem sie aufgehört habe, andere Menschen aus Prinzip Scheiße zu finden und beschlossen habe, die eigene Unsicherheit durch Liebe zu ersetzen. Liebe zu sich selbst, zu anderen. Peng, da stand die Glückseligkeit auch schon ums Eck. Lest euch diesen Post gut durch und lernt. Liebe <3

Text von Esme van de Slampen

Wer mich innerhalb der letzten fünf bis sechs Jahre kennengelernt hat, weiß, dass ich leichter zu begeistern bin als ein kleines Kind im Süßwarenladen. Auch, dass ich mich unfassbar schnell genauso enorm aufregen und schimpfen kann wie ein Pirat. Vor allem aber wissen die Menschen, die mich kennen, dass ich mit mehr Liebe um mich schmeiße, als Muse insgesamt bei der kompletten Drones-Tour an Konfetti in die Luft geblasen haben. Ja, genau. Mehr.

Wer mich länger als die erwähnten fünf bis sechs Jahre kennt, weiß ebenfalls, dass ich das mit der Liebe lernen musste. Dass ich oft furchtbar mit mir selbst gehadert habe und infolgedessen eins dieser missgünstigen Lästermäuler war, das ausschließlich diejenigen, die zu seinem inneren Kreis gehörten, akzeptierte und bei jedem „Outsider“ etwas zu bemängeln fand. Für diese Zeit schäme ich mich heute, und manchmal weine ich den so verplemperten Jahren nach, die ich so viel schöner hätte verbringen können als mit Neid, Verachtung und Boshaftigkeit. Es tut mir leid, dass ich einer dieser toxischen Menschen war, die versuchen, ihren Mangel an Selbstwertgefühl mit Arroganz zu kompensieren – und daran scheitern. Es tut mir leid, dass ich lange Zeit Missgunst verteilte statt Liebe.

Wenn ich mir unsere Gesellschaft so anschaue, wünsche ich mir, dass noch viel mehr Menschen dieselbe Lektion lernen wie ich. Es wird nicht diskutiert, sondern geschrien und gekeift. Wo ich hinschaue, wird mit Zorn und Verachtung um sich geworfen. Ob auf der großen politischen Bühne, beim Shoppingtrip in der Stadt oder ganz privat. Da sind Menschen in unglücklichen Beziehungen, die einander das Leben lieber zur Hölle machen, als den anderen gehen zu lassen und nach jemandem zu suchen, der ihnen gut tut. Menschen, die ihren „Freunden“ ins Gesicht lächeln, aber keine Sekunde zögern, über einen von ihnen herzuziehen, sobald sie den Raum verlassen. Frauen werden gegen ihren Willen sexualisiert und zu Objekten gemacht, auf vielfältige und abscheuliche Weise.

Ich könnte ewig weitere Beispiele aufzählen, aber ihr wisst, worauf ich hinauswill. Wir haben uns daran gewöhnt, nicht zuletzt dank der Anonymität des Internets, unseren Zorn in die ganze Welt zu schreien. Denn Hassen, vor allem gemeinsames, verbindet. Oder?

Bullshit. Liebt euch lieber. Euch selbst, andere.

Liebe dich selbst3

Meine Idee: Komm doch erstmal mit dir selbst klar. Du weißt nicht, wie das geht? Dann hab‘ ich ein paar Tipps für dich. Finde etwas, das dich glücklich macht. Etwas, nicht jemanden. Ein Hobby, irgendeins, völlig egal, was es ist. Hauptsache, es füllt dein Herz mit Freude, lässt dich deine Sorgen vergessen, und du fühlst dich gut damit. Werde glücklich. Gerne mit mehreren, unterschiedlichen Dingen, Hobbys, neuen Perspektiven. Lerne dich selbst kennen und lieben. Mit allem. Deinen Ecken, Kanten, Narben und Macken, genauso wie mit den Dingen, die du an dir magst. Sei ehrlich zu dir selbst, im Positiven wie im Negativen. Niemand hier ist perfekt – das zeigen uns immer wieder diese gehässigen „So sehen Promis ungeschminkt aus“-Pseudonews in allen erdenklichen Medien. Das einzig Positive, das ich derartigen „Enthüllungen“ abgewinnen kann, wenn ich die Gehässigkeit außen vorlasse, ist die Erkenntnis, dass eben wirklich kein Mensch perfekt ist und es auch nicht sein muss. Ist doch großartig!

Das mit dem Ehrlichsein ist nicht einfach. Weder in die eine, noch in die andere Richtung. Aber du kannst es lernen, so wie ich es gelernt habe. Schritt für Schritt. Wenn du von dir aus etwas verändern möchtest, dann mach es. Lass dich tätowieren, piercen, färb dein Haar, von mir aus lass dich operieren – weil DU es möchtest. Nicht, weil dir andere einreden, du „müsstest“ es tun oder du glaubst, nur mit Veränderungen würdest du akzeptiert werden. Finde deinen Stil, wirf ihn dreimal täglich um, aber sei immer du selbst. Liebe dich selbst dafür, dass eben nur du du bist.

Und auch, wenn es wie das billigste Glückskeksklischee klingt, hat Kant mit seinem kategorischen Imperativ doch einen Punkt: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Das kann man auch mit dem alten Kinderreim „Was du nicht willst, das man dir tu, das füge keinem anderen zu“ übersetzen, und schon haben wir ein super Rezept für den Umgang mit unseren Mitmenschen und nicht zuletzt uns selbst. So schwer ist es doch gar nicht.

Wer sich selbst liebt und mit sich im Reinen ist, kann dann, erst dann, andere lieben. Wenn du zufrieden mit dir und deinem Leben bist, vergällt dir der Neid, der aus Unsicherheit erwächst, auch nicht mehr die Mitfreude für einen anderen Menschen. Dann verschwindet der Wunsch, nach Leuten Ausschau zu halten, die man auslachen oder über die man herziehen kann, damit man sich im Vergleich zwei Sekunden lang „besser“ fühlt. Ein Trugschluss, und eigentlich weißt du das auch.

Du hast dein Leben in der Hand, hast die Freiheit, zu tun und zu lassen, was du willst. Klar, gewisse Notwendigkeiten ergeben sich im Leben: Wenn ich Geld haben möchte, muss ich dafür arbeiten. Das funktioniert auch umgekehrt. Wenn ich mit einer Situation, sagen wir, meinem Job, nicht glücklich bin, sollte ich mir einen anderen Job suchen. Wenn meine Beziehung mich unglücklich macht, bin ich alleine vielleicht besser dran. Ich bin für die Veränderungen in meinem Leben verantwortlich, weil nur ich mein Leben bestimme und steuere.

Liebe dich selbst1

Wer sich selbst lieb hat, schafft das auch mit anderen <3 Fotos (3): Sassashots

Auch die Eifersucht wird bedeutend kleiner, wenn du dich selbst liebst. Das ergibt sich daraus, dass mit genügend Selbstliebe, das heißt aus Vertrauen in dich selbst, auch das Vertrauen in deinen Partner wächst. Wenn ich einen meiner Buddys umarmen will, mache ich das. Wenn ich eine Umarmung brauche, bitte ich um eine, egal wen. Spielt das irgendeine Rolle für meine Ehe? Nein. Mein Mann weiß, dass ich ihn geheiratet habe, weil ich ihn eben dieses eine Quäntchen mehr liebe als meine Mates. Auch, wenn er nicht Matt Bellamy ist. ;)

Was will ich euch mit all dem sagen? Liebt, euch selbst, die Welt, verschleudert Liebe, als gäb’s kein Morgen, und ich verspreche euch, dass ihr glücklich werdet, ob allein, mit euren Freunden, der Familie oder dem Herzmenschen.

8 Comments

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  2. JudgeDark

    14. Juli 2016 at 17:31

    Ein sehr bedeutender Aufruf von unserer Frau van de Slampen … ! Leider ist es nicht immer so einfach dies umzusetzen; wenn da nicht immer diese blöden Emotionen und vielleicht auch der Charakter im Weg wären, sowie andere Menschen, die einen zur Weißglut treiben. Aber wichtig ist es es zu versuchen, denn wer es nicht versucht, der hat gleich verloren.

    • Rheintochter Esme

      14. Juli 2016 at 21:31

      Ich bedanke und verbeuge mich.
      Und ja, die Schwierigkeiten kenne ich nur allzu gut – besonders, da ich selbst nicht gerade mit der größten Geduld gesegnet bin, schon gar nicht mit mir selber. Herzlichen Dank für die Inspiration zu einem weiteren Text, ganz nebenbei bemerkt… :-)
      Aber ich bin d’accord – man ist sich selbst gern im Weg, und es klingt und schreibt sich leichter, als es umzusetzen ist. Leben und so…

      Liebe vom Rhein!

      • JudgeDark

        15. Juli 2016 at 17:03

        1+1 sind ja 4 und mir wird jetzt erst klar, dass Esme vom Rhein und die Fr. van de Slampen …. welch überraschende Wendung! :)

        Bin schon gespannt wozu ich inspiriert habe!

        • Rheintochter Esme

          17. Juli 2016 at 19:38

          Ich bin ja immer noch dieselbe Rheintochter, nur jetzt sogar mit einem Nachnamen. ;-)

  3. Marieleparfum

    14. Juli 2016 at 14:22

    und wieder einmal möchte mein herz, bei so einem wundervollen Text, der erste sein, die einen Luftkuss an die Autorin vergeben möchte. Es tut gut sich die bestätigung auf euren blog zu holen, das man in manchen dingen DOCH richtig liegt und nichts auf das wirklich-wirklich dumme geschwätz, der anderen geben soll. einfach alles vergessen und lieben.liebenlieben.lieben.lieben.lieben.lieben…….

    • Rheintochter Esme

      14. Juli 2016 at 21:27

      Huchnein, jetzt werd‘ ich aber wirklich rot. Vielen Dank für die Blumen! Und immer schön weiter Liebe verteilen. So viel wie geht, ja? Danke!

      Liebe vom Rhein!

      • Marieleparfum

        15. Juli 2016 at 21:12

        aber aber nicht rot werden ;O) JAAAAA natürlich überallhin liebe verteilen, das versprechen halte ich gerne ein. Das ist auch nicht kompliziert, spannend wird es erst dann, wenn wir liebe an jene verteilen, die uns mit dem ausgestreckten „mittelfinger“ begegnen, weil sie uns nicht ausstehen können. Hier kommt die Aufgabe, daraufhin einen „luftkuss“ zu werfen. jene situation hatte ich neulich im auto, weil ich nicht schnell genug reagiert habe. ich werde nie das Gesicht von dem herren vergessen. wie sein eigenes auto hat er geguckt, als ich auf seine Beleidigung mit einem luftkuss reagiert habe. die Leute können meistens garnicht anders, weil sie mit etwas vollkommen anderem gerechnet haben. einfach mal ausprobieren, ABER der luftkess muss vom herzen kommen. :O) also nicht gespielt. schönes Wochenende

        liebe vom Rhein zum Rhein <3 <3

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