Alle auf eine, eine für alle – Laureen Pink über Gangbang

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Alle auf eine, eine für alle – let’s talk about Gangbang. Ein Gangbang ist eine Art Gruppensex, aber nicht so richtig, wenn wir Gruppensex als gemeinschaftliche Koitus-Action definieren, bei der jeder jeden anfummeln darf. Das würde ich beim Gangbang unterlassen. Hier wird nicht innerhalb der Gruppe gefummelt – die Gruppe befummelt stattdessen eine externe Zielperson. Oder anders gesagt: Gangbang ist, wenn eine Mehrheit eine Minderheit durchnudelt. In gängigen pornographischen Werken zu diesem Thema nudelt meist eine Horde Typen eine Dame durch, manchmal auch zwei oder drei.

Wenn alle damit einverstanden sind, wird gebangt, geblowjobt, geschleckt, gespritzt, wieder gebangt, theoretisch natürlich alles safe, entweder mit Kondom oder gültigem Volltest. Für viele überraschend, sollte es beim Gangbang in erster Linie um das körperliche Wohl der Dame gehen, nicht um das der Ficker. Erfahrene Gangbanger und echte Männer mit Anstand wissen das, allen anderen sei es hiermit gesagt: Die Dame ist beim Gangbang keinesfalls stumme Sperma Auffangstation, auch wenn uns die Pornowelt das gerne so vorgaukelt. Frau hat beim Gangbang das letzte Wort – sie bestimmt, wer was mit ihr anstellen darf. Und wenn sie keinen Bock mehr hat, hat sie keinen Bock mehr, Game over, Jungs. So war es bisher bei allen Gangbangs, denen ich als extrem passive, ausschließlich zuschauende (!) Pressevertreterin beiwohnen durfte. Oder – Moment mal – haben die sich alle nur zusammen gerissen, um mir ein hübsches, frauenfreundliches Bild zu vermitteln? Ist doch mehr dran an den Bedenken von Feministinnen und Politik, die gar ein Gangbang-Verbot anstrebt, da sie den Missbrauch von Frauen und generell menschenunwürdige Zustände wittert?

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Gangbang heißt: Die Gang bangt. Am liebsten eine hübsche Uschi. Oder zwei.

Lasst mich die Frage weitergeben – an Laureen Pink, Pornodarstellerin, Deutschlands Gangbang-Expertin No. 1 und Veranstalterin von Gangbang Partys: Sind diese „Events“ tatsächlich so okay für Frauen, wie ich es bisher erlebt habe? Oder hat man mich reingelegt?

Laureen Pink: Wie bei allen Jobs gibt es solche und solche – egal, ob im Handel, bei Behörden oder eben auch bei unseren Dienstleistungen. Im Grunde gebe ich dir aber Recht – die Frau hat beim Gangbang das Sagen, das ist schon richtig beschrieben. Wenn sich einer nicht an die Spielregeln hält, gibt’s eine klare Ansage. Ich kann letztendlich natürlich nur für meine Partys sprechen, aber ich setze grundsätzlich mehr auf Qualität als auf Quantität. Es gibt ja auch Gangbangpartys in unterschiedlichen Preisklassen, aber wenn man(n) Qualität will, ist das halt nicht für 49 Euro zu haben. Außerdem gibt’s auf meinen Partys keinen Alkohol, somit reduziert sich das „Problemlagenrisiko“ gegen 0.

Mimi: Was sagst du zum geplanten Gangbang-Verbot von Politikerseite?

Laureen Pink: Fakt ist, und deshalb bringt mich diese derzeitige politische Diskussion um ein Gangbangverbot auch so auf die Palme: Alle Girls, mit denen ich arbeite, mich selbst eingeschlossen, machen diesen Job freiwillig, selbstbestimmt und weil es uns Spaß macht. Es ist unqualifiziertes Stammtischgefasel von Alice Schwarzer und Co., die meinen, hier würde die Würde der Frau mit Füßen getreten. Natürlich ist auch bei uns Party nicht gleich Party, und man hat auch mal einen weniger guten Tag, aber in welchem Job ist das nicht der Fall? Ihr seid übrigens herzlich eingeladen, auch einmal auf einer meiner Partys dabei zu sein.

Mimi: Wenn ich angezogen bleiben darf und aus sicherer Entfernung zugucken kann, sehr gerne! In Deutschlands Pornoszene bist du bekannt als DIE Gangbang Expertin. Was macht für dich den Reiz eines solchen Gelages aus?

Laureen Pink: Danke für die Blumen! Zunächst einmal muss man Spaß daran haben – allen, die meinen, „Ich mache mal Gangbang und löse damit meine Probleme“, sind auf dem Holzweg. Wer keinen Spaß an dieser Form von Sex hat, sollte die Finger davon lassen. Man kann sich als Frau nicht dauerhaft so verstellen, dass es nicht auch der Gast mitbekommt, und dann war’s das früher oder später – weil keine Gäste mehr kommen. Der Reiz ist für mich, schlichtweg gesagt, die Menge. Dazu dieses „Benutzt-Werden“ im positiven Sinne. Ich mache zum Beispiel auch überhaupt keinen Escort und keine Haus- und Hotelbesuche, weil ich die Partystimmung eines Gangbangs will.

Gangbang-Expertin Laureen Pink <3

Gangbang-Expertin und Pornodarstellerin Laureen Pink <3

Mimi: Wenn ein Mädchen, das nicht in der Porno- oder Swingerszene unterwegs ist, Lust auf einen Gangbang hat – wie stellt sie das an, wo findet sie „Anschluss“, ohne dass der Schuss nach hinten losgeht?

Laureen Pink: Bloß nicht einfach losrammeln! Die Frustgefahr ist viel zu groß und auch das Risiko, die falschen Leute kennenzulernen. Ich rate immer zu erhöhter Vorsicht, wenn jemand mit Sprüchen wie „Du bist der kommende Pornostar“, „Ich bring dich ganz groß raus“ oder „Mach mit mir einen Management-Vertrag“ um die Ecke kommt. Auch, wenn ein Veranstalter eine „Besetzungscouch“ erwähnt, heißt es: Finger weg! Leider bewegen wir uns beim Thema Gangbang oft im Rotlicht-Bereich, und es gibt gewisse Strukturen, Gesetzmäßigkeiten und Regeln, die frau beachten sollte, um nicht bitteres Lehrgeld zahlen zu müssen. Etwas Googlen hilft aber: Es gibt neben unzähligen Regionalveranstaltungen auch einige seriöse Anbieter wie uns, die bundesweit oder gar international arbeiten. Das Girl sollte sich in jedem Fall zunächst Informationen einholen. Wir bieten zum Beispiel immer an, dass ein Mädchen bei ernsthaftem Interesse einmal bei uns zuschauen kann, OHNE etwas zu machen.

Mimi: Natürlich sollte man Kondome beim Gangbang benutzen, aber ganz ehrlich – kann frau tatsächlich den Überblick behalten, wenn zehn Typen an ihr rumschrauben? Was empfiehlst du, damit das Ganze safe abläuft?

Laureen Pink: Das ist eine ganz klare Sache: Alle meine Partys sind safe, gepoppt wird nur mit Gummi. Das ist auch hinreichend bekannt. Und jedes Girl aus der Szene hat den berühmten „Griff“ drauf, um im Zweifelsfall mal eben die Kondom-Situation zu checken, ohne dass es einer der Männer merkt. Wer das Gummi abzieht, fliegt, auch der Versuch ist schon genug. Natürlich kommt das hin und wieder vor, aber auch dabei macht sich die Qualität der Gäste bemerkbar. Wir haben über 60 Prozent Stammgäste, da gibt’s sowas nicht. Die achten schon im eigenen Interesse mit darauf, ob einer krumme Sachen versucht.

Mimi: Wie sollten sich die Herren beim Gangbang verhalten? Gibt es Benimmregeln?

Laureen Pink: (lacht) Benehmen ist Glücksache, und natürlich gibt es auch Pechvögel. Das oberste Gebot lautet: Hygiene! Sollte einer stinken wie ein Puma, wird er – auch mehrfach – unter die Dusche geschickt. Und ein NEIN ist ein NEIN und Punkt. Genauso ist es ein NoGo, einer Frau ohne Vorwarnung einfach ins Gesicht oder in den Mund zu ejakulieren oder den Schwanz einfach so in den Po zu schieben. Außerdem macht nicht jede Frau alles – und nein, man kann eben nicht alles mit dem Eintritt kaufen. Aber auch hier kann ich mich nur wiederholen: Stimmt der Gästemix, reduzieren sich solche Vorkommnisse auf zu vernachlässigende Einzelfälle. Komische Kunden hat man halt in jedem Job der Welt.

Mimi: Entscheidest du spontan, wer dich vögeln darf und bei wem es nur zum Blowjob reicht? Und wie wissen die Jungs, wer wann dran ist und vor allem – wo sie hin spritzen dürfen? Angenommen natürlich, sie haben einen gültigen Test und tragen kein Kondom.

Laureen Pink: Vom Grundsatz her darf jeder vögeln, wenn nichts dagegen spricht. Ich biete Gangbang an, und damit ist das Programm an sich gemeint. Auf die Muschi spritzen ist tabu, Körper überall okay, und wer ins Gesicht oder in den Mund spritzen darf, entscheidet jede Dame für sich. Dabei gibt es weder Verpflichtungen noch Vorgaben, und es ist letztlich auch eine Frage der Sympathie. Wenn nun einige eurer Leserinnen neugierig geworden sind oder Fragen haben, können sie sich gerne bei mir melden. Schreibt mir eine Mail an Laureen@Laureen-Pink.com

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Uh, wildes Gefummel!

Nachtrag von Mimi:
Meine persönliche Meinung zum Thema Gangbang? Ich finde, dass jeder tun und lassen können sollte, worauf sie oder er Lust hat – im Einvernehmen mit der mitspielenden Partei natürlich.

Ich weiß, dass viele Mädchen das Thema Gangbang per se als frauenverachtend betrachten, die Frau als hilfloses Opfer und die Männer als geile Ochsen, denen außer ihrem Vergnügen alles Peng ist. Eure Skepsis verstehe ich, Mädchen. Und wenn für euch persönlich Gangbang ein Unding ist, respektiere ich es selbstverständlich. Aber bitte schließt nicht von euch auf andere.

In vielen Jahren, in denen ich mich nun in der Porno-Szenerie herumtreibe, habe ich viele tolle, starke, selbstbewusste und sehr coole Frauen getroffen, die Bock auf Gangbang hatten, mit allem, was dazu gehört. Mit glibberigen Eiweißduschen, mit fremden Männern, die sie an den intimsten Stellen ihres Körpers berühren, mit dem Gefühl, eben diesen Männern ein Spielzeug zu sein und ja, auch mit dem Gefühl, benutzt zu werden. Für manche Frauen sind Sexspiele dieser Art ein Geschenk. Wer ignoriert oder nicht akzeptieren kann, dass es Menschen gibt, die sexuell anders ticken als wir selbst, ist ein weltfremder Blödi.

Und weil ich niemals so jemand sein will, erhebe ich nun feierlich mein garantiert eiweißfreies Glas Kirschsaft  auf den Gangbang und auf alle, die Bock drauf haben. Und auf alle, die keinen Bock darauf haben. Cheers!

6 Comments

  1. Pingback: Romantic Porn – Analdehnung jetzt auch mit Gefühl? - Mimi&Käthe

  2. JudgeDark

    3. April 2015 at 13:40

    Tolles Statement, tolles Interview … ich finde es gelungen!

    Wenn alles freiwillig und einvernehmlich passiert, dann wüsste ich nicht, wieso man was dagegen haben sollte. Klar kann man viel in diese Szenerie reininterpretieren, wenn man das will. Und diese Schiene, dass das alles Frauenfeindlich ist, halte ich eben für eine sehr verklemmte herangehensweise, bei der es nicht um die Sache ansich geht; hier spricht die „Uli-Stein-Dagegen-Fraktion“, die sich nicht um die Vorlieben und Bedürfnisse der Frauen ansich kümmern, sie auch nicht nachvollziehen können.

    Ich für meinen Teil kann diese feministische Denkweise in vielen Bereichen eh nicht nachvollziehen, ich verstehe das Ziel nicht, welches man verfolgt. Aber das ist ein anderes Thema! Nochmal danke für den Einblick in diese Welt der Sexualität und den wie immer toll geschriebenen Bericht.

    • Mimi

      Mimi

      3. April 2015 at 14:07

      ich danke dir, das freut mich sehr :) vor allem, weil mir natürlich bewusst ist, dass gangbang auch ein sehr heikles thema ist und es viel missbrauch in diesem bereich gibt. aber das verlangt einen eigenen post, wollte das hier nicht nebenbei abhandeln. umso schöner, dass du siehst, worum es mir ging – um frauen, die lust auf gangbang haben :) gruß und kuss: mimi

    • Frollein Miez

      19. April 2015 at 15:50

      Hm. Ich denke schon, dass ich eine Feministin bin, indem ich laut und klar sage, was ich will und was ich nicht will.
      Dabei schließe ich aber nicht auf andere und schon gar nicht auf die sexuellen Wünsche einzelner.
      Wer was wie mag, soll jede*r selbst entscheiden.
      Ich will ja auch nicht, dass mich sexuell Aufgeschlossenere als prüde und weich und trutschig bezeichnen, nur weil für mich Gang-Bang nicht in Frage kommt.
      Ich schließe mich daher Mimis Nachtrag voll und ganz an.

  3. Laureen Pink

    3. April 2015 at 12:29

    Hallo Ihr 2,
    danke fuer den geilen Bericht und die gute Zusammenarbeit.
    Hat Spass gemacht – und Ihr koennt gerne bei einer meiner nächsten Partys in Berlin mal vorbeikommen und einen Erlebnisbericht schreiben :=)

    Kisses
    Eure Laureen

    • Mimi

      Mimi

      3. April 2015 at 12:49

      danke dir und euch :) und klar, wenn es sich einrichten lässt, kommen wir gerne mal vorbei :) liebste grüße

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