Happy Weekend – Boss Lady Kyra Shade im Interview

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Manchmal verliebt man sich, ohne sich erklären zu können, woher die Verliebtheit eigentlich kommt. Vor allem dann, wenn das Objekt der Verknallung alles andere als schön und überhaupt nicht cool und fancy ist. So geht es mir mit einer großen, alten Liebe. Ihr Name: Happy Weekend, Europas größtes Sexkontakte-Magazin, seit 1972 auf dem Markt. Mit Happy Weekend hatte ich mein erstes Mal – mein erstes Mal Porno glotzen. Nach Jahren des Begaffens der Reizwäsche-Seiten im Quelle-Katalog, war ich zwar zunächst schockiert ob der Bilder, die haarige Penisse zeigten, die in noch haarigeren Vaginas steckten und dann alles mit Soße vollkleisterten. Dann aber erkannte ich, dass dieses Magazin, das ich da in Patschehänden hielt, ein heiliger Gral ist.

In der Tat habe ich einiges von HW gelernt. Dass es okay ist, wenn die Muschi morgens mit Rasurbrand aufwacht. Dass es normal ist, beim Sex mega doof auszusehen. Dass es irre viele Helden in Strumpfhosen gibt und Menschen, die sich Auspuffrohre rektal einführen, um sich dann vollknattern zu lassen. Happy Weekend ist informativ-kuriose Sex-Lebenshilfe. Fuckdate-Kontaktanzeigen, Pornobildstrecken, eine Witzeseite mit 1A-Altherrenhumor, Reportagen von Filmdrehs und aus dem Rotlicht-Milieu – Happy Weekend ist mein Kumpel. So wie Chefredakteurin und Ex-Pornodarstellerin Kyra Shade, die seit zwei Jahren das Zepter in der Redaktion schwingt. Und die durch ihre Position zeigt, dass Frauen in der Pornobranche so einiges zu sagen haben. Eigentlich wollte ich Kyra nur ein paar Fragen stellen und ihre Antworten in diesen Text einbauen. Aber dann wurde aus den paar Fragen ein richtig gutes Gespräch über die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen, über die PorNO Bewegung und darüber, warum gedruckte Kontaktanzeigen auch 2015 noch effektiver sind als Tinder, Whiplr und Lovoo zusammen.

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Seit 1972 sorgt das Sex-Magazin Happy Weekend für glückliche Unterleiber.

Mimi: Happy Weekend ist nicht gerade bekannt für seine feministische Ausrichtung. Hier werden Frauen ganz im klassischen Porno-Sinn präsentiert – das heißt: Muschi- und Po-Löcher, Sperma und Blowjob-Gesichter bis zum Umfallen. Hast du als Frau, die in dieser Branche arbeitet, damit je ein Problem gehabt?

Kyra Shade: Feminismus und Pornographie, das wird gerne als völlig gegensätzlich dargestellt. Das ist eine Einstellung, die noch aus dem PorNO Feminismus herrührt. Dabei wird vergessen, dass es auch andere feministische Bewegungen gibt. Meiner Meinung nach hat sich PorNO völlig überlebt. Wer die Emanzipation der Frau fördern will, sollte doch ganz besonders und erst recht bei ihrer sexuellen Befreiung und der Befreiung von traditionellen Rollenbildern ansetzen. Dass die Frau, die im klassischen Porno oder auch in anderen Medien ihre Sexualität durch beispielsweise ihren Kleidungsstil betont, automatisch zum „Sexobjekt“ degradiert wird – und zwar nicht nur von Porno Gegner/innen – beweist nur, wie groß die Probleme im natürlichen Umgang mit weiblicher Sexualität gesellschaftlich immer noch sind. Die sexuelle Unterdrückung der Frau hat im Patriarchat eine lange Tradition, und es dauert erfahrungsgemäß lange, bis sich solche Denkmuster überlebt haben. Frauen treten im Mainstream Porno auch oft sehr dominant auf, das wird in der Diskussion vollkommen ausgeblendet. Und wer mal bei einer Produktion dabei war, weiß, dass im Porno die Damen am Set die Hosen anhaben.

Mimi: Würdest du so weit gehen, Happy Weekend als frauenfreundliches Magazin zu bezeichnen?

Kyra: Das Happy Weekend Magazin präsentiert zum einen Frauen im klassischen Porno-Stil, und das, weil die Frauen, die sich so zeigen, Freude dran haben. Des Weiteren gibt es aber auch nackige Männer zu sehen. Im Happy Weekend gibt es Raum für diverse Phantasien. Diese Phantasien sind bestimmt nicht immer feministisch, meine eigenen sind es übrigens auch nicht. Was bei aller Kritik oft vergessen wird: Sex ist einfach nur Sex und Porno ein Rollenspiel, keine Bibel für die Menschheit, die Verhaltensweisen für den Umgang der Geschlechter miteinander predigt. Da wir keinen Bildungsauftrag haben, wird das Heft auch nur an Personen ab 18 verkauft. Des Weiteren hat das HW Magazin nicht nur Tradition als Pornoheft, es ist in erster Line ein erotisches Kontaktanzeigenmagazin, mit dem seit über 40 Jahren Pärchen, Frauen und Männer Gleichgesinnte für Sex-Aktivitäten suchen. Das ist eigentlich der Schwerpunkt unserer Arbeit. Wir bringen nicht nur Pornofotos, sondern viele amüsante und interessante Artikel und Berichte rund um die schönste Nebensache der Welt. Der Job ist kreativ, und Sex ist was Schönes, fertig.

Mimi: À propos schöner Sex – du warst selbst mal Pornodarstellerin.

Kyra: Es war eine wilde Zeit damals, ich möchte sie nicht missen. Es war aber auch eine andere Zeit als heute, fast ohne Internet. Der erste Film mit mir erschien noch auf VHS. Wenn ich darüber nachdenke, warum ich damals zum „Film“ gegangen bin, komme ich meistens zu dem Schluss, dass mich Neugierde und Abenteuerlust getrieben haben. Natürlich war auch sexuelle Neugierde ein Motiv, und ich wollte außerdem eigene und gesellschaftliche Grenzen überschreiten. Protestkultur in Reinformat sozusagen. Nach zwei, drei Jahren aber suchte ich dann nach einer neuen Herausforderung und arbeitete zuerst als Moderatorin, später dann auch als Redakteurin für Happy Weekend. Wir haben zu dieser Zeit ein DVD-Magazin für unsere Heft-DVD produziert und haben für das Format in zwei Produktionsteams Reportagen in ganz Deutschland gedreht. Ich hatte nach drei Jahren im sexuell aktiven Bereich einfach das Meiste gesehen und erlebt, was sich zu sehen und erleben lohnt und hatte bis dato die Öffentlichkeit ausgiebig genossen. Um selbst kreativer arbeiten zu können und meine eigenen Ideen umzusetzen, ist der Job hinter den Kulissen der bessere Ort. Letzten Endes bin ich ein Mensch, der zwar gern mal Party macht, aber grundsätzlich seine Ruhe schätzt und braucht. Jetzt mit 41 noch mehr als vor zehn Jahren.

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Happy Weekend Chefredakteurin Kyra Shade vertritt eine klare Position, wenn es um Frauen und Pornographie geht. Und ein echtes Süßherz ist sie noch dazu. Foto: Privat

Mimi: Hast du als Ex-Pornodarstellerin vielleicht einen anderen Zugang zu einem pornographischen Magazin wie Happy Weekend? Sprich: Denkst du, dass du in deiner Job-Position offener und toleranter bist als andere Frauen, die nicht aus dem Business kommen?

Kyra: Ich würde meinen Zugang zum HW-Magazin nicht nur vom Status der Ex-Pornodarstellerin ableiten. Eigentlich spielt dieser Status für mich persönlich nur eine ganz kleine Rolle. Wie gesagt, Happy Weekend ist in erster Linie ein Erotik-Kontaktanzeigenmagazin, und es inserieren hauptsächlich Privatleute. In der Zeit, als es noch kein Internet gab, war Happy Weekend oft die einzige Möglichkeit, sexuell gleichgesinnte Pärchen, Damen und Herren kennen zu lernen, wenn man die Missionarsstellung im eigenen Schlafzimmer satt hatte. Kurz gesagt: Meine sexuellen Erfahrungen beschränken sich nicht auf drei Jahre vor der Kamera, auch davor und danach hatte und habe ich Spaß im Leben, trenne aber strikt das Berufliche vom Privatleben. Selbstverständlich habe ich als Frau, die ihre Sexualität hoffentlich gut in ihr Selbstbild integriert hat, einen besonderen Zugang zu Happy Weekend, und den möchte ich auch gar nicht leugnen. Ich bin der Meinung, dass man nicht von Dingen schreiben kann, von denen man keine Ahnung hat, und frau natürlich auch nicht. Ich habe daher keinerlei Scheu, einer sexuellen Handlung beizuwohnen und diese mit dem Fotoapparat für unser Heft abzulichten, ich habe auch keine Scheu, die Dinge in meinen Texten beim Namen zu nennen. Darüber hinaus habe ich mir allerdings auch das Background-Wissen, das dazu gehört, nebenberuflich angeeignet und mich umfassend weiter gebildet, denn nur mit praktischer Erfahrung könnte ich den Job nicht bewältigen. Es gehört beides dazu.

Mimi: Hat sich themen- oder layoutmäßig etwas an Happy Weekend geändert, seitdem du als Frau im Chefsattel sitzt?

Kyra: Du als unser weiblicher Fan kannst das sicher viel besser beurteilen als ich, daher wäre ich gespannt, deine Meinung zu hören. Aber selbstverständlich hat sich inhaltlich und auch am Layout ein bisschen was verändert. Ich würde behaupten, dass jeder, der die Möglichkeit hat, kreativ zu arbeiten und der Welt etwas mitzuteilen, versucht ist, auch seine persönliche Note mit einzubringen. Aber um noch einmal auf die Rolle der Frau zurück zu kommen: Mir persönlich ist es ein großes Bedürfnis, gegen Prüderie, den PorNO Trend und gegen patriarchalisch etablierte Rollenklischees frei nach der Devise „Entweder ist frau schlau ODER sexy“ anzustinken und in unserem Magazin einen „dritten Weg“ zu etablieren. Es ist der Weg der modernen, sexuell aufgeschlossenen Frau, die stark genug ist, ihre weiblichen Waffen gekonnt einzusetzen und diese für ihre eigenen Zwecke zu gebrauchen.

Die Gesellschaft ist im steten Wandel, Frauen und Männer erfinden sich neu, traditionelle Familienstrukturen brechen auf, und auch die Geschlechtertoleranz hat, ein Glück, zugenommen. Ich räume aus eigener Überzeugung vielen sexuellen Orientierungen und Neigungen einen Platz in unserem Magazin ein. Auch weil ich der Meinung bin, dass jeder offen zu seiner Sexualität stehen kann, Frauen wie auch Männer, und niemand diskriminiert werden darf. Ich war für Happy Weekend zum Beispiel im vergangenen Jahr auf dem Hustla Ball in Berlin, auf der Verleihung des Schwulen-Porno-Awards, habe aber auch, im Jahr zuvor, die Preisverleihung des feministischen Pornopreises in Berlin besucht und im Happy Weekend darüber berichtet. Auf beiden Veranstaltungen habe ich mich sehr wohl gefühlt und wurde freundlich empfangen. Es gibt ganz wundervolle Menschen in der Branche, egal, in welcher Sparte. Einige sind politisch engagiert, andere eher kommerziell- oder Spaß-orientiert, aber überall, wo es um Porno geht, herrschen Toleranz und Akzeptanz und ein freundliches Miteinander, das finde ich schön. Die Welt ist bunt, Happy Weekend auch. Gesetzlich verbotene Dinge und sexuelle Neigungen, die therapeutisch behandelt werden müssen, sind hier allerdings nicht gemeint, die nehme ich natürlich strikt aus. 

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Chefredakteurin Kyra Shade beantwortet in jeder Ausgabe Leserfragen zu den Themen Sex, Liebe und Beziehung. Voll gut,  finden wir!

Mimi: Spannend finde ich ja, dass Happy Weekend zum großen Teil von Frauen gemacht wird.

Kyra: Das stimmt, mittlerweile herrscht in der Redaktion Frauenüberschuss, und das ganz ohne Quotenfrau! Ich behaupte einfach mal aus Erfahrung, dass Frauen mindestens genauso schmutzige Phantasien wie Männer haben, wenn nicht sogar schmutzigere. Das und natürlich eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, sowie fachliches Know How, qualifizieren unsere Redakteurinnen und unsere super Redaktionsassistentin für den Job. Die Damen haben einen Heidenspaß bei der Arbeit, das kannst du mir glauben. Und letzten Endes schreiben Frauen ja auch aus der Perspektive von Frauen, hier darf man den aufklärerischen Aspekt nicht vernachlässigen. Was Männer über Sex und die Lust der Frau zu sagen haben, darüber ist bereits viel und vieles sehr oft gesagt worden. Meistens wird so tief in die Klischeekiste gegriffen, dass es nicht auszuhalten ist. Wie Frauen wirklich ticken und zwar die Frauen, die ihre Sexualität nicht als Makel empfinden, sondern gern ausleben, lernen Männer aber doch nur von Frauen selbst. In diesem Sinne sind unsere Texte auch sehr egoistisch motiviert, unsere Botschaft lautet: Männer, lest und lernt, und dann wendet es an!

Mimi: Amen, Schwester!

Kyra: Nicht zuletzt sind wir in der Happy Weekend Redaktion auch ein tolles Team, und jeder genießt die maximale Freiheit bei der Arbeit. Das ist nötig, damit man(n) und frau kreativ sein kann. Die Leute sind alle so selbstverständlich selbstmotiviert, dass sie keinen Chef und keine Chefin im herkömmlichen Sinne brauchen. Aber bevor ich es vergesse, wir sind in der Redaktion nicht nur Frauen, auch Männer gehören zu unserem Team dazu. Alle machen einen tollen Job. 

Mimi: Du beantwortest im Magazin auch Leserfragen zum Thema Sex. Wie ist das für dich? Denkst du, dass es auch oder gerade für Erwachsene mehr Hilfe zu diesen Themen geben sollte?

Kyra: Ja, ich beantworte Leserbriefe zum Thema Sex, Beziehung, Liebe und mehr. Oft bekomme ich ein positives Feedback zu meinen Leserbrief-Antworten, darüber freue ich mich. Da auch TV-Sendungen wie „Domian“ gut ankommen und auch Erika Berger damals viel Erfolg als Sexberaterin im Fernsehen hatte, bin ich sicher, dass Erwachsene auch gerne mal einen Rat zu etwas pikanteren Themen entgegen nehmen. Über viele Dinge spricht man nicht gern mit Bekannten, Freunden und Verwandten, darum freue ich mich, wenn ich stattdessen weiterhelfen kann. Die Leserbrief-Schreiberinnen und -Schreiber bleiben dabei anonym.

Mimi: Ein Klassiker im Happy Weekend sind die Kontaktanzeigen, die, wenn ich mir eure aktuellen Ausgaben ansehe, nie aus der Mode zu kommen scheinen, trotz Internet und Sex-Apps. Warum, denkst du, nutzen viele Leute, auch sehr junge, noch immer die Happy Weekend Kontaktanzeigen? Was macht den Charme aus?

Kyra: Happy Weekend ist Kult. Auch wenn die meisten Menschen anstelle von Printanzeigen das Internet für sich entdeckt haben, kommt unser Anzeigenteil nicht aus der Mode, das stimmt. Im Internet sind Profile inzwischen Massenware, und es dauert oft ewig, bis man Leute gefunden hat, die zu einem passen und tatsächlich etwas wollen. Viele fertigen Profile an und entpuppen sich als Fakes oder haben in Wirklichkeit gar kein Interesse an realen Kontakten. Wer sich die Mühe macht, eine Printanzeige aufzugeben und nur eine begrenzte Anzahl von Textzeilen zur Verfügung hat, bringt seine Bedürfnisse eher auf den Punkt. Außerdem wissen wir alle, wie schnell heutzutage eine Kontaktaufnahme über das Internet funktioniert. Wer da real sucht, muss sich leider auch mit vielen „Hi, wie geht’s?“- und „Bock auf ficken?“-Nachrichten auseinandersetzen. Zeitverschwendung und Ärger sind da vorprogrammiert. Wer dagegen tatsächlich noch einen Brief schreibt, hat ein wirkliches Interesse. Also Klasse statt Masse.

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Lasst euch von den süßen Covergirls nicht täuschen – im Rest des Hefts geht’s derbe zur Sache :)

Mimi: Ich hatte in letzter Zeit oft Berührung mit Feministinnen, die sagen: Pornos und Magazine wie Happy Weekend sind frauenverachtend und fördern sogar sexuellen Missbrauch. Mit Frauen, die anderen Frauen bestimmte sexuelle Vorlieben, wie Bukkake, Gangbang oder devotes Verhalten, absprechen und sogar als Verrat am eigenen Geschlecht bezeichnen. Deine zwei Cent dazu?

Kyra: Ich begreife es persönlich als Verrat am weiblichen Geschlecht, wenn Frauen anderen Frauen Vorschriften machen wollen, wie sie ihre Geschlechtsteile zu gebrauchen haben. Einen größeren Eingriff in die persönliche Freiheit des Menschen kann ich mir kaum vorstellen. Ich bin in jeder Hinsicht für Gleichberechtigung und gegen Gewalt. Sexuelle Gewalt, auch die gegen Frauen, ist etwas, das ich zutiefst verachte und das selbstverständlich verfolgt und bestraft werden muss. Dafür haben wir hier ein gut funktionierendes Rechtssystem. Warum allerdings gewisse sexuelle Praktiken, die mit Gewalt nichts zu tun haben, von manchen Leuten als Aufforderung zur Gewalt begriffen werden, begreife ich nicht. Menschen, die so krank im Kopf sind, dass sie sexuell motivierte Straftaten begehen, brauchen zu ihrer Inspiration sicherlich keinen Porno. Und umgekehrt wird jemand, der sich Gangbang Filme ansieht, nicht automatisch zu einem Sexualverbrecher oder Frauen-Verächter. Ich bin der Meinung, sowohl Gesellschaft als auch Politik sollten jeder Frau die Deutungshoheit über ihren Körper und ihren Sex persönlich überlassen, anstatt diesen zum Objekt und Gegenstand öffentlicher Debatten zu degradieren. Es ist meiner Meinung nach falsch, die Sexualität der Frau irgendwelchen Schutz-Gesetzen zu unterwerfen, die ihrer Emanzipation und Selbstbestimmung als Person zuwider laufen.

Mimi: Deiner Ansicht nach sind also diejenigen, die sich die – in ihren Augen – „Rettung“ der Frau auf die Fahnen geschrieben haben, das eigentliche Übel?

Kyra: Die Unterdrückung der weiblichen Sexualität im Sinne einer Ideologie – und auch der radikale Feminismus ist eine Ideologie – ist für mich das wahrhaft Diskriminierende. Ansonsten bin ich der Meinung, dass weder tolerante öffentliche Klos, noch homosexuelle Ampelmännchen, pardon, Ampelfrauen auf High Heels oder keusch fotografierte Frauen auf Plakatwerbung die Geschlechtergerechtigkeit fördern, denn die gibt es wirklich nur per Gesetz. Was die Frauen betrifft: Ich wäre für gerechte Löhne und eine umfassend geregelte Kinderbetreuung für berufstätige Mütter, bei gleichzeitiger Abschaffung der Herdprämie. Leider aber sind die „Ampelfrauchen“ wohl kostengünstiger.

Mimi: Was ist für dich das Schönste an deinem Job?

Kyra: Dass ich nach Herzenslust „spinnen“ darf und dafür auch noch Geld bekomme. :)

Das Happy Weekend Magazin erscheint 14-tägig und ist zum Preis von 12,95 Euro an vielen Tank- und Raststätten, sowie in gut sortierten Sexshops erhältlich.

3 Comments

  1. Pingback: „Vergewaltigung macht sexsüchtig" – eine Lesermail und eine Ansage - Mimi&Käthe

  2. derwalter

    28. Mai 2015 at 13:20

    Die Damen, ich lasse ja nur sehr selten Kommentare zurück, aber in diesem speziellen Fall, der ja auch immer noch irgendwie eine Herzensangelegenheit ist: Bravo!!!!!

  3. JudgeDark

    26. Mai 2015 at 19:06

    Danke für dieses wirklich interessante Interview und die Einblicke in die Welt der HW sowie die Denke von Kyra Shade. Kann verstehen, dass das für Dich ein „richtig gutes Gespräch“ war!

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