Komm schon küssen!

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Küssen ist so etwas Wundervolles! Verdammt, gibt es etwas Schöneres als eine hemmungslose Knutscherei mit dem Typen, auf den du seit Wochen abfährst und dem du das endlich verraten hast?  Nein! Gibt es etwas Tolleres, als den ersten Kuss mit einer neuen Liebe? Nie im Leben! Und ist eine wilde Küsserei nicht der perfekte Kickstart für guten Sex? Absolut! Das alles finde nicht nur ich, sondern auch Mimi&Käthe Autorin Romy Dietrich, die übrigens die krassesten Kusslippen der Welt hat! Allerdings fragt sich Romy – so wie ich auch – warum wir gerade in Beziehungen so oft vergessen, wie viel Spaß es uns einst gemacht hat, mit dem oder der Liebsten herum zu küssen. Ein Plädoyer für mehr Lippenbekenntnisse <3

Text von Romy Dietrich

Ich sitze in meinem Stammclub und nippe an meinem Wein. Ohne Vorwarnung spüre ich weiche Lippen in meinem Nacken, den warmen Atem meiner Freundin Chloé, ihre feuchte Zunge, die über die feinen Härchen am unteren Haaransatz leckt. Ich schließe die Augen und lehne mich zurück. Ihre Lippen wandern über meine Haut und treffen auf meine. Diese Frau hat ohne Frage die verführerischsten, weichsten Lipppen der Welt. Sie schmecken nach Lippenstift, Wein und Zigaretten. Und nach Chloé. Ihre Finger fahren meinen Ausschnitt entlang und verweilen auf dem Ansatz meiner Brüste, aber ich kann mich auf nichts anderes konzentrieren als auf ihre Zunge, die sich fordernd zwischen meine Lippen schiebt. Sie nimmt mich in Besitz, leckt, saugt, knabbert an mir, während ihre Hände in meine offenen Haare fahren und sich ihr Körper fordernd an meinen drückt. Am liebsten würde ich sie packen, auf meinen Schoß ziehen, nur um kurz darauf mit ihr im Darkroom zu verschwinden, wo dieses wundervolle, große Samtsofa dazu einlädt, sich gehen zu lassen. Aber ich genieße das Küssen zu sehr, um es zu beenden.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich persönlich macht eine wilde Knutscherei mit Qualität deutlich heißer als jede andere Form von Vorspiel. Nicht, dass ich ein langes, sinnliches Vorspiel mit allen Finessen nicht zu schätzen wüsste. Aber ich finde, das Küssen wird oft sträflich vernachlässigt.

Wir küssen unsere Partner zur Begrüßung, zum Abschied, vor dem Schlafengehen. Aber wenn’s zur Sache geht, ist oft nach einem kurzen Zungenringkampf Schluss, und es geht ans Eingemachte. Wie schade – wo doch gerade Küsse ein solch explosives Potential in sich bergen!

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Wenn ich mich an meine Teenagerjahre zurück erinnere, denke ich nicht gleich an den ersten Sex oder den ersten Blowjob, den ich einem Mann verpasst habe. Ich erinnere mich an schüchterne erste Küsse, die schnell in atemlosen, feuchten, warmen, unglaublich erotischen und scheinbar endlosen Knutschereien mündeten. An die 15-jährige Romy, die entdeckte, dass man einen Mann (naja, damals waren es noch Jungen) schon bis fast vor den Erguss bringen kann, indem man sich auf ihn setzt und ihn küsst, bis ihm Hören und Sehen vergeht. Auch später hat jede Affäre, jede Beziehung, jeder One Night Stand mit einem Kuss begonnen. Oder mit vielen Küssen.

Dieser Moment, wenn sich Lippen treffen, Zungen miteinander tanzen, man sich gegenseitig auffressen könnte und sich das auch zeigt, nur mit einem Kuss – allein der Gedanke daran lässt meine Oberschenkel kribbeln.

Küsse transportieren so viel mehr als Spucke und den Wunsch, zusammen ins Bett zu gehen. Wenn sich der Andere beim Küssen keine Mühe gibt oder einfach nicht Kuss-kompatibel mit mir ist, wird das nichts mit uns. Ein Kuss sagt „Ich will dich schmecken, spüren, will dich heiß machen und nehme mir die Zeit dazu.“ Ein guter Kuss mit Zeit und Lust ist für mich bereits eine halbe Liebeserklärung.

Und was man beim Küssen alles anstellen kann! Man kann fordern. Locken. Entziehen. Den anderen zappeln lassen, um ihm dann mit Leidenschaft zu geben, wonach er lechzt. Man kann kichern und lachen, seufzen und stöhnen und die Libido so richtig auf Touren bringen. Und dafür muss man sich nicht mal ausziehen, das geht sogar im Winterparka!

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Ich stehe einfach so sehr auf dieses Gefühl, in dem anderen zu versinken, mich zu vergessen und mich nur noch auf die Empfindungen zu konzentrieren, die mir meine Lippen senden. Kratzige Bartstoppeln. Weiche Frauenlippen. Den Geschmack nach Kaugummi oder Whiskey. Haut auf Haut, aber nur ganz wenig. Den Atem des anderen in meiner Nase. Die leisen Schmerzen am Rand der Lippen, wenn man die Zeit vergessen und sich die Lippen wund geküsst hat. Und oh, das Ziehen zwischen den Beinen…

Und wenn der andere das nicht von allein macht? Na, dann muss ich eben anfangen. Ihn oder sie auffordern, sich Zeit zu nehmen. Das Fummeln untersagen und mich aufs Küssen konzentrieren. Nicht nur eine Minute. Macht fünf draus. Zehn. Fünfzehn! Gut möglich, dass danach nur noch ein Quickie drin ist, aber der lohnt sich dann auch! Küsst und knutscht, bis euch schwindelig wird, euer Date, den Spielpartner und ja, auch, nein, ganz besonders eure langjährigen Partner. Ehrlich. Vergesst nicht, wie gerne ihr sie geküsst habt, als das mit euch noch eine wilde, verliebte Romanze war.

In diesem Sinne: Ich geh mal meinen Mann küssen…

Fotos: Luna <3

3 Comments

  1. Pingback: Vom Betrügen, von der Treue und all den scheiß Erwartungen - Mimi&Käthe

  2. Rheintochter Esme

    14. August 2016 at 20:19

    Kann mich Romy nur anschliessen, bzw. gehe noch einen kleinen Schritt weiter: für mich ist Küssen bedeutend „wichtiger“, intimer und verbindlicher als Sex. Wenn ich meinen Mann küsse, dann sage ich „ich liebe Dich“ völlig ohne den Umweg über die Sprache zu gehen. Wundervoll ist das! Seufz.

    Liebe vom Rhein! xx

  3. JudgeDark

    13. August 2016 at 9:19

    Eine Ode an den Kuss … ! Sehr schön, vielen Dank dafür uns die eigentlich schönste Nebensache der Welt wieder ins Bewusstsein zu rücken, die der Beginn von so vielen schönen Dingen sein kann.

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