Just call it a day oder: Es ist okay, zu scheitern

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Ein Text von Antoinette Blume.

Heiße Tränchen, die im Liegen hinters Ohr wandern. Dort kitzeln sie mich, ironischerweise.

Ein Magazin möchte meinen Artikel erst veröffentlichen, dann in Anbetracht der weiter eingegangenen Bewerbungen doch nicht mehr. Ein Interviewpartner springt nach dem Interview ab. Scheitern, einmal, zweimal. That‘s life, keep on going, blabla. Alles Scheiße.

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Warum ist das so, wieso ist Scheitern, ist eine einzige Ablehnung so viel stärker als hundertfache Zuneigung? Hunderte liebe Worte enger Freunde sind in jener Sekunde, in der man einen (miss)billigen(den) Korb erfährt, nie dagewesen, puff, verschwunden. Man ist ganz allein auf dem Glatteis und droht zu schlingern. Just w-h-y.

Es ist okay, zu zweifeln. Zu weinen zu Zeiten eben auch. Ein Samantha-Jones-Moment. Sich zu fragen, bin ich nicht gut genug? Nicht fleißig genug?

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Jetzt bloß kein Instagram, tu dir das glattgebügelt-gelogen-geile Life der anderen nicht an. Tipp vom Fachmann (für Kenner). Lass es nicht so nah an dich ran, schreib dir auf, wofür du dankbar bist. Was du gut kannst, sei achtsam, be humble, schau dir das große Ganze an, nicht nur die unliebsamen Einzelteilchen.

Was mir immer hilft? Diese Fragen: Ist es in den nächsten fünf Stunden relevant, wichtig, niederschmetternd? Sicherlich. In fünf Tagen? Ja, vielleicht. In fünf Wochen? Etwas weniger, aber ja. In fünf Monaten? Nein, nicht mehr so sehr. In fünf Jahren? Nein.

Puh, besser.

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Just call it a day. Das kann nicht jeder sofort. Muss nicht jeder können. Manche Dinge passieren so, wie sie passieren sollen … aber zweifle nicht an dir, höchstens kurz und nur, wenn es sein muss.

Look in the mirror and remember who the fuck you are. Das werde ich tun. Und Instagram tunlichst vermeiden, no offense.

Fotos: Tobias Koch Fotografie

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