John Holmes – der König des Golden Age of Porn

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Wenn Hans Pørnflake vom „Golden Age of Porn“, dem goldenen Zeitalter des Pornos, erzählt, möchte ich mich am liebsten in meinen seidenen Hugh-Heffner-esquen Love-Pyjama schmeißen, es mir auf dem Bärenfell vor dem Kamin gemütlich machen, in der Hand ein Kristallglas gefüllt mit Schlagsahne, und gebannt Hans‘ Geschichten lauschen. Lasst uns nun alle wenigstens gedanklich vor den Kaminen in unseren Pornoherzen Platz nehmen und uns die Geschichte eines großen Helden der Porno-Geschichte reinziehen – the legend of John Holmes. Liebe <3

Von Hans Pørnflake

Um die Großen der Geschichte ranken sich Mythen, es gibt Legenden, Fabelgeschichten, und auch heute noch fasziniert die Menschen der Duft, der eben diese Legenden umweht. Um einen Großen handelte es sich auch bei John Curtis Estes, besser bekannt als Porno-Ikone John Holmes.

Eine der Legenden, die sich um John Holmes ranken, besagt zum Beispiel, dass er seine größte Rolle in einer der bekanntesten Pornoserien der Geschichte, „Johnny Wadd“, bekam, weil er im Hinterzimmer eines Pokerclubs neben Produzent Bob Chinn am Pissoir stand und dieser so beeindruckt von Holmes‘ Penis war, dass er ihm eine Rolle anbot. Eine andere Legende besagt, dass Holmes in einem Gay-Film zwei andere Darsteller beim Analverkehr getötet haben soll und ihm danach gerichtlich verboten wurde, weiterhin Analsex zu haben.

John Holmes war Johnny Wadd - Sex ohne Ende <3

John Holmes war Porno Detective Johnny Wadd – Sex ohne Ende <3

Diese Geschichte stammt natürlich aus dem Reich der Fabeln. Was allerdings sehr real ist, ist die Tatsache, dass Holmes einen außergewöhnlich großen Penis hatte, der ihn zu einem der populärsten Pornodarsteller der 70er Jahre machte. Dabei weiß man bis heute nicht einmal, wie groß Holmes‘ Penis nun genau war. Einige behaupten, er war (läppische) 10 Inches groß, andere sagenhafte 18 Inches – was umgerechnet mal eben 45 cm wären. Was sicher ist – Holmes‘ Penis war Motor seiner Karriere, die Ende der 60er startete und ihren Höhepunkt in den später 70ern hatte, einer Zeit, in der Holmes über 3000 Dollar pro Drehtag verdiente.

Er spielte in mehr als 2000 Loops, Compilations und Filmen mit und schlief nach eigenen Angaben mit mehr als 10.000 Frauen (der Pornografie-Historiker Luke Ford errechnete, dass eine Zahl von um die 3000 wahrscheinlicher sei). John Holmes tat alles dafür, seinen eigenen Mythos zu befeuern und das so erfolgreich, dass er zum größten Pornostar seiner Zeit aufstieg. Er versicherte angeblich sogar seinen Penis bei Lloyd’s für eine Versicherungssumme von 1 Millionen Dollar – pro Inch!

Doch John Holmes‘ Leben hatte zwei Seiten. Zum einen war er der gefeierte Pornostar, der seine Zeit so prägte, dass selbst Filme, in denen er nicht mitspielte, mit ihm warben. Der Film „Anybody But My Husband“ warb zum Beispiel mit dem Slogan „Tony the Hook Perez has a dick so big that he even gives John Holmes a run for his money“. Auf der anderen Seite lebte John Holmes ein Leben in der Unterwelt, geprägt von Drogen, Prostitution und Mord. Doch es ist genau diese Ambivalenz, die John Holmes zur Legende machte und die sogar Hollywood dazu inspirierte, zwei Filme nach Begebenheiten seines Lebens zu drehen – „Boogie Nights“ mit Mark Wahlberg und Burt Reynolds, sowie „Wonderland“ mit Val Kilmer).

Die Karriere von John Holmes begann in den späten 60er Jahren, als er erst in einigen Softcore-Produktionen und später in 8mm Filmen, so genannten Loops, mitspielte und für Magazine posierte. Wie damals üblich, tauchte er unter verschiedenen Namen auf und war weit davon entfernt, eine Größe der Branche zu sein. Erst als er begann, mit Porno-Produzent Bob Chinn zusammenzuarbeiten, bekam seine Karriere den richtigen Schub. Seine Rolle als Johnny Wadd aus dem gleichnamigen Film, in dem er einen dauerlüsternen Privatdetektiv spielte, machte John Holmes über Nacht zum ersten männlichen Star der Pornoszene. In den folgenden Jahren drehte er unzählige Filme, die seinen Ruhm und seine Position als Zugpferd (no pun intended!) der Branche untermauerten.

Legendär und ober-charming mit Riesenpenis - John Holmes. Foto: Screenshot

Legendär und ober-charming mit Riesenpenis und Kippe – John Holmes. Foto: Screenshot

Doch gegen Ende der 70er Jahre begann der Stern von John Holmes zu sinken. Die Erfindung der VHS machte Pornografie erst jetzt wirklich massentauglich, zudem bekam John Holmes zunehmend Konkurrenz von Darstellern, die ihm in Sachen Penisgröße in nichts mehr nachstanden. Er drehte zwar weiterhin Filme, aber die großen Erfolge der Jahre zuvor blieben mehr und mehr aus. Schlimmer noch war, dass er die Kontrolle über seinen Drogenkonsum zu verlieren begann. Holmes hatte schon früh angefangen, Kokain und andere Substanzen zu nehmen, und bis in die späten 70er hatte er den Konsum unter Kontrolle. Sein Lebenswandel wirkte sich direkt auf seinen Beruf aus, fiel es ihm doch immer schwerer, auf den Sets eine Erektion zu halten. Er begann, als Escort zu arbeiten und sich und seine Freundin zu prostituieren, um seine Sucht zu finanzieren. Der einstige Pornostar John Holmes verdingte sich als Drogendealer und geriet so in Kontakt mit der Unterwelt von Los Angeles. In den frühen 80er Jahren begann er, sich mit der Unterweltgröße Eddie Nash anzufreunden. Gleichzeitig arbeitete er als Drogendealer für den damals größten Kokain-Ring in Los Angeles, die Wonderland-Gang.

Als John Holmes der Gang Geld schuldete, schlug er vor, in die Villa von Nash einzubrechen, da dieser hier große Mengen Drogen und Wertsachen lagerte. Der Raub der Wonderland-Gang glückte, doch Holmes wurde schnell als Tippgeber identifiziert. Nachdem er von Nash und seinem Boyguard übel zugerichtet worden war, verriet er, dass die Wonderland-Gang für den Überfall verantwortlich war.

Am 1. Juli 1981 stürmten Nashs Männer das Versteck der Gang und töten die vier Anwesenden mit äußerster Brutalität. Zeugen sagten damals aus, dass John Holmes bei den Morden anwesend war. Es wurde ein blutiger Handabdruck von ihm am Tatort gefunden, doch die spätere Anklage wurde abgewiesen, da nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnte, dass Holmes an den Morden beteiligt war.

Trotz all dieser Erschütterungen in seinem Privatleben drehte Holmes weiter Filme. Einer davon sollte jedoch fatale Konsequenzen für ihn haben. In dem einzigen großen Gay-Porno, in dem Holmes mitspielte, traf er auf den schwulen Pornodarsteller Joey Yale (eigentlich Joseph Yamoska), der damals schon HIV-infiziert war. In „The Private Pleasures of John C. Holmes“ von 1983, steckte sich John Holmes vermutlich mit dem HI-Virus an. Alle vier Hauptdarsteller, inklusive John Holmes, sollten später an ihrer Aids-Erkrankung sterben. Anfang 1986 wurde bei Holmes HIV diagnostiziert, doch er entschied sich, die Erkrankung geheim zu halten, auch dann noch, als er im gleichen Jahr ein lukratives Angebot von Paradise Visuals bekam, zwei weitere Filme zu drehen. Er flog nach Italien und drehte „The Rise and Fall of the Roman Empress“ mit Ilona Staller (Cicciolina), Tracey Adams und Amber Lynn, sowie seinen letzten Film „The Devil in Mr. Holmes“ mit Tracy Adams, Amber Lynn und Karin Schubert. Glücklicherweise steckte sich keine seiner Partnerinnen mit HIV an.

Zwei Jahre später starb John C. Holmes an Komplikationen seiner AIDS-Erkrankung. Was von ihm blieb waren seine über 2000 Filme und die Legenden um seine Person. Als erster großer männlicher Star der Pornobranche wird er für immer eine Rolle in der Pornografie-Geschichte spielen. Aber auch sein Lebenswandel, seine Verstrickungen in die Welt des organisierten Verbrechens und nicht zuletzt seine Rolle in den Wonderland-Morden werden immer mit seiner Person in Verbindung gebracht werden.

John Holmes war der Posterboy des Golden Age of Porn – kein Darsteller vor ihm und keiner nach ihm hatte so viel Einfluss auf den Porno seiner Zeit, und kaum einer war so kontrovers, so geliebt und gehasst, wie John C. Holmes.

Und jetzt erst mal 'ne Runde Johnny Wadd, pardon, John Holmes. LIEBE!

Und jetzt erst mal ’ne Runde Johnny Wadd, pardon, John Holmes. LIEBE!

6 Comments

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  6. Nini

    5. September 2014 at 3:01

    ICH LIEBE IHN!!!!

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