Hot Girls Wanted – so läuft der US Amateur Pornohase

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„Okay Leute, danke, Pause. Wir drehen gleich den Cumshot, davor könnt ihr nochmal verschnaufen. Markus, du kannst auch Pause machen. Markus? Markus, würdest du bitte aufhören, die Darstellerin über den Teppichboden zu bumsen? Ihre Knie sind schon ganz rot, wie sieht das denn aus? Markus? MARKUS!“

Mega Sache, passiert vor zwei Jahren bei einem Pornodreh für das Label Videorama. Pornostar Markus W. in Bums-Action, so angetan von seiner Drehpartnerin, dass er partout nicht aufhören wollte, sie koitierenderweise über den Fußboden zu jagen. Sehr zum Vergnügen der umstehenden Crew. Und der Darstellerin, die sich, statt laute Stöhner rauszuhauen, vor Lachen kugelte, soweit ihr das mit einem rammelnden Pornosuperstar in ihrer Vagina möglich war.

Seit vielen Monden bin als berichtender Teil der Szene bei Pornodrehs dabei. Pornocastings mit dem leider inzwischen verstorbenen Harry S. Morgan, Hardcore Szenen in Düsseldorfer Lofts und Potsdamer Filmvillen, Mädchen-auf-Mädchen-Aktionen, denen ich nur deshalb beiwohnen durfte, weil sie in meiner Küche oder meinem Bett gedreht wurden – ich weiß ein bisschen, wie der Pornohase läuft und finde das toll und gar nicht selbstverständlich, noch immer. Trotzdem vergesse ich gerne, dass ein Blick hinter die Kulissen für viele andere so exotisch und unerreichbar ist, wie für mich die Vorstellung, einmal in Größe-Null-Jeans zu passen. Ich würde euch natürlich am liebsten mal zu einem solchen Dreh mitnehmen, doch ist das nicht ohne Weiteres machbar, ihr seid ja so viele. Stattdessen empfehle ich euch eine Dokumentation, die ab sofort auf Netflix im Stream erhältlich ist. Hot Girls Wanted ist dabei nicht nur ein selten blöder Titel, sondern zum Glück auch irgendwie Programm.

Hot Girls Wanted

Foto: Netflix

In Hot Girls Wanted dürfen wir fünf heißen Chicks zwischen 18 und 24 Jahren auf ihrer Reise durch die US Amateur Porno Szene folgen. Angefangen bei sexy-doofen Shootings, über desillusionierende Hardcore Produktionen, bis hin zum Ausstieg aus der Szene – Hot Girls Wanted zeigt, wie ich finde, nichts Unerwartetes. Die Mädchen sind die Guten, die unschuldigen Lämmer, das Pornogeschäft ist der große, böse Wolf, der alles zerfleischt, was nicht bei drei auf dem Stripper Pole ist. Das ist nicht an den Haaren herbeigezogen, dennoch ist mir die Darstellung zu undifferenziert. Die Mädchen versprechen sich von ihren Performances in sterilen Studios Fame, träumen davon, Stars zu werden, reich, beliebt, begehrt zu sein. Natürlich tritt nichts von alledem ein, große Erwartungen und viel Lärm um ein bisschen Gebumse, das war’s. Dazu anfängliches Gekicher, Vorfreude und das gute Gefühl, anders zu sein als die prüden Spießermädchen, mit denen man noch vor kurzem die Highschool Bank drückte, dann große Augen und noch größeres Bauchweh, wenn klar wird, dass man tatsächlich in Bälde vor der Kamera durchgenommen wird. Zuletzt Scham, Reue und immer wieder Tränen. Das kann man wohlwollend „naiv“ nennen. Oder aber blöde. Ich bin mir unschlüssig, tendiere aber zu Letzterem. Immerhin ist es auch in jungen Jahren möglich, sich über Aufstiegschancen im Adult Business zu informieren, bevor man fremden Menschen Vagina und Po zur freien Verfügung hinhält.

Mädchen, die ihr das hier lest: Wenn ihr Lust auf Porno und Camsex habt – tut es nur dann, wenn ihr Lust auf den Akt an sich habt. Wenn ihr darauf steht, beim Sex beobachtet zu werden, wenn ihr euch austesten möchtet und euch schon immer mal beim Koitus filmen lassen wolltet. Tut es nicht, weil euch Hinterhof-Horst Promi-Status verspricht oder gar das große Geld. Das gibt es nicht. Nicht mehr. Lasst euch das mit der Pornokarriere also gut durch die hübschen Köpfe gehen und fragt euch, ob das Dasein als Sex-Star euch ein Herzensanliegen ist – go for it! – oder ob ihr darin die Möglichkeit für den Beginn einer schillernden Karriere seht – dann bitte Pfoten weg.

Parks And Recreation Star Rashida Jones hat mit Hot Girls Wanted eine Doku produziert, die zum Teil schockiert, zum Teil viel zu vorhersehbar ist, die aber zeigt, wie es abgeht, im US Amateur Porn Universum. Nicht zimperlich und meistens eiskalt. Brrrr. Wir in Deutschland haben es da muckeliger, soviel steht fest. Auch, wenn ich kein Fan von Hot Girls Wanted geworden bin, lege ich diese Dokumentation allen ans Herz, die sich für das interessieren, was hinter den Kameras und in den Casting Büros der US Porno Industrie passiert.

Streamt euch Hot Girls Wanted auf Netflix. Hier geht’s zum Trailer.

5 Comments

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  4. JudgeDark

    4. Juni 2015 at 12:12

    „Hinterhof-Horst“ … ! :D :D :D

    Und ja, blöde trifft es glaube ich, was aber wohl Naivität einschließt!
    Danke jedenfalls für den Tipp, ist ne Überlegung wert dort mal reinzuschnuppern.

    • Mimi

      Mimi

      4. Juni 2015 at 17:32

      das freut mich :) sag mir, wie es dir gefallen hat :)

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