Hortensia Hurst: Natur statt Rasur – Achselhaare sind i.O.

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Eine Reportage von Ulf Schaumlöffel.

Stars wie die Madonna oder Miley Cyrus taten es schon vor einiger Zeit. Supermodel Gigi Hadid machte damit ihre Fans verrückt: Sie posteten im Internet Fotos, auf denen ihre Achselbeharung zu sehen ist. Und setzten damit ein Zeichen für Feminismus und gegen Doppelmoral. Sie wollen damit zeigen, dass frau sich wegen der Haare unter den Achseln nicht zu schämen braucht.

Auch bei uns gibt es Frauen, die zu ihrer Achselbeharung stehen. Die Kasselerin Künstlerin Hortensia Hurst zum Beispiel betreibt auf Instagram die Seite „Gently Used Sexdolls“, die sich mit Feminismus befasst, und veröffentlicht regelmäßig in Eigenregie ein gleichnamiges Magazin. „Gently Used Sexdolls“ steht schon seit zwei Jahren in Kassel für Feminismus. Seien es Zines, Musik oder Bekleidung: Hortensia Hurst setzt mit ihren Arbeiten auch immer ein Zeichen für Gleichberechtigung.

Jetzt riefen Hurst und ihre Freundinnen zu mehr Natürlichkeit auf.

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Hursts jüngstes Werk ist das „Feminism No 5“-T-Shirt, natürlich aus Biobaumwolle. Damit kann jeder stilsicher ein Zeichen setzen. Die Idee zum Shirt kam Hortensia (ganz rechts), weil Modedesignerin Coco Chanel für die Künstlerin eine Mode-Ikone ist, die ihr Ding durchgezogen hat. Übrigens gibt es das Shirt auch für Männer

Ziel der Anhängerinnen ist es, sich für ein Frauenbild jenseits der ästhetischen Norm einzusetzen. „Frauen sollen ihre Weiblichkeit wieder selbst definieren und sich keinerlei gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen“, so die 25-Jährige.

Damit spalten sie die Gemüter. Denn viele Frauen und Männer empfinden Achselhaare als unästhetisch und unhygienisch. Doch sind sie das überhaupt? Oder hat es sich nur so eingebürgert: „Wer sich unter den Achseln nicht rasiert, ist ungepflegt und riecht streng“?

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Warum nicht einfach mal die Achselhaare färben? Aber bitte auf Hautverträglichkeit achten

Wir befragten dazu Hautarzt Dr. med. Thomas Meyer. Der Experte berichtet: „Es gibt unter den Achseln Schweiß- und Geruchsdrüsen. Die Geruchsbildung geht durch ein Rasieren oder Lasern der Achselhaare nicht weg.“ Allerdings können sich an der Achselbeharung schneller Bakterien ansiedeln. Dies wiederum sei ein hygyienisches Problem und könne nur bei mangelnder Körperpflege auftreten. „Gegen zu viel produzierende Schweißdrüsen kann allerdings eine Botox-Behandlung helfen,“ so der Arzt.

Für Hortensia Hurst ist das jedoch nicht der springende Punkt. Ihr Aufruf zu mehr Natürlichkeit in Sachen Körperbehaarung ist für sie ein weiterer Schritt Richtung Gleichberechtigung. Die Feministin stellt aber klar: „Feminismus bedeutet für mich nicht, dass ich Männer hasse. im Gegenteil! Aber Frauen sollten eben die gleichen Rechte haben wie Männer.“

Ulf Schaumlöffel ist Autor bei Lokalo24 – und jetzt auch bei Mimi&Käthe <3 Folgt ihm auf Instagram.

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Die Kasseler Künstlerin und Feministin Hortensia Hurst

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