Home Porn leichtgemacht – der Heimatfilm-Guide

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Ein Text von Hans Pørnflake.

Kommt schon, gebt es zu. Ihr wolltet es auch schon mal machen. Einen Home Porn drehen. Zumindest in der „experimentellen Phase“, die wir alle irgendwann einmal hatten. Aber ihr habt euch nicht getraut, weil ihr dachtet, dass nachher das halbe Internet sieht, wie ihr versucht, den Conny Dachs für Arme zu geben. Ihr habt vorsichtig bei eurer Freundin angefragt, ob ihr nicht mal ein paar Fotos machen könnt, so als Auflockerungsübung zur eigentlichen Königsdisziplin – dem Home Porn. Letztendlich habt ihr euch aber gesagt: „Lieber nicht, das könnte in die Hose gehen.“ Das geht es auch meistens.

Wenn man sich durch die Terabyte und Terabyte an Amateur-Pornos quält, weiß man, warum so ein Home Porn meistens eine schlechte Idee ist: Wacklige, unscharfe Bilder, die Bildkomposition besteht oft aus einem Potpourri der unvorteilhaftesten Körperteile, und im Hintergrund hört man, wie sich die Kinder beim Nachmittagsprogramm vergnügen oder der Hund den Mond anbellt. Häufig sieht man entweder gar nichts, weil sich vor der Linse nur undefinierbare Fleischberge auftürmen, oder aber zu viel, weil die Kamera mit einer schonungslosen Schärfe den faltigen, haarigen Sack des Protagonisten im Fokus hat.

In den seltensten Fällen ist ein Home Porn ein anschauungswürdiges Unterfangen. Dabei ist es eigentlich recht simpel, einen ansprechenden Heimatfilm zu drehen, und das mit ganz einfachen Mitteln. Und da ich ja nun mal hier bin, um euch zu helfen, bekommt ihr nun die fünf wichtigsten Kniffe für den gelungenen Zuhause-Porno geliefert, kostenfrei und garantiert ohne Abo-Falle.

1. Die richtige Kamera macht die Home Porn Musik.
Klar, wir wissen, wie stolz ihr auf euer neues Samsung oder iPhone seid. Die Kamera an dem Ding hat ja auch drölfhundert Megapixel. Ändert aber leider nichts daran, dass Handys fast immer beschissene Filme machen. Unscharf, dunkel und verwackelt. Also, liebe Leute, Finger weg von der Handykamera, wenn es um den selbstgedrehten Home Porn geht. Eure Handycam eignet sich höchstens dafür, eurer Nachbarin Gretchen Modermöse beim Seilspringen unter den Rock zu filmen, nicht aber für einen ansprechenden Hobby-Turn-Film. Es sollte schon eine ordentliche Digitalkamera sein. Oder ein schönes, uraltes Analogdingen, die machen auch herrliche Bilder. Ihr müsst für so eine Kamera nicht einmal viel Geld ausgeben, schaut euch doch mal bei ebay Kleinanzeigen um. Mit einer anständigen Kamera seid ihr auf der sicheren Seite.

Erstmal in Stimmung küssen...

2. Ein Königreich für ein Stativ!
Ihr habt, grob gesagt, zwei Möglichkeiten, euren Home Porn zu drehen. Wenn ihr euch für eine PoV-Perspektive entscheidet (PoV bedeutet „Point of View“ und bezeichnet Pornos, in denen der Kameramann höchst selbst als Darsteller agiert), dann braucht ihr natürlich kein Stativ, denn es soll ja DAS zu sehen sein, was die Person sieht, die die Kamera hält. Der Nachteil an solchen PoV-Shots ist, dass sie meist ziemlich verwackelt sind und man sehr nah, oft zu nah, am Geschehen ist.

Die bessere Alternative ist, sich ein Stativ zu besorgen. Das sorgt dafür, dass ihr einen vernünftigen Bildausschnitt habt und anschließend wirklich sehen könnt, was ihr da treibt. Wie ihr das Stativ positioniert, ist dabei eine Geschmacksfrage. Achtet jedoch darauf, dass ihr später nicht Dinge im Bild entdeckt, die da nicht hingehören. Abzuraten wäre aus diesem Grund zum Beispiel ein Shot, der vor der Wand mit den Familienfotos stattfindet. Eure Omma wird es euch danken, wenn ihre Hochzeitsfoto KEINE Nebenrolle auf Youporn spielen.

3. Es soll nur auf den Home Porn, was da auch hingehört.
Das bedeutet in erster Linie, dass Familienangehörige, Haustiere, Nachbarn und sonstiges Gerumpel bitte vom Band bleibt. Euer Film soll ja ansprechend sein, da stört es nur, wenn man im Hintergrund den Fernseher, die neueste Scheibe von Andrea Berg oder den Postboten hört. Wenn der Fiffi durchs Bild läuft, ist das genauso abturnend wie das siffige Badezimmer als Pornokulisse. Sorgt dafür, dass es in eurer Bude ordentlich aussieht und alle unerwünschten Nebendarsteller und ungeilen Requisiten wie der überfüllte Wäschekorb und das dreckige Geschirr vom Vortag weit genug vom Drehort entfernt sind.

4. Ihr seid das Wichtigste in eurem Home Porn, sorgt dafür, dass ihr auch so ausseht.
Ehrlich, wenn ich doch schon einen bunten Film mit meiner Liebsten drehe, dann achte ich doch darauf, dass ich wie aus dem Ei gepellt aussehe, oder nicht? Falsch! Was es im Internet für Schmuddel-Amateurpornos gibt, geht auf keine Kuhhaut. Und dabei meine ich nicht mal den Fall, dass die Darsteller des Streifens nicht die schönsten und perfekt gebaut sind. Wenn ihr einen Home Porn dreht, achtet gefälligst darauf, dass ihr gepflegt ausseht, frisch rasiert, geduscht und gepudert seid. Niemand will sehen, wie ihr mit dreckigen Fingern an einer Frau mit mehr Haarwuchs als Burt Reynolds herumfingert. Unvorteilhafte Körperformen könnt ihr mit geschickter Kamerapositionierung kaschieren, dreckige Hände und ranzige Geschlechtsteile nicht.

5. Dreht euren Home Porn nur, wenn ihr WIRKLICH Spaß daran habt.
Es gibt nichts Abturnenderes, als zu sehen, dass die Personen in dem Film keinen Bock auf das haben, was sie da gerade machen. Das Resultat ist ein langweiliges Stück Home Porn, das an unmotivierte Bumsfilme wie „One Night In Paris“ erinnert, in dem Paris Hilton lustlos an einem Schwanz herumnagt, als sei er eine lauwarme Bratwurst. Als Zuschauer merkt man sofort, ob etwas den Beteiligten Spaß macht. Langweiliges Rumgerödel gibt es in den Weiten des Internets schon zuhauf. Wenn euer Home Porn herausstechen und etwas Besonderes sein soll, müsst ihr schon mit Herzblut bei der Sache sein. Ob der Film dann nur für den privaten Hausgebrauch oder doch für die breite Öffentlichkeit bestimmt sein soll, ist dabei egal.

Und jetzt – Action, liebe Sex-Moppeds!

Fotos: Dahlia von Turbozucker/meltwist.com

10 Comments

  1. ampel

    16. April 2014 at 12:28

    Eigentlich finde ich euren Blog wirklich, wirklich toll und bin schon fast verliebt in euren Wortwitz und das Design und die Themen und und und. Nur eine Sache stört mich dann doch beim durchstöbern – in diesem Artikel hier ganz deutlich.

    Schade finde ich nämlich, dass – obwohl ihr oft sehr deutlich macht, das Porno und Sex im „echten“ Leben dann doch ab und an recht weit auseinander liegen (zum Beispiel in eurem sehr sympathischen Anal-Guide)- ihr an keiner Stelle deutlich macht, dass Menschen eventuell im „echten“ Leben nicht immer hochglanzgepuderte Sexmiezen sind. Und was ihr hier als „Unvorteilhafte Körperform“ bezeichnet, lässt sich manchmal wegretuschieren und manchmal eben nicht – und das ist auch gut so, weil Menschen eben ein klitzekleines bisschen unterschiedlicher sind, als hier auf eurer Seite dargestellt wird – auch wenn ihr das Körpernorm/Schönheitsidealmäßig „unvorteilhaft“ findet. Für wen denn eigentlich – für euch? Körperbeaahrung mit Unhygiene gleichzusetzten ist noch son Unding – kein Problem, wenn ihr alles lieber frisch rasiert habt, aber vielleicht müsst ihr nicht gleich diejenigen anpöbeln, die es gern anders haben. Und ja, so Leute (Achtung!) gibt es!

    Ich möchte eigentlich super gern hier weiterlesen und den Blog weiterempfehlen und und und, aber ich wünsche mir mehr Bilder von unterschiedlichen Menschen, und weniger Körpernormierungsdruck, weil ganz ehrlich, das nimmt mir dann auch die Lust.

    Zur der liebgemeinten Kritik noch liebe Grüße,

    Ampel

    • Kaethe

      16. April 2014 at 20:40

      Hallo liebe Ampel,
      erst einmal: vielen Dank für die Blümelein! Wir freuen uns über jeden, der sich fast verliebt! :)
      Nun zu deiner Kritik: wie du am Anfang des Textes lesen kannst, stammt diese Anleitung nicht von uns, sondern von unserem bezaubernden Freund Hans Pørnflake. Da Hans schon groß ist, weiß er ziemlich genau, was er ästhetisch ansprechend findet, und was ihm eher nicht gefällt – und das darf er bei uns auch ganz unzensiert kundtun. Da er niemanden beleidigt oder diskriminiert, sondern mit einem Augenzwinkern seine Tips an unsere Leser weitergibt, verstehe ich deinen Unmut leider gar nicht. Abgesehen davon wurde nirgends Körperbehaarung mit Unhygiene gleichgesetzt – von „unvorteilhaften Körperformen“, die „Home-Porn-Verbot“ haben, mal ganz zu schweigen.
      Denn wenn mir mal ehrlich sind, ist das einzige „Unding“ auf dieser Seite, dein Kommentar.

      Und bevor ich ausfallend werde, gebe ich ab an meine Mimi. <3

      • Mimi

        Mimi

        16. April 2014 at 20:48

        liebe ampel.
        nachdem sich meine liebste käthe schon zu wort gemeldet hat, muss ich zu deinem kommentar auch meinen senf dazu geben, da du offensichtlich so einiges falsch verstanden hast und uns vieles zu unrecht vorwirfst.

        zunächst einmal haben sowohl wir als auch unsere gastautoren das recht, auf unserem blog unsere/ihre objektiven vorlieben und abneigungen kundzutun, solange wir/sie damit niemanden beleidigen. das hat hans auch in keinster weise getan. alles, was er sagt, ist, dass eine optimale kameraperspektive nicht ganz so optimale körperstellen ins rechte licht rücken kann. na und? ich möchte auch lieber körper in gänze bewundern, als 45 minuten lang auf eine unvorteilhaft gelagerte arschfalte zu starren.

        dass hans rasierte genitalien bevorzugt, ist ebenfalls völlig legitim. er hat einen kleinen witz über behaarte damen gemacht – so what? lach doch einfach drüber! jedem tierchen sein pläsierchen. der hans mag’s glatt, du behaart – ist doch fein.

        davon ab wurde an keiner stelle gepöbelt, diese anmerkung finde ich völlig daneben. wir sind vermutlich der unpöbeligste blog der welt, was noch lange nicht heißt, dass wir unsere leser in watte packen müssen. das ist eh nicht unser bestreben, das können gerne andere machen. viele unserer texte sind mit einem augenzwinkern zu verstehen, und wir hoffen, dass unsere leser das erkennen und sich nicht von einem flapsigen witz angegriffen fühlen.

        in hans‘ fall handelt es sich um einen humorvollen text aus der sicht eines mannes, der übrigens auch schon einen text darüber geschrieben hat, dass männer ihre schwänze akzeptieren sollten wie sie sind, anstatt sich mit pornostars zu vergleichen und ein vermeintliches schwanz-ideal anzustreben.

        du schreibst:
        „Schade finde ich nämlich, dass (…) ihr an keiner Stelle deutlich macht, dass Menschen eventuell im “echten” Leben nicht immer hochglanzgepuderte Sexmiezen sind. … weil Menschen eben ein klitzekleines bisschen unterschiedlicher sind, als hier auf eurer Seite dargestellt wird – auch wenn ihr das Körpernorm/Schönheitsidealmäßig “unvorteilhaft” findet.“

        auch hier liegst du komplett falsch. einer unserer autoren – nicht mal käthe oder ich – hat einmal den begriff „unvorteilhafte körperformen“ verwendet. und deshalb beziehst du diese haltung gleich auf unseren ganzen blog? bitte an welcher stelle üben wir „körpernormierungsdruck“ aus? so ein käse, mit verlaub. vor allem, wenn du dir unsere texte und themen mal genau ansiehst.

        was ist mit dem plädoyer für mehr selbstbewusstsein in sachen muschi? hans‘ schon angesprochener text über die coolness ganz normaler schwänze? unsere features über seiten wie „a beautiful agony“ oder „i shot myself“, die eben ganz normale menschen und keine „plastik-schönheiten“ zeigen und die wir gerade darum so mögen und sie unseren lesern vorstellen? oder ist es verwerflich, dass ich neben diesen seiten auch gern pornos mit „hochglanzgepuderten sexmiezen“ ansehe oder ganz hingerissen bin von unseren reizenden camgirls? das wird es ja wohl nicht sein. leben und leben lassen – meine meinung.

        die welt des porno und des sex ist vielfältig. und genau das präsentieren wir auf mimi&käthe. ohne jemals zu pöbeln oder zu beleidigen. und auch, ohne jedes wort auf die goldwaage zu legen.

        nee, liebe ampel. das war, um es salopp zu sagen, ein schuss in’n ofen. bitte besser recherchieren und beim nächsten mal das augenzwinkern nicht vergessen. das brauchst du hier schon :)

        cheers, mimi

  2. Pingback: Amateur Porno? Wir machen's uns schön! - Mimi&Käthe

  3. MeinerEiner

    25. März 2014 at 17:27

    Na ja scheinbar sieht es nicht jeder :)

  4. Günther

    22. März 2014 at 20:12

    Neenee, ein Blinder mit Krückstock würd‘ gar nix mehr sehen, und Mimi hat offenbar schlechte Laune. Ein schönes Restwochenende wünsche ich. ;-)

    • Mimi

      Mimi

      22. März 2014 at 21:20

      günther, günther. sieh dir doch bitte unsere bilder und dann die damen auf den hier verwendeten fotografien an. wtf? davon ab verweise ich hiermit auf unser „über uns“: http://mimiundkaethe.com/mimiundkaethe/ weil ich ein gutherziger mensch bin, sage ich es dir nochmal mit sehr viel liebe: mimi&käthe sind journalistinnen, keine darstellerinnen. wir sind die, die die hosen und dicken strickpullis anbehalten, guter mann. aber MANN kann ja nicht alles wissen, nicht wahr?

  5. Günther

    22. März 2014 at 18:49

    Fotofrage: Seid ihr das auf den Aufnahmen, Mimi& Käthe?

    • Kaethe

      22. März 2014 at 19:39

      Nein.

    • Mimi

      Mimi

      22. März 2014 at 19:48

      fotoantwort: das sieht doch wohl ein blinder mit krückstock, dass wir das nicht sind.

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