Hass auf Pornogirls und gute Typen? Pfui Teufel!

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Eigentlich geht es auf unserer kleinen Liebesseite um Pornos. Um Sex und Schmusiness. Und manchmal um Dinge, die uns böse auf den Magen schlagen. Hans Pørnflake hat deshalb einen Text über ein Thema geschrieben, das ihn gerade schwer beschäftigt: Hass im Internet. Gerade in der Internet-Pornoszene trifft der Hass anonymer Flachwichser die Falschen – Frauen, die Sex lieben, sich zu unserem Amüsemeng dabei filmen lassen und zum Dank die schlimmsten Kommentare kassieren, die Hans, Käthe und ich uns vorstellen können. Doch auch Frauen, die ihren fragwürdigen Ansichten übers Interweb Ausdruck verleihen, findet Hans daneben. Wir übrigens auch. Gebt euch diesen Text unbedingt, ihr Kitzelponys. Ein Plädoyer gegen Hater und ihre Hass-Kacke und für mehr Liebe und Nettigkeit. Auch, nee, gerade im Netz.

Von Hans Pørnflake

Als das Internet vor Jahren entstand, war es die Umsetzung einer großartigen Idee: Freie, unbeschränkte Kommunikation, der sekundenschnelle und grenzenlose Zugriff auf Informationen und die Vernetzung von Menschen, die sonst niemals im Leben aufeinander getroffen wären.

Die Ziele waren edel und honorig, der Gedanke dahinter bahnbrechend. Entstanden ist daraus aber eines der größten Übel der jüngeren Vergangenheit. Mir ist bewusst, dass es nicht einer gewissen Ironie entbehrt, dass ich diese Zeilen über das Internet vermittele, aber ich habe ja auch nicht behauptet, dass das Internet grundsätzlich, oder besser, in sich, schlecht ist. Unser Umgang mit ihm ist es aber allemal.

All das Gute, das das Internet zu vermitteln vermag, versinkt in einem Meer aus Belanglosigkeit, Sex, Feindseligkeit und Missinformation. Diese vier großen Bausteine des heutigen Netzes vernebeln all das, was es so gut machen könnte. Und sie vernebeln nicht nur alles, nein, sie zerstören mutwillig den letzten Rest, der noch vom alten Grundgedanken der Idee „Internet“ übrig geblieben ist.

Ein großer Teil des Internets besteht aus Hass. Purem, ungeschminktem Hass. Hass auf Frauen, Hass auf Juden, Hass auf Ausländer, Hass auf Bionade-Trinker, Hass auf Kinderschänder, Hass auf Schwule, Oppositionelle, Russen, Moslems, Kritiker, Amerikaner und Politiker. Dieser Hass durchzieht das Internet in seiner gesamten Breite. Hass gibt es auf Pornoseiten, bei Facebook und Twitter genauso wie in Online-Spielen, Webradios oder auf Youtube. Wer sich Kommentare zu kontroverseren Themen durchliest, egal ob auf der Facebook-Seite des Spiegel oder einem Youtube-Video zum Nahostkonflikt, findet nichts als schreiende und geifernde Hasser. Es ist scheinbar der Status Quo geworden, dass die, die am lautesten schreien, im Internet den Ton angeben und wenn nicht offene Zustimmung, dann doch massenweise stilles Kopfnicken ernten.

Was wir von Hatern und ihren Hass Kommentaren halten? Wir geben 'nen Mittelfinger auf sie.

Was wir von Hatern und ihren Hass Kommentaren halten? Wir geben ’nen Mittelfinger auf sie.

Warum schreibe ich das nun auf einer Seite wie dieser hier? Immerhin geht es bei Mimi&Käthe um Liebe, Pornos und Zärtlichkeit. Nun, Pornografie ist mit Abstand der größte Inhalt des Netzes, und natürlich gelten auch dort die Gesetzmäßigkeiten, die überall sonst im Netz gelten. Auf einer etwas unbekannteren Pornoseite, über die ich vor kurzem stolperte, und die, so weiß ich jetzt, bekannt ist für zweifelhafte Inhalte, die gerade mal knapp an Kinderpornografie und anderem verbotenen Zeugs vorbeischrammen, trifft sich eine Menge dieser hasserfüllten Pornofreunde. In den Kommentaren zu Bildern von Pornodarstellerinnen sind Frauen generell „Schlampen“ und „Fickstücke, die es verdient haben, dass man sie Scheiße behandelt“. Bilder und Videos von (Fake)-Vergewaltigungen werden mit Sprüchen wie „Hat die Hure nicht anders verdient“ beklatscht.

Die Leute, die sich auf dieser und vielen anderen Pornoseiten tummeln, wollen Frauen leiden sehen. Natürlich nicht alle, aber ein nicht geringer Teil. Sie wollen Bilder und Videos von Frauen konsumieren, die erniedrigt werden, gedemütigt, geschlagen und benutzt, sie wollen ihrem Hass auf Frauen in ihren Kommentaren Ausdruck verleihen, weil ihre eigene Frau oder Freundin sie vielleicht verlassen hat, weil ihre große Liebe sie nicht erhören wollte oder weil sie Frauen generell scheiße finden, da diese keinen Typen ficken wollen, der verschwitzt und schmierig vor seinem Rechner sitzt und sich einen auf Gewaltvideos wichst.

Irgendwie passend - lasst euch von den Hass Trollen nicht einschüchtern. Ihr seid cool, die sind feige Kackwürste.

Irgendwie passend – lasst euch von den Hass Trollen nicht einschüchtern. Ihr seid cool, die sind feige Kackwürste.

Im Internet ist alles erlaubt. Was sich diese biederen, stinkenden Herren im richtigen Leben nie trauen würden, nämlich ihren Hass vom Grunde ihres Herzens hinauszuschreien, ist im Internet kein Tabu und dank der vermeintlichen Anonymität auch kein Hindernis. Denn die Männer, die auf Pornoseiten hassen oder auf Kuppelseiten Frauen die widerwärtigsten Dinge auf die Pinnwand schreiben, scheißen sich im richtigen Leben in die Hose vor Angst, wenn sie mit einer Frau alleine im Aufzug fahren.

Das Internet ist voll von diesen Männern, ob pubertierende Halbwüchsige oder fest im Leben stehende Mittvierziger. Typen, die im richtigen Leben die nettesten Menschen sein mögen, die im Internet aber umso mehr von Herzen hassen, denn dort können sie sich hinter einem Usernamen und einem gefakten Profilbild verstecken.

Was ich sagen will: Männer, die derartig frauenverachtende Dinge von sich geben, sollten nicht toleriert werden. Doch es gibt sie nun einmal, gerade in der Welt der Pornographie. Deshalb eine Bitte an alle Frauen, die in dieser Branche ihr Geld verdienen: Scheißt auf diese Typen. Meldet sie, wenn möglich. Blockiert sie. Ignoriert sie. Es sind Feiglinge, die nicht mal eines Mitleids-Likes bei Facebook würdig sind. Lasst euch von so etwas nicht fertig machen. Dasselbe gilt natürlich auch für alle Frauen, die bei der Bank arbeiten. Oder kellnern. Oder eine Werbeagentur leiten.

Aber dieser fragwürdige Umgang mit dem Internet findet sich natürlich nicht nur in der Männerwelt. Auch bei den Frauen haben die Schreihälse das Sagen. Dort geht es allerdings weniger um Pornografie, als oftmals um Feminismus. Als der Rosetta Wissenschaftler Matt Taylor nach der erfolgreichen Landung einer Sonde auf einem Kometen vor die Kameras trat und dabei ein Hawaii-Hemd mit halbnackten Frauen darauf trug, verlor die wissenschaftliche und technische Sensation, die diese Landung war, jegliche Bedeutung. Denn es entstand ein fürchterlicher Shitstorm, initiiert von Frauen, die besagtes Hemd sexistisch fanden und diese Ansicht mehr als deutlich und oft alles andere als respektvoll Matt Taylor gegenüber im Internet äußerten. Ein Shitstorm, der dazu führte, dass sich Taylor unter Tränen für das Tragen des Shirts entschuldigte.

Hass nervt - wie wär's mit mehr Liebe?

Wie wär’s mit mehr Liebe? <3

Nun kann man das albern finden und über die bescheuerten Frauen lachen, aber das Problem liegt tiefer. Viele Frauen haben sich mit Matt Taylor solidarisiert, weil sie glauben, dass diese Form des Feminismus schädlich für das Bestreben ist, Frauen endlich wirkliche Gleichberechtigung zu verschaffen. Denn genau so, wie es frauenhassende Männer gibt, gibt es männerhassende Frauen, die immer mehr die Hoheit über den Diskurs erlangen. Auch hier gilt: Wer am lautesten schreit und die abstrusesten Dinge sagt, wird gehört.

Und bevor mich jetzt jemand in eine antifeministische Ecke schieben will, nein, keine Chance, ich glaube einfach nur, dass die geifernde Diskussion über ein hässliches Shirt keine Probleme von Frauen in unserer heutigen Gesellschaft löst. Das Ziel von Feminismus sollte die Gleichstellung der Frau sein, die wird aber ganz sicher nicht mit dem ständigen Eröffnen von Nebenkriegsschauplätzen erreicht. Das mal am Rande.

Der Hass, sei es im Namen des Feminismus oder weil sich einfach keine Frau zum Ficken findet, regiert das Internet, und es wird täglich schlimmer. Vielleicht sollte man über eine Klarnamen Pflicht im Netz nachdenken. Viele würden vielleicht abgeschreckt werden, wenn man ihre furchtbaren Aussagen direkt mit ihnen in Verbindung bringen könnte, aber Facebook hat gezeigt, dass selbst das bei vielen nicht wirkt.

Eine letzte Möglichkeit wäre ein Vorschlag, den ich auf Twitter gelesen habe: Der Kommentator muss auf einer Bühne seine Hate-Kommentare laut vorlesen, während im Publikum seine Familie, sein Arbeitgeber und seine Freunde sitzen. Vielleicht würde das zumindest einen kleinen Teil davon abhalten, weiterhin Hass im Internet zu säen.

5 Comments

  1. petra

    27. November 2014 at 9:11

    Vielen Dank für diesen Artikel!

    Was aus dem Internet geworden ist, dieser großartigen Idee Menschen rund um die Welt kennenlernen zu dürfen, Neues zu erfahren und sich auszutauschen, bedaure ich schon lange.

    Den Hass, den ihr beschreibt, erkenne ich leider nicht nur im Netz. Gerne würde ich glauben, dass die beschriebenen Typen im echten Leben vor uns Mädels erzittern. Leider beobachte ich, dass sich viele auch im echten Leben genau so verhalten. Im Arbeitsumfeld sind für diese Spezies Frauen entweder nicht ernst u nehmende Deko, oder sie müssen weg weil sie die traue Männerwirtschaft stören.

    Wir Mädels machen es aber keinen Deut besser. Wie da zum Beispiel gelästert wird wenn sich ein Typ unter der Würde bestimmter Damen erdreistet sie freundlich anzusprechen treibt mir immer wieder die Schamesröte ins Gesicht.

    Mein Eindruck ist leider auch, dass der Hass zwischen verschiedenen Religionen, Nationalitäten, Weltanschauungen,… zunimmt.

    Ich weiß nicht ob ignorieren hier noch ausreicht, oft bin ich leider sprachlos vor Fassungslosigkeit.

    • Mimi

      Mimi

      27. November 2014 at 15:03

      du hast absolut recht. der rat von hans, die trolle zu ignorieren, bezog sich auch nur aufs internet. man sollte – wenn möglich – solchen leuten generell keine angriffsfläche bieten und sich von ihnen nicht das leben vermiesen lassen. danke für deinen tollen kommentar :) <3

    • badmoischder

      14. Dezember 2014 at 16:42

      oder gegen den hass anstinken (sry für die wortwahl) hab bei huffington post deutschland nen tollen link zu „hooligans gegen satzbau“ gefunden. echt zum kringeln die bemerkungen da

  2. JudgeDark

    25. November 2014 at 23:19

    Schöner und trefflich formulierter Text. Allerdings glaube ich, dass die vorgeschlagene Bühne bzw. deren Ausgang von den angesprochenen Feministinnen mit Steinen bewaffnet bewacht werdem würde! ;)

  3. Bene

    25. November 2014 at 21:33

    Sehr guter Kommentar, habe auch festgestellt, dass sich die Kommentare im Inet doch sehr verrohen.

    Ist natürlich einfach,in der Anonymität des Inet seine Hasstyraden loszulassen.

    Fehlender Respekt dem Gegenüber gegenüber.

    Habe aber auch wenig Hoffnung, dass sich das in der Zukunft ändern wird.

    Kämpft weiter!

    Grüße Bene

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