„Schwänze müssen stinken“ – Jungs und Genitalhygiene

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Als Autorin Artie Shaww just über weibliche Genitalhygiene schrieb und ganz nebenbei die Damenwelt aufforderte, sich endlich mit Aussehen, Geruch und Geschmack der eigenen Muschi anzufreunden, dies alles sogar abzufeiern, ging dieser Post durch die Decke. So viele von euch fühlten sich von Arties Worten angesprochen, was die Lady und ich mit Verzückung zur Kenntnis nahmen. Doch fragte ich mich: „Brauchen Jungs so etwas auch? Eine Anleitung zur Selbstliebe? Eine Mutmachung? Mal Kaspar ten Boerte fragen!“ Und so bat ich Neu-Mimi&Käthe-Autor Kaspar um ein Statement zur männlichen Genitalhygiene, das er prompt lieferte. P.S.: Der Text ist mindestens sprachlich durchaus ein unsensibler Klopper und beinhaltet sexistische Aussprüche, die vielleicht Ironie sind, vielleicht auch nicht. Da Kaspar aber Feminist und Hobbysatiriker ist, geht das klar. Atmet nun locker durch die Hosen, Freundinnen. Geht los.

Von Kaspar ten Boerte

Jüngst bot ich Mimi an, neue Texte für den Blog zu schreiben, als sie meinte, mich gut gebrauchen zu können. „An was hast du da genau gedacht, Mimi?“ In den wenigen Sekunden, die zwischen meiner Frage und ihrer Antwort vergingen, rauschten erlebnispornographische Themenmöglichkeiten an meinem inneren Auge vorbei: Eine Gonzoporn Reportage mit goldener Spesenkarte beim weltweiten Treffen sexsüchtiger Hochbegabter! Undercover als Dick Tracy, eingeschleust zum Bunga Bunga des verrücktesten Di(c)ktators der Stunde, um dort hilflose, reine Elfchen zu befreien, bevor die verdammten Amis den Job… Da kam auch schon ihre Antwort: „Kaspar, du könntest eigentlich mal was über Genitalhygiene bei Männern schreiben. Übers Schwanz waschen.“

Schwanz waschen. Genitalhygiene? Ehm – cool? Genitalhygiene? Okay, cool. Ein Mann muss tun, was ein Mann…

Ich sagte also: „Mach ich, wird erledigt.“ Immerhin habe ich die wahrscheinlich coolste und schönste Chefin der Welt, der ich auf ewig in platonischer Minne zugetan sein werde. Und wer weiß, was bei so etwas rumkommt? Ein neues Thema ist wie eine alte Umzugskiste: Du weißt nie, was drin sein wird. Egal, was drauf steht.

Die ersten Umfragen bei den Frauen in meiner Umgebung führte zur Erkenntnis, dass so manche Damen findet, viele Schwänze schmecken eher ungeil. Habt ihr so noch nicht gehört? Ich auch nicht. Das könnte zwei Gründe haben. Der erste ist, dass wir nicht zur Fraktion der Männer mit schlechtem Geschmack gehören. Was jede bestätigen kann, die mich flanierend im Sonntagsstaat trifft. Der zweite Grund? Die letzte Dusche ist schon ein bisschen was her.

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Foto: Chris Phillips / Pornceptual.com

Aber es gibt kein Gesetz, alles bis zum Schluss zu hinterfragen. Es reicht, wenn ihr in Zukunft die Ratschläge eines Fachmanns von Schwanz- und Eierwaschung beherzigt, der mehrere Standardwerke über männliche Genitalhygiene bei namhaften Verlagen veröffentlichte und zufällig einer meiner verstorbenen Großonkel ist: Smarte Hasenscharte, bekannter unter seinem Künstlernamen Doc Dirty Old Shame.

Ich kannte ihn bisher nur als den Typen, der in schmutziger Unterwäsche mit am Weihnachtstisch saß und behauptete, seine rote Säufernase zeige eine Verwandtschaft zu Rudolph the red nosed reindeer, und er hätte deshalb beste Verbindungen zum Geschenkebringer. Ich kleiner Scheißer respektierte Doc Dirty Old Shame mein Leben lang. Bis seines endete und keine Infos aus erster Hand mehr zu bekommen waren. Weshalb ich gestern den Familienrat einberief, um für das Thema „Genitalhygiene bei Männern“ eine Kurzzusammenfassung seines Werks zu erhalten. Folgendes wurde mir zur Haltung von Onkel Doc Dirty Old Shame bezüglich Sauberkeit im männlichen Genitalbereich – bei Kaffee und Kuchen übrigens – verklatscht:

Erstens: Blasen und Waschen sind zwei Teile eines Vorgangs, der in der Mundhöhle von Frauen zu erledigen ist.

Zweitens: Stinkende Schwänze sind ein Beweis für Charakter, und wer an seinem Charakter zweifelt, sollte Waschungen aufs Mindestmaß reduzieren.

Drittens: Echte Frauen mögen kräftige Duftmarken und lieben es, wenn weißes Smegma und Eigenspeichel sich in den Mundwinkeln zu trauter Zweisamkeit vermischen.

Viertens: Wenn sie dich wirklich gern hat, freut sich die Lady über deinen „Charakter“, wo andere nur Pisse schmecken.

Oder anders gesagt: Mein Onkel war, wie viele andere Männer seiner Zeit, der Meinung, dass zu einem echten Kerl auch ein echter Männerflavour gehört.

Hört ja nicht auf Kaspars Onkel, Männer. Eine tägliche Schwanz- und Eierwaschung ist ein Muss! Foto: Chris Phillips / Pornceptual.com

Da aber nicht alle dieser Meinung sind, besonders nicht die Damenwelt, wie meine Recherchen ergaben, sollen euch auch zeitgenössische Hygienetipps nicht vorenthalten bleiben. Da gibt’s, klar, Erdbeer-, Spargel- und Meeresfrische-Lotions, um euer Geschlecht mit Industriegeruch zu markieren. Entsprechende Produkte gibt’s in jeder Drogerie just around the Eck. Wer Lust auf so etwas hat und Sexpartner kennt, die das ebenfalls geil finden: Immer ran an die Regale! Bedient euch am Formen- und Geschmacksreichtum des kapitalistischen Realismus. Das mag für manchen eine echte Hürde darstellen, aber dafür muss sich niemand schämen. Ihr könnt die Artikel kaufen! Jetzt mal unter uns: Ist doch eine gute Sache, wenn es euch und den Menschen mit Zugriff auf eure Intimsphäre schmeckt, wie immer das auch schmecken mag.

Meine Umfrage unter Freunden und Freundinnen des gepflegten Verkehrs kommt allerdings zu einem schlichten Schluss, mit dem dieser Text auch schließen wird. Der spezifische Geschmack eures Geschlechts schmeckt allen, die euch wegen Geilheit, Verknalltsein oder Liebe ehrlich zugetan sind. Weniger gut, weil ungeil, sind aber stinkende Schwänze, sorry, Onkel. Was dagegen hilft? Genitalhygiene aka tägliches Waschen: Vorhaut zurückziehen, Eichel, Schaft und Eier mit Wasser und milder Seife säubern. Fertig.

2 Comments

  1. pacman42

    27. Mai 2016 at 14:57

    Taegliches Waschen – okay, aber dann bitte nicht jeden mit (milder) Seife. Das kann die Haut auf dauer austrocknen und die kann dann einreiszen – und glaubt mir, einmal gerissene Haut am Penis ist wirklich, wirklich nicht witzig. Also auszer man hat kein Problem damit, eine oder zwei Wochen gar nichts mit seinem besten Stueck zu tun(auszer eincremen natuerlich), bis das Verheilt ist. ;)

  2. JudgeDark

    5. Mai 2016 at 17:30

    Ich schrieb es im oben zitierten Bericht zur Mumuhygiene schon und fasse mich deshalb hier kurz. Tägliche Waschung des besten Freundes sollte in jedem Fall sein und wenn er noch ne Kapuze hat, dann diese schön, wie von Kaspar beschrieben, zurückziehen und auch dort für Sauberkeit sorgen! Das sind wir der Damenwelt schuldig … !

    Und wie scheiße wäre es, wenn es zu spontaner Zweisamkeit mit der „geilsten Frau der Welt“ kommt und die macht nen Rückzieher, weil Geschmack oder gar schon der Geruch abstoßend wie ein toter Fisch sind!

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