Geile Clips für zwei – das Porno-Paar-Experiment, Vol. II

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Wie fühlt es sich an, mit dem Liebsten geile Clips anzuschauen? Ihn daran teilhaben zu lassen, was dich an- und feucht macht wie Castrop-Rauxel im Herbst? Geht so was überhaupt, ohne sich schrecklich zu schämen? Wird es albern? Peinlich vielleicht? Wird er dich auslachen oder von nun an seltsam anschauen, wenn er weiß, dass du auf Gangbang- und Wollfetisch-Filmchen stehst? Werdet ihr jemals wieder normalen Sex haben oder wird er glauben, dass nur Sex zu vielt oder Ficken im Norwegerpulli dich an- und feucht macht wie… ihr wisst, was ich meine. All das hat sich auch Mimi&Käthe Autorin Antoinette Blume gefragt und in der letzten Woche ein kleines Selbstexperiment eingeleitet – sie möchte sich gemeinsam mit ihrem Herzmann einen Porno reinziehen. Den theoretischen Teil 1 des Experiments findet ihr hier, heute geht’s an die Praxis – geile Clips für zwei, hereinspaziert.

Von Antoinette Blume

Ich bin ein neugieriger, jedoch nicht ganz so exotischer Mensch im Bett – keine Seile, keine Dreier, keine Stange. Nicht in meinem Repertoire. Zumindest noch nicht. Dafür mag ich Pornos.

Sich in allem etwas vorwagen, das ist mein Plan. Ein Teil dieses Plans: Ich möchte mir zusammen mit meinem Freund einen XXX-Film ansehen. Das Experiment Porno zu zweit kommt mir gelegen, so kann ich es immerhin offiziell machen. Nachdem ich gefühlt jedes Mal beim täglichen oder nächtlichen Miteinanderschmusen dachte: „Ist jetzt der richtige Moment? Ganz einfach einen Porno anmachen und gucken, was passiert? Oder schaut man sowas im Wohnzimmer, weil da mehr Platz ist? Reichen geile Clips, wie man sie auf Youporn und Pornhub findet? Sucht er einen ,richtigen‘ Film aus, losen wir?” Oh Gott, was bin ich nur für ein Anfänger. Aber auch Anfänger lernen fahren, so ist es schon immer gewesen.

Um das Organisatorische nicht von unserer „We“-Time abgehen zu lassen, sexten wir es via WhatsApp aus. Sexting ist schon immer mein Thema (hallo Uni! Ja, ich war das, die darüber mal eine Hausarbeit geschrieben hat!), sicheres Terrain also. Emojis ftw. Wir losen aus, wer den ersten Film aussuchen darf, und jedem wird ein einmaliges (!) Veto-Recht zugestanden. Keine Cumpilations, es muss eine kleine Story enthalten sein, bestenfalls etwas „Edles“ oder wirklich Trashiges aus der Videothek.

Huh, mir wird schon ganz warm, wenn ich daran denke. Aber der Reihe nach.

Porn zu zweit1

Wir machen ein Date aus, ich trinke etwas zu viel Wein, und seine Klamotten stören mich den ganzen Abend so dermaßen, dass er sie sofort ausziehen muss, als wir zur Tür herein in seine Wohnung stolpern. Vor lauter Heiterkeit ermahne ich ihn, er solle nicht vergessen, wozu wir hier sind: Zum Porno schauen.

Das Los im Vorfeld war auf meiner Seite, also habe ich mich für zwei erregende Kurzfilme von Erika Lust entschieden, Power Pussy und Mad Men Porn (beide auf der XConfessions Vol. 4-DVD). Weit ab von Trash, ganz nah an Edel, und wem diese Filme nicht die Feuchte aus allen erogenen Zonen heraus spritzen lassen – da weiß ich auch nicht weiter.

Die Protagonisten sind schön. Viel zu schön! Ich bin ganz berührt von ihrer Schönheit und den ineinander gleitenden Bewegungen, als nach kürzester Show-Time auf dem MacBook meine eigene Prime-Time beginnt. „Würdest du das auch so mögen, wie er das gerade bei ihr macht?“, werde ich gefragt, während eine von zwei weiblichen Pornoschönheiten auf dem Gesicht ihres Drehpartners sitzt und… Äh, ja, weiß ich nicht, denke schon? Ich bin wohl aufgeregter, etwas von meinen Vorlieben preiszugeben, als ich dachte. Wir könnten es ja nachstellen. Könn(t)en wir. Machen wir vielleicht auch.

Wir versuchen es.

Gemein, aber mich stören die Geräusche der drei anderen Turteltauben so (wobei das bei dem Hardcore Sex, der da nun so langsam vor sich geht, schon recht euphemistisch ist), dass ich ihnen die Stimme nehme (Mute), um mich auf meine eigene Stimmung zu fokussieren. Gar nicht so leicht, es während eines Pornos mit dem eigenen Mann zu treiben – und dennoch gefällt es mir.

Porno zu zweit

Fotos (2): Marc C. Fischer

Ich erwische uns später noch ein paar Mal dabei, wie wir auf den Bildschirm schauen. Warum? Um zu schauen, ob die drei Sexmenschen noch da sind? Muss ein von der Evolution übrig gebliebener Reflex sein, zu beobachten, was da im Hintergrund vielleicht doch Interessantes vor sich geht. Zum Glück sind die Filmchen nur kurz.

Prädikat meines Geile Clips zu zweit-Selbsttests: Empfehlenswert. Keine Scham, keine Peinlichkeit, wir waren mutig, und es hat sich gelohnt. Dennoch – Verliebtheit braucht Fremdheit, um hier den großen Michael Nast zu zitieren. Ich möchte mir die Porno-zu-zweit-Option noch ein wenig fremd halten.

Fotos: Marc C. Fischer // Marc C. Fischer bei Facebook
Model: Nasti van der Weyden // Nasti bei Facebook

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  1. Pingback: Mimi&Käthe: Erlebnispornographie – unser Buchbaby ist da! - Mimi&Käthe

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