Die schönste Hass-Liebe von allen – Frauenfreundschaften <3

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Happy Valentine’s Day, ihr Verliebten und Liebhabenden. Nein, sorgt euch nicht, euch erwartet an diesem Tag der Liebe auf unserem kleinen Blog kein Feuerwerk of Kitsch, keine Sammlung der schönsten Herzschmerz-Gedichte, die ich im Suff schrieb. Wir widmen uns stattdessen einer ganz besonders schönen, aber auch anstrengenden Form der Liebe – Frauenfreundschaften. Unsere Autorin Penny Calvet hat nämlich Streit mit ihrer besten Freundin und sich aus diesem Grund überlegt, warum Frauenfreundschaften eigentlich so schrecklich kompliziert sein müssen. Woran das liegt und was wir Mädchen uns von den Jungs abgucken sollten? Verrät Penny euch jetzt – in diesem Text voller Hass-Liebe :)

Von Penny Calvet

„Ihr Frauen seid doch alle bescheuert“, sagte mein bester Freund gestern zu mir, nachdem ich ihm mein Herz ausgeschüttet hatte. Nein, es ging ausnahmsweise mal nicht um einen Mann, sondern um eine gute Freundin, die gerade keine gute Freundin mehr sein will. Frauenfreundschaften und Männerfreundschaften unterscheiden sich grundlegend, wurde mir nach diesem Gespräch klar.

Bei Männern ist die Sache mit der Freundschaft relativ einfach. Entweder Mann mag Mann, oder eben nicht. Darum werden keine großen Worte gemacht, Männerfreundschaften werden nicht auf Instagram zelebriert, und auch der Chatverlauf quillt nicht über vor kitschiger Emojis, die man seinem besten Kumpel mal eben so schickt. Wenn Männer etwas blöd finden, sagen sie es, oder hauen sich auch mal gepflegt eine aufs Maul. Danach ist alles geklärt, weil eben entweder alles gesagt oder die Freundschaft gegessen ist.

Männerfreundschaften sind solide und ehrlich, so mein Eindruck. Männer müssen auch nicht wie die Kletten aufeinander hängen. Es reicht, sich einmal pro Woche zu sehen und ab und an gemeinsam um die Häuser zu ziehen. Und wenn man sich mal längere Zeit nicht meldet, werden nicht gleich die örtlichen Behörden alarmiert und mediale Bombardierungen geflogen.

Bei Frauen verhält sich die Sache ganz anders, und je länger ich darüber nachdenke, desto verwirrender finde ich Frauenfreundschaften. Mit einer guten Freundin verbringen wir Frauen viel Zeit, manchmal mehr Zeit als mit dem eigenen Partner, sofern es denn einen gibt. Eifersüchtig sind wir trotzdem manchmal auf den Partner der bff, und auch auf andere Freundinnen, die uns womöglich den Rang ablaufen könnten. Da hilft es auch nicht zu wissen, dass wir unsere komplette gemeinsame Freizeit miteinander verbringen, dass wir von unserer besten Freundin geliebt und geschätzt werden.

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Machtkampf oder Mädchenglück? Ist bei Frauenfreundschaften leider nicht immer ganz klar.

Wir teilen die intimsten Geheimnisse und gehen ganz selbstverständlich zusammen aufs Klo (an dieser Stelle muss ich alle Männer enttäuschen, denn das machen wir nicht, um uns heimlich auf die Mösen zu starren, sondern in der Regel, um abzulästern oder einen Schlachtplan auszuarbeiten, wie wir euch noch rumbekommen können). Für den Fall, dass sich die beste Freundin in einer anderen Stadt befindet, gibt es glücklicherweise die Standleitung, die Tag und Nacht in Anspruch genommen wird. Kurzum, wir wiegen unsere Freundschaft im Glauben, dass wir alles füreinander sind und alles miteinander teilen. Kein Mann kann eine Frauenfreundschaft zerstören, und auch nichts und niemand sonst wird es schaffen, das Band einer guten Frauenfreundschaft zu durchtrennen.

Alles Pustekuchen, denn die Realität kann selbst die innigste Freundschaft ins Wanken bringen, wie ich feststellen musste. Frauenfreundschaften scheitern daran, dass wir eben doch nicht so ehrlich zueinander sind, wie wir es vorgeben zu sein. Und Frauenfreundschaften scheitern daran, dass Ansprüche an die Freundschaft gestellt werden, die nicht zu erfüllen sind.

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Das Allerschlimmste ist aber, dass Frauen nicht offen und ehrlich über ihre Probleme miteinander reden, wie Männer es tun, sondern solange genervt sind, bis es richtig knallt. Deshalb enden viele Frauenfreundschaften in fiesem Gezanke, dem ein mehraktiges, still für sich erlittenes Drama vorausgegangen ist. Das ist nicht nur wahnsinnig nervenaufreibend für die Beteiligten, sondern auch für das Umfeld, auf dessen Rücken die Streitigkeiten ausgefochten werden. Es plötzlich darum, wer der ehemals besten Freundin aus Solidarität gleich mit die Freundschaft kündigt, wer an ihre Stelle tritt und warum eigentlich schon immer hätte klar sein sollen, dass die Freundschaft nur ein geheuchelter Haufen Scheiße war. Alles wird plötzlich in Frage gestellt, anstatt nach dem Kern der Auseinandersetzung zu suchen.

Auch meine Freundin und ich zogen dem Streit die Alternative des Anschweigens vor, um dem großen Knall aus dem Weg zu gehen. Wir haben von heute auf morgen einfach die Standleitung gekappt und schmollen nun wie kleine Rotznasen. Kein „Guten Morgen“ und kein „Schlaf gut“ mehr, einfach Funkstille. „Ghosting“ nennt man dieses Phänomen in Fachkreisen.

Nach dem Auslöser für den plötzlichen Liebesentzug gefragt, konnte ich meinem besten Freund keine zufriedenstellende Antwort geben. Ich weiß selbst nicht so richtig, warum wir uns überhaupt streiten. Ich glaube, ihr passt der Typ nicht, in den ich gerade verliebt bin, und ich werfe ihr vor, dass sie nicht ehrlich mit mir war, nach dem Motto: Ich dachte, dass sie weiß, dass ich denke, dass sie sich meldet, aber sie dachte, dass ich weiß… Und so weiter und so fort.

Wir haben einander nicht gesagt, was wir denken und es stattdessen vorgezogen, abzuwarten, bis die andere klein beigibt.

Vielleicht sollten wir uns was bei Männerfreundschaften abschauen und darüber reden, was uns am anderen ärgert. Uns ehrlich zu sagen, was wir denken, wäre die Lösung, dann können wir wieder endlich wieder Freundinnen sein und die Sektkorken knallen lassen. Weil mir meine Freundin echt fehlt.

Die Models auf diesen Bildern sind die traumhaft schönen Pornchicks Coco Kiss und Lullu Gun. Die Fotos hat der ebenfalls traumhaft schöne Pornoregisseur Tim Grenzwert gemacht :D <3

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Ach, was soll’s: Am Ende haben wir sie doch lieb, unsere bff!

4 Comments

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  3. JudgeDark

    15. Februar 2016 at 18:51

    Man bekommt es immer wieder mit, dass Frauenfreundschaften entweder richtig dicke oder eben doch mit einigen Schwierigkeiten behaftet sind. Bei den Männern funktioniert das glaube ich doch etwas besser, wobei ich aus der anfänglichen Twen-Zeit das selbst auch bei jungen Männern erlebt habe. Insbesondere in der Zeit der „ersten großen Liebe“, da ist dann der dicke Kumpel ganz plötzlich Luft und oft genug merken es die rosarot bebrillten Vögel nicht mal. Oder eben die Eifersucht auf den Kumpel, der plötzlich ne Freundin hat, auch das ist zu beobachten.
    Allerdings mit zunehmenden Alter lässt das nach und im Grunde ist es wie oben beschrieben doch sehr einfach. Wenn was nicht passt, dann wird das geklärt und gut is!

  4. Rheintochter Esme

    14. Februar 2016 at 22:14

    Hmmm, schwieriges Thema. Eine Zeitlang kam ich buddy-mässig echt besser mit Männern klar als mit Frauen, mittlerweile hält es sich einigermaßen die Waage, glaub‘ ich. Obwohl ich doch mehr zu männlichen Buddies tendiere. Ich benehme mich aber auch eher „wie’n Kerl“ als „wie ein Mädchen“, vielleicht liegt’s daran? Zumindest das gängige Klischee betreffend, mein‘ ich. Aber die Sache mit dem nicht immer ganz offen-Sein und dem langen „Erdulden, bis es knallt“ kenn‘ ich auch eher von Damen als von Herren. Schade eigentlich.
    Hmmm, ich muss da noch ein wenig drüber brüten, glaub‘ ich.
    Danke für den Denkanstoß! Liebe vom Rhein!! <3

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