Feministinnen sind so: Zwischen Klischee und Wirklichkeit 

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Ein Text von Christina, Girl Boss beim Blog Time For Girl Power.

Sie sind hässlich, behaart, übertrieben rebellisch, zickig, laut, wütend, radikal, hysterisch, frustriert, unbefriedigt und vor allem männerhassend. Ja genau, ich spreche über Feministinnen. Vielmehr über die Vorstellungen, die viele mit diesem Begriff verbinden. Klischeedenken sei Dank.

Der Feminismus hat ein schwerwiegendes Imageproblem, basierend auf unzähligen Vorurteilen wie den oben genannten. Vorurteile, die sich insbesondere in den letzten Jahrzehnten angesammelt haben und die das Wort „Feministin“ zu einem Label machen, mit dem man sich nur ungern schmückt.

Das älteste und wohl hartnäckigste Klischee ist, dass alle Feministinnen hässlich sind. Für viele einer der Gründe, sich nicht als Feministin zu bezeichnen, denn wer will sich schon freiwillig als hässlich abstempeln lassen? Dabei hinterfragen viele Feministinnen schlicht gängige Schönheitsideale und rebellieren auf ihre Art, zum Beispiel mit dem Body Positive Movement, mit Achselhaaren und indem sie ihre Speckröllchen akzeptieren und lieben lernen. Andererseits sind für Feministinnen auch Schönheits-OPs, Extensions und Make-up okay und absolut nicht untypisch.

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Auch das Klischee, dass Feministinnen ein Problem mit Sex und Sexualität haben, ist weit verbreitet – und völliger Quatsch. Feministinnen kämpfen für die sexuelle Selbstbestimmung der Frauen und gegen ein gesellschaftliches Verständnis von Sex, das sich in erster Linie um die Verwöhnung des Mannes und seines besten Stückes dreht. Frauen möchten auch auf ihre Kosten kommen und ihre Lust ausleben, und das sollten sie auch. Dafür kämpfen Feministinnen unter anderem.

Wer denkt, dass Feministinnen Männerhasserinnen sind und Männer unterdrücken wollen, hat den Feminismus überhaupt nicht verstanden. Moderne Feministinnen sind nicht auf einen Geschlechterkampf aus, sondern möchten Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen erzielen und kämpfen deshalb für mehr Respekt und Wertschätzung – auf beiden Seiten.

Aber wenn alles so anders ist – warum bilden wir diese Stereotypen dann immer noch ab und brandmarken den Feminismus als „the bad F-word“? Es liegt daran, dass viele von uns zu faul sind, Vorurteile zu hinterfragen. Es finden sich in unseren Köpfen immer wieder Schubladen mit Vorstellungen, die sich auf unsere Wahrnehmung auswirken, ob wir wollen oder nicht. Es ist unsere eigene Aufgabe, dagegen anzukämpfen und uns selbst zu einer neutralen Betrachtung zu zwingen. Das gelingt immer mehr von uns – und dafür können wir uns ruhig mal auf die Schulter klopfen und stolz auf uns sein! Denn viele andere greifen gedankenlos auf unbestätigte und schablonenhafte Denkmuster zurück. Warum? Weil es einfacher ist.

Manche von euch werden nun den Kopf schütteln und denken: „Das können wir doch so nicht machen, wir müssen was ändern, Feminismus ist in diesen Zeiten wichtiger denn je.“ Genau so ist es. Wir können sowohl bei uns selbst als auch bei anderen beginnen, ein paar Gedankengänge anstupsen, Dinge und Denkweisen ganz allmählich verändern. „Thinking outside the box“ nennt man das.

Der erste und auch wichtigste Step dabei ist das Verlassen der festgefahrenen Strukturen, in denen wir uns bewegen, denn erst dann können wir unseren eigenen und den Horizont der anderen erweitern, um hinter die Fassaden zu schauen und die ganze Vielfalt – unter anderem des Feminismus – zu entdecken. Deshalb ist es nun an der Zeit, den unschönen Vorurteilen Goodbye zu sagen, das Klischeedenken zu verbannen und Klartext zu reden. Let’s go!

Feministinnen 1

Abschließend bleibt die Erkenntnis, dass es überall auf der Welt Feministinnen gibt, die sich tagtäglich mit Klischees auseinandersetzen müssen. Da ist es kein Wunder, dass sie manchmal wütend und laut sind, wenn sie immer wieder in veraltete, mit Vorurteilen voll gestopfte Schubladen gesteckt werden. Aber sie tragen ihr Label mit Stolz, kämpfen gegen die Vorurteile an und wissen, dass die Welt Feminismus braucht.

Wenn ihr euch nun dazu entschieden habt, dem Feminismus noch eine zweite Chance zu geben und euch traut, eure festgefahrenen Denkstrukturen zu verlassen, dann freut euch auf meinen nächsten Text. In dem informiere ich euch kurz und knackig über die Basics des Feminismus und erkläre euch die wichtigsten Themenbereiche. Denn der Feminismus ist so vielseitig, dass sich für jeden von euch ein Plätzchen darin finden lässt.

Um es abschließend mit den Worten der Feministin, Autorin und Journalistin Julia Korbik zu sagen:

„Feminismus prägt nicht jede Facette deines Daseins, er hat nur so viel Einfluss auf das eigene Leben und die Persönlichkeit, wie du selbst möchtest. Feministin zu sein, bedeutet nicht, dass du dich ändern musst. Im Gegenteil: Er erlaubt dir, du selbst zu sein!“ 

Illustrationen: Christina

3 Comments

  1. Fatima

    4. März 2017 at 21:00

    Yeah!
    Schön zusammengefasst. Vielen Dank für deine Arbeit! Ich liebe deine Texte. Mehr davon, bitte (:

    • Christina

      21. März 2017 at 21:48

      Ich danke dir für dieses tolle Feedback!
      Das motiviert mich immer mehr weiter zu machen!

      Hast du schon meinen neuesten Text gelesen?
      Den findest du auf der Startseite des Blogs!

  2. JudgeDark

    26. Februar 2017 at 17:30

    Bin schon auf den angekündigten Text gespannt … denn gerne möchte ich mein Bild über Feminismus ändern, wobei ich bisher auch wenig damit zu tun hatte, man hört oftmals eben nur von diesen Klischees, wenn man sich nicht aktiv mit dem Thema auseinandersetzt.

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