Social Media Detox – Mimi und die Anti Facebook Diät

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Uff. Kennt ihr das Gefühl, kaum noch Luft zu bekommen, weil ihr viel zu viel mit euch herumschleppt? Zu viel Käse, zu viel Ballast, zu viel Schrott? Mir ist dieses Gefühl leider nur allzu bekannt. Also habe ich mich auf Diät gesetzt. Nicht auf Anti Mettbrötchen Diät, das wäre ja sehr dämlich. Ich schiebe mir auch nicht den ganzen Tag lang Ananas oder hartgekochte Eier rein, um endlich wieder so skinny zu sein wie damals mit 21. Ich mache Anti Facebook Diät. Social Media Detox.

„Herrje, warum tust du das, Mimsen?“, höre ich den ein oder anderen besorgt ausrufen. Weil Facebook eine böse Seuche ist, die uns alle in ihren verrotzten Pranken gefangen hält. Nun, nicht wirklich Facebook per se. Das finde ich sogar ganz nützlich, wenn es um meine Wochenend-Gestaltung geht, um News zu tagesaktuellen Themen, Katzenbabyvideos oder darum, mit Freunden in Kontakt zu bleiben, die weit, weit weg wohnen. Zwar ist das Zuckerberg Machwerk eindeutig die Stasi unter den Social Networks, aber da uns niemand dazu zwingt, uns dem unterzuordnen, sind wir selbst dafür verantwortlich, was wir mit uns anstellen lassen.

Wir reden dank unseres übermaßigen Facebook Konsums zum Beispiel nicht mehr. Dafür posten wir. Na gut. Dann lass uns halt über den Post reden, ich ruf kurz an. Geht nicht, weil keine Zeit? Ich kann ja stattdessen deinen Post kommentieren? Joa. Du könntest auch einfach meinen Arsch kommentieren, an dem tanzt mir dein Post nämlich gerade vorbei.

Wir lassen uns von Facebook das Reden ab-erziehen. Klar, wir sind in der Lage, die krassesten, liebevollsten Genesungswünsche für den Bumskopf von Cousin dritten Grades unserer Nachbarin rauszuhauen, der sich im Suff die Haxen gebrochen hat, aber schaffen es nicht, uns auf einen Kaffee mit der besten Freundin zu treffen. Wir schwören dem Typ aus der „Stuttgarter Hipster suchen Geborgenheit“-Gruppe per Facebook Messenger die große Liebe, aber wenn er anrufen möchte, um zum ersten Mal unsere Stimme zu hören, bekommen wir kalte Füße und ent-frienden ihn.

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Echte Freunde brauchen kein Facebook, um sich ihre Liebhabung zu zeigen. Ruft eure BFF doch mal wieder an oder quetscht euch zusammen in den Fotoautomaten :)

Anstatt uns mit dem Liebsten über unsere Beziehungsprobleme auseinanderzusetzen, posten wir vielsagende Memes, Zitate von Bukowski und traurige Songs von Mumford&Sons. Und sorgen so dafür, dass Schatzi sich zu Hause die Fingernägel abfräst, weil er nicht weiß, ob das Video zu „Ridin‘ Solo“ von Jason Derulo, das sein Mädchen gerade gepostet hat, bedeutet, dass er von nun an nicht mehr mitreiten darf. Wir sagen, wir brauchen eine Pause von der stressigen Freundschaft, liken aber jedes neue Bild, das die einstige beste Freundin postet und treiben sie so in den Verwirrungswahnsinn.

Nicht. Das ist alles so dumm. Hört auf damit. Wenn es etwas zu besprechen gibt, greift zum Telefon und ruft den Liebsten oder die Freundin an. Von mir aus geht auch WhatsApp. Aber hört auf mit euren vermeintlich vielsagenden, mysteriösen Facebook Messages, die eh keine Sau versteht. Redet miteinander. Und wenn es nur ein kleiner Plausch über die viel zu enge Leggins der Arbeitskollegin ist.

Dann ist da noch die Sache mit Facebook und der Eifersucht.

Wenn ich einen Menschen liebhabe und er mich, möchte ich, dass er mir das zeigt. Ich versuche das ja auch. Fühle ich mich liebgehabt, ist es mir peng, ob mein Herzmensch in meiner Abwesenheit mit anderen Miezen flirtet und sich toll fühlt, weil ihm die Lotto-Dame verführerisch zugezwinkert hat. Solange nichts läuft, bin ich ein entspanntes, kleines Ding. Facebook jedoch macht dieser entspannten Attitüde einen Strich durch die Rechnung, indem es uns jeden flirty Move des liebsten Menschen auf dem virtuellen Silbertablett serviert. Oder sämtliche flirty Moves anderer in Richtung unseres Lieblingsmenschen, indem es uns zum Beispiel zum unfreiwilligen Zeugen charmanter Kommentar-Dialoge werden lässt: „Hey Hase, ich vermisse dich!“ „Ich dich auch, Baby, wir müssen uns bald wiedersehen!“ „Au ja, can’t wait <3 <3 <3“

Dass „Baby“ eine alte Freundin mit fragwürdigem Kleidungsstil und harter Schilddrüsenunterfunktion ist und „Hase“ nicht die Bohne an einer sexuellen oder romantischen Verbindung mit ihr interessiert ist, „Baby“ aber liebhat, weil man sich bereits aus dem Sandkasten kennt, können wir nicht wissen. Woher denn auch? Also werden wir traurig, eifersüchtig und böse und mögen uns selbst nicht mehr leiden. Und Hase? Der wird irgendwann die Biege machen, weil er unser Genörgel nicht mehr erträgt. Aber erst dann, wenn er erfahren hat, warum dieser seltsame, tätowierte Kerl ständig Liebesschnulzen-Videos in der Chronik seiner Freundin postet!

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Richtig echte Briefe statt doofer Kommentare und mysteriöser Posts – viiiel schöner <3

No, Sir. Ich mach da nicht mehr mit. Ich möchte mir von Facebook weder meine Liebe noch meine Freundschaften zerfetzen lassen. Echtness will ich. Richtig reden und mich mit meinen Freunden betrinken, das will ich. Entspannt in den Armen des liebsten Menschen liegen und mir denken, was für eine hübsche Nase er hat, das mag ich. Ich will nicht mit Runzelstirn vor dem Rechner hocken und mich fragen, warum das Babe meinen Kommentar nicht mal geliked, dafür aber acht Bilder der süßen Modelmaus aus seiner Nachbarschaft mit Herzen kommentiert hat.

Hiermit verspreche ich euch was. Dass ich mein Facebook Konto erst dann wieder reaktiviere, wenn sich meine Freundschafts- und Beziehungsdramen nur noch des nächtens unter Tränen im strömenden Regen vor meiner Haustür abspielen. Oder auf dem Kneipenklo oder im Taxi. Hauptsache nicht in einer „Chronik“ oder per Messenger.

Bye bye for now, Facebook. Ach ja, hier ist noch ein Video für dich <3

Mimi&Käthe gibt es bei Facebook natürlich auch weiterhin! Hier nämlich! Besucht und liked uns, wir posten auch nur schöne, Eifersuchts-freie Sachen, schwör! :) Und mit uns reden könnt ihr auch. Bei Facebook oder per Mail an kokolores@mimiundkaethe.com. Traut euch!

6 Comments

  1. Lory

    13. Januar 2015 at 13:21

    Ach, das liebe FB :D. Ich kann dich vollkommen verstehen. Ich bin ja auch auf Youtube sehr präsent, da Let’s Player und merke wie einsam man sich mit Technik machen kann, wenn man nicht aufpasst. Eine tolle Entscheidung, Schönes ♥

    • Mimi

      Mimi

      13. Januar 2015 at 13:56

      danke, liebes <3

  2. JudgeDark

    12. Januar 2015 at 21:44

    Zuerst mal wieder ein toller Text … danke dafür.

    Finde es gut, dass du diesem Dämon Facebook (vorerst) abschwörst und die Gründe sind es, die mich bisher davon abgehalten haben, FB überhaupt zu nutzen. FB zerstört echte Kommunikation, FB macht einsam, FB zwingt sich uns auf, hält uns im Bann, lenkt ab. FB ist eine echte Seuche, die mehr schlechte Seiten hat als gute; denn man verliert das wahre Leben aus den Augen, wenn man sich in FB verliert.

    Wenn ich heute die Kids so sehen, wie die auf Handy und FB und den ganzen anderen Quatsch steil gehen, dann frage ich mich immer wieder, wie ich vor Uhrzeiten meine Freundschaften pflegen konnte, als es noch Telefone mit Wählscheiben gab?! Klar, die Nummer hat auch positive Seiten, die will ich gar nicht leugnen … aber es ist schwer das rechte Maß zu finden und zu erkennen, was wirklich zählt: echte Gespräche und wahre Freundschaft ohne Like und +1!

    • Mimi

      Mimi

      12. Januar 2015 at 22:15

      hast recht, das kann ganz schön ausarten. ich wünschte, ich wäre mit allem so konsequent, allerdings gehöre ich auch zu denen, die sowohl zu hause als auch unterwegs ständig vor instagram und tumblr hängen :D aber juti, fb ist zu verschmerzen :)

  3. Dennis

    11. Januar 2015 at 20:53

    Romantik… Wünsche dir die Casablanca true love Story in der blauen Lagune und nicht vom Winde verweht. Das wie ein einzelner Tag es sich anfühlt und du nicht schlaflos in Berlin bist. Doch die Message in the bottle wird heutzutage immer seltener. Aber! Ohne FB oder die sozial Networks wäre ich auf euren Blog nie aufmerksam geworden. Alles hat ein für und wieder. Doch wünsche ich jedem Glück denn wer suchet der findet.

    • Mimi

      Mimi

      12. Januar 2015 at 12:26

      wie gesagt, ich habe nichts gegen facebook. aber mich nervt, dass wir unser leben so extrem davon bestimmen lassen. danke dir für die guten wünsche, ich geb mein bestes :D

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