Expedition ins Dreierreich oder: Was hält deine Liebe aus?

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Ein Text von Hans Pørnflake.

Wollen wir heute einmal über Threesomes reden? Dieses missverstandene Kapitel der Sexualität? Das in der Wertschätzung der Menschen irgendwo zwischen Fremdgehen, MEGA-Phantasie und Bukkake-Gangbang liegt?

Über Dreier zu reden ist gar nicht so einfach. Entweder ist man Fan oder man weiß nicht so recht, was man damit anfangen soll. Tja, oder man lehnt sie kategorisch ab. Dabei kann ein Dreier mit den richtigen Personen ein tolles Erlebnis werden. Eine Explosion ekstatischer Energie, um es mal mit RTLII-Wording zu sagen.

Aber was braucht es zu einem Dreier, der wirklich in Gedanken bleiben wird? Mut, zuallererst. Oder ersatzweise eine Menge Alkohol. Teilen ist nämlich nicht so wirklich drin, in uns Menschen. Erst recht nicht, wenn es um so etwas wie Liebe, Gefühle oder Sex geht. Da sind wir nämlich, verglichen mit dem Rest des Tierreichs, ziemliche Egobolzen. Ganz besonders schwierig ist es, wenn zwei der drei Teilnehmer ein Paar sind. Denn wenn wir so schon nicht teilen, mutiert dieser Egoismus in einer Beziehung zu einem felsenfesten, nicht zu erschütternden, Besitzanspruch.

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Deshalb ist die erste Empfehlung: Startet eure Expedition ins Dreierreich am besten ohne Partner. Auch wenn viele einem Dreier in einer Beziehung zustimmen, unterschätzen die meisten doch schlussendlich die Wirkung, die es haben kann, wenn man dabei zusieht, wie der eigene Partner gebumst wird. Für manche kann das ein Erweckungserlebnis sein – und in der Folge zu einer immer wiederkehrenden Phantasie werden – für die Mehrheit wird es aber etwas Zerstörerisches haben. Ich kenne einige Beispiele, in denen ein solcher Dreier – als Auslöser oder Katalysator – zum Ende einer Beziehung geführt hat. Nun gibt es auch genug Gegenbeweise, aber einhundert Prozent sicher kann sich kein Paar sein, ob es einen Threesome übersteht.

Wenn man dann tatsächlich zwei Gestalten gefunden hat, mit denen man sich einen Dreier vorstellen kann – da ist es dann egal, ob man die wirklich gesucht hat oder einfach in einem Club abgeschleppt – kommt es auf die Präferenz an: Ob man die Konstellation zwei Männer und eine Frau (MMF) oder zwei Frauen und ein Mann bevorzugt (FFM). Beides kann super sein, beides kann scheiße werden, prinzipiell macht es keinen Unterschied. Wenn eine Frau kein Interesse an Bi-Erfahrungen hat, dann macht ein MMF natürlich mehr Sinn, auch wenn es natürlich durchaus drin ist, dass sie mit einer anderen Frau und einem Mann Spaß hat und sich beide Frauen dabei vollends auf den Mann konzentrieren.

Das Gleiche gilt für die andere Variante. Auch hier ist es egal, ob die Männer bi sind oder nicht, es ist aber eher selten, dass zwei heterosexuelle Männer beim Dreier miteinander rummachen.

Wie bei allen Dingen, die mit Sex zu tun haben, ist es ganz wichtig, all den aus Pornofilmen gelernten Käse möglichst schnell zu vergessen. Nein, ein Dreier beinhaltet nicht zwangsläufig feuchtfröhliche Lesbenszenen, eine Double Penetration, Stellungswechsel im Minutentakt und Spermaduschen. Ein Dreier kann auch ganz einfacher Sex sein, nur, dass es da eben eine Person mehr zum Dran-Rumspielen gibt. Bei einem Dreier muss auch nicht immer alles gleichzeitig passieren. Es kann durchaus schön sein, wenn sich eine der Personen auch mal herausnimmt und das Ganze von außen beobachtet. Es müssen nicht immer mindestens sechs Gliedmaßen verknotet sein, es gibt Dutzende Stellungen, die bequem, einfach und trotzdem geil sind.

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Wer eine Double Penetration will, sollte als Mann sicher sein, dass die Frau auf Analsex steht (die Frau selbst wird es schon wissen, also einfach vorher fragen). Und dann auch ein Mindestmaß an Geschick besitzen. Die Stellungen für eine DP sind nämlich begrenzt und die wenigsten davon auch nur ansatzweise angenehm.

Zum Schluss kann man denen, die einen Dreier ausprobieren wollen, nur dies sagen: Macht es. Traut euch. Aber geht nicht mit zu hohen Erwartungen dran. Ein Dreier ist nicht immer das Erlebnis, an das ihr noch in 50 Jahren mit feuchtem Schritt denken werdet. Wenn er richtig gemacht wird, kann er großartig sein. Dazu sollte man sich aber sicher sein, wie und mit wem man ihn möchte. Und wer gar keinen Bock auf Dreier hat – auch nicht schlimm. Lasst euch nicht einreden, dass ihr etwas verpasst. Guter Sex zu zweit ist immer noch tausend Mal besser als ein schlechter Dreier.

Fotos: Sarahlikesprettygirls // Sarahlikesprettygirls bei Instagram

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