Endlich 37 oder: Willkommen im Club der Katzenscheißemädchen

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„Sätze, die mit ,Ich‘ beginnen, zeugen von schlechtem Stil, unterlassen Sie das also“, dozierte einst ein von mir hochgeschätzter Professor im „Journalismus for Beginners“-Seminar an der Uni Essen-Duisburg, Campus Essen . Seit damals versuche ich, mich an diese Regel zu halten, aber ach… Ich schaffe es nicht immer. Heute jedoch schenke ich der Stil-Weisheit bewusst keine Beachtung, denn in diesem Text geht es um mich, und ich will, dass möglichst viele Sätze in diesem Text mit „Ich“ beginnen, damit das klar ist. Verzeihung, Herr Professor.

Ich bin jetzt 37 Jahre alt. Das sieht man mir nicht an, denn ich pflege einen gesunden Lebensstil, gehe selten in die Sonne, habe eine Mädchen- und keine Frauenstimme, Sommersprossen und mir eine gewisse Tollpatschigkeit im Umgang mit anderen Menschen bewahrt, die mich wesentlich jünger wirken lässt, als ich es bin.

Doch auch, wenn bei der Nennung meines tatsächlichen Alters regelmäßig Menschen in Ohnmacht und Vögel tot vom Himmel fallen und der Verkehr landesweit zum Erliegen kommt, weiß ich doch sehr genau, wie alt ich wirklich bin. 37. Das ist nicht mehr „Anfang 30“ und auch nicht mehr ganz „Mitte 30“. Das kratzt gefährlich an der 40. Und „fast 40“ klingt in meinen Ohren alt. Nein, anders. Nicht zu mir passend. Nach jemandem, der Sätze sagt, in denen Wörter wie „gesettled“ und „Zeitfenster“ vorkommen.

Fast 40 klingt danach, zu akzeptieren, dass man sterblich ist, dass die, die dich umgeben, sterblich sind. Fast 40 bedeutet, Dinge zu hinterfragen, die über 30 Jahre hinweg banal schienen: Will ich wirklich so leben, wie ich es mir mit 18 gewünscht habe? Oder sollte, muss, will ich umdenken, die alten Pläne über den Haufen schmeißen und neue schreiben? Fast 40 bedeutet – wenigstens für mich – ehrlich zu sein. Zu mir selbst. Und genau das ist das, was so schwierig ist. Sich selbst ins ungeschminkte Gesicht zu sehen, sich zu fragen „Ist das, was ich sehe, das, was ich will?“ und mit der Antwort auf diese Frage klarzukommen.

Diese Ehrlichkeit ist es, die das Älterwerden so hart macht. Nicht das physische Altern. Das ist nicht immer einfach, und es nervt oft fürchterlich, aber es ist nicht das, was mich an manchen Tagen nachdenklich werden lässt. Im Gegenteil. Ich fand mich noch nie so geil und mega wie jetzt, war noch nie so cool mit mir, noch nie so zufrieden. Und das, obwohl meine Haare grau werden, mein Stoffwechsel nur noch halbherzig mit an Bord ist und ich an winzigen, für andere unsichtbaren Details bemerke, dass meine Jahre als Twentysomething schon eine Weile zurückliegen.

Alles gut also. Oder? Nein. Würde ich das behaupten, wäre das gelogen. 37. Es ist diese Zahl, die sich fremd anfühlt, die macht, dass sich mein Alter oft so fremd anfühlt. Denn mit 37 sollte ich doch eine Lady sein und Lady-Dinge machen. Drei Kinder und einen DIY-Blog haben und nicht mehr vor Nervosität bibbern, wenn ich an der Wursttheke gefragt werde, wieviel Hack es denn sein darf. Hab ich aber nicht, weder das eine, noch das andere, und nervös werde ich immer sein, wenn Fremde mich ansprechen, sei es an der Wursttheke oder auf einem Sektempfang. Trotzdem habe ich ein schönes Leben, eins, das ich nach meinen eigenen Maßstäben lebe, nicht danach, was irgendwer von mir erwartet oder – viel schlimmer noch –  was ich mir selbst vor Jahr und Tag erhofft habe. Und auch, wenn ich theoretisch darum weiß, dass es weder andere noch mein altes Ich einen feuchten Kehricht angeht, was ich wie und wann mit wem mache, habe ich doch über 30 Jahre gebraucht, um diese Erkenntnis in der Tat zu erkennen und nicht nur blöde nachzuplappern.

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Mit 37 darf man auch schon mal im Bett arbeiten, findet Mimi.

37. Dass bedeutet, dass ich kein süßes Girl mehr bin, und es macht mir nichts aus, null. Ein süßes Girl war ich lange genug, und ja, es hat eine Menge Spaß gemacht, aber jetzt ist es an der Zeit für neue Mimi-Abenteuer. Für Mimi-Frau-Abenteuer, denn ja, ich bin jetzt eine Frau, haut es mit Edding an die Wände, lasst es euch auf die Schienbeine tätowieren, es ist endlich soweit, Freunde!

Ich habe mich weiterentwickelt, bin stärker und selbstsicherer geworden, nicht unbedingt weiblicher, dafür schrulliger, und fühle mich nicht mehr schlecht, weil ich meine Wochenenden am liebsten mit Freunden, Pizza und Netflix zu Hause verbringe und betrunken durch Clubs zu eiern nur noch semi-geil finde. Na und? Wie gerne trage ich inzwischen meine riesige Brille spazieren, hülle mich in meine geliebten Oversize-Sachen, nicht mehr in kleine Tops und Hot Pants, trage so wenig oder so viel Make-Up, wie es mir passt. Alles Dinge, die mir in meinen Zwanzigern nie in den Sinn gekommen wären, war es mir doch stets ein Anliegen, zu gefallen, cute und sexbombig zu sein. Heute möchte ich vor allem mir selbst gefallen. Und ich bin mit großer Freude dabei, genau das zu lernen.

Es gibt vieles an mir, das ich nicht mag. Wie gerne wäre ich eins der coolen Kids, die auf Konventionen scheißen, die in jeder Lebenslage selbstsicher sind und mit einer Lässigkeit durchs Leben gehen, die mir nie gegeben war. Bin ich aber nicht. Aber auch das lerne ich seit einigen Jahren zu akzeptieren. Ich war im Herzen schon immer mehr Sweetheart als Badass, eine kleine Hutzel-Omi, die es mag, wenn ihr Zuhause hübsch aufgeräumt ist, die zu viel lacht, um cool und geheimnisvoll zu wirken und die auch mit 37 noch immer nicht ihr ideales Selfie-Face gefunden hat. Mehr noch – ich finde mich genauso, wie ich bin, ziemlich wunderbar.

Kurz bevor ich 30 wurde, schrieb ich auf NEON.de unter meinem alten Alter Ego „Matrosenmädchen“ einen Text über meine Angst vor der Zukunft als Thirtysomething. „Club 30 und die Katzenscheißemädchen“ hieß dieser Post. Angeregt von einem Party-Gespräch einiger Ladys in ihren Dreißigern über die Verdauung ihrer Katzen, befürchtete ich damals, dass auch ich eines Tages so enden würde: Als Mitglied der Katzenscheißemädchen-Fraktion – frustriert, gelangweilt, gar nicht mehr ich selbst. Ja, ich gehöre inzwischen dazu. Ich liebe es, über den Stuhlgang meines Katers zu parlieren (fyi: Manfreds Kackwürstchen kommen regelmäßig und sind fluffig-gesund!), und es ist gar nicht schlimm. Trotzdem bin ich weder frustriert noch gelangweilt und immer noch ich selbst. Nein, falsch. Ich bin mehr ich selbst, als ich es jemals zuvor war.

Ich bin jetzt 37. Das ist nicht mehr Anfang 30 und auch nicht fast 40. Das ist 37. Willkommen im Club.

24 Comments

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  3. PiratenMiez

    26. Februar 2016 at 9:21

    Mein Herz,

    selten einen Beitrag gelesen, der so passend zu meiner jetzigen Situation ist. Und anscheinend stehe ich ja nicht allein mit meiner Meinung da.
    So wie Du es beschreibst: Ich fühle mich unglaublich wohl in meinem Körper, weiß, wie er funktioniert und bin nachsichtig mit meinem Geist, wenn der rebelliert und wieder auf alte Verhaltensweisen zurückfallen und den Körper maßregeln möchte.
    Dabei ist mein Körper einfach fein.
    Und sieht auch noch sehr gut aus.
    Und dann das Alter.
    Mir geht es darum, dass ich nicht weiß, was ich hätte schaffen sollen.
    Merke aber, dass ich dringend noch was schaffen will.
    Gestern saß ich im Theater und sah ein Stück von Tabori. Die Schauspieler*innen waren allesamt sehr gut und schnell und ausdrucksstark.
    Ich wollte immer zur Bühne und gestern überkam mich die große Erkenntnis, dass ich dafür nun zu alt bin.
    Darüber denke ich wohl mal nach.
    Wofür bin ich zu alt?
    Wer jetzt schreit, dass man so alt ist wie man sich fühlt, dem schleudere ich entgegen, dass der- oder diejenige noch nie mit Rückenschmerzen aufgewacht ist, weil man sich leider in den hohen Hacken falsch bewegt hat.

    Ach Mimsen, Du hast so Recht.

  4. senfdazu

    24. Februar 2016 at 6:01

    Kann mich auch in die Gruppe derer einreihen, die lange mit dem Alter laut Paß gehadert haben (weil das mit dem „gefühlten Alter“ nicht übereinstimmte). Und dann gings auf einmal innerhalb von weniger Jahre ganz schnell und es war plötzlich irgendwie okay.

    Mittlerweile würde ich eher sagen: embrace it. Warum sich nicht den Spaß gönnen, daß man mittlerweile gegenüber Jüngeren den „Rentner“ raushängen lassen kann („also zu meiner Zeit…“?

  5. 'S Frollein

    23. Februar 2016 at 12:16

    Vor einer ganzen Weile habe ich schon mal irgendwas über dein Alter gelesen und Bauklötze gestaunt. Aber warum eigentlich? Wie alt du in meinem Kopf hättest sein sollen, weiß ich garnicht. Meine eigene Definition von Alter (und wann man erwachsen geworden sein sollte) hat sich hart verschoben seit ich ein Teenie war. Meine Eltern sind jetzt 60 und so unreif daneben-großartig, dass es eigentlich gar nicht sein dürfte. Meine Mutter hat knallrote Haare und schafft mehr liegestütze als ich & mein Vater ist noch so ein Schittchen, dass er bisweilen für meinen älteren-Herren-Freund gehalten wird. Mein bester Kumpel ist fast-40, Anwalt und sagt dass es ihm bisweilen Angst macht, was für weitgreifende erwachsene Entscheidungen von ihm verlangt werden.
    Niemand, den ich kenne, hat irgendwann für sich entschlossen, jetzt alt zu sein. Trotzdem hadern sie alle mit ihrem Alter. Als würden sie alle darauf warten, irgendein Erwachsenen-Diplom überreicht zu bekommen und dann irgendwann ausschließlich beige tragen zu müssen. Ist das nicht bescheuert?

    Ich habe irgendwann den Faden verloren, aber summa summarum kann man wohl sagen, dass 37-Mimi fantastisch schreibt & sicher ein saugeiles Jahr vor sich hat!

  6. Emma Schlotowski

    22. Februar 2016 at 12:36

    Ich hoffe du siehst noch mit 50 aus wie 30 und mit 60 wie 35, damit ich dann immernoch sagen kann: alter guckt mal, ist die nicht heiß

    • Mimi

      Mimi

      22. Februar 2016 at 15:46

      Alter, selber heiß :D Danke, Herzken :)

  7. Forumsbeitragmensch

    21. Februar 2016 at 23:02

    Ich bin ein Typ, gute 35 Jahre alt und hab im Kern diesselben Gedanken wie die im Artikel beschriebenen.
    Bis auf die Katzenscheiße und das ideale Selfieface denk ich also übern den gleichen Kram nach.

    • Mimi

      Mimi

      22. Februar 2016 at 15:46

      Daumen hoch!

  8. Jane Doe

    20. Februar 2016 at 22:12

    Liebes großes, erwachsenes Mimilein,
    wieder mal so ein wundervoller Beitrag aus deiner bemerkenswert ehrlichen Feder…
    Vielleicht hast du ja auch noch einen hilfreichen Tipp, wie man mit dieser bescheuerten Zahl an sich umgeht. Diese gemeine Nummer, die einem von Jahr zu Jahr fremder wird, wie eine Beziehung in der man sich auseinander lebt. Zumindest geht es mir so… mit dem älter werden habe ich gar kein Problem, mit mir an sich bin ich nämlich voll in peace. Auch wenn ich noch kein Katzenscheißemädchen bin. Mein kleines 38-Ich verhält sich nämlich noch genau so wundervoll bescheuert, albern, unbeständig, zufrieden und punkrock-lässig wie mein 28-Ich bereits vor zehn Jahren. Selbst die Alterserscheinungen haben sich dank moderner Konservierungsmethoden, mit Rauch und Alkohol, auf das 28-Ich einfrieren lassen… nur diese Zahl macht mir tatsächlich langsam zu schaffen. 38… das sagt genau so viel über mich aus wie meine Steuernummer, mit dem kleinen Unterschied, dass an der scheiß Steuernummer niemand beurteilt wie ich mich „scheinbar“ zu verhalten habe oder wo ich gerade im Leben stehen müsste. Ein Beispiel… Da lernt man so ’nen tollen Typen kennen, versteht sich blendend, quatscht den ganzen Abend, fühlt sich voll auf einer Wellenlänge und dann… Peng! is das Kerlchen 26. Spätestens da rammt mir die hinterlistige 38 mit voller Wucht ein Messer in den Rücken. Ja ja… Alter spielt keine Rolle… das Messer im Rücken behauptet was anderes. Ich hab‘ das Gefühl, dass ich immer noch das 28-Ich bin, und das in vollster Zufriedenheit, nur sagen die Regeln am Spielplatz plötzlich „Zutritt für Erwachsene verboten“. Derbe bescheuert, weiß ich, aber ich müsste lügen wenn ich behaupten würde, dass es in solchen Momenten spurlos an mir vorbei geht. Also wenn du ’nen Tipp hast, wie man diese nichts sagende Zahl mit ’nem lauten „Fuck you!“ über Bord und aus seinem Kopf werfen kann, immer her damit! ;)

    • Mimi

      Mimi

      22. Februar 2016 at 15:49

      Liebes, leider kann ich dir da keinen Tipp geben. Denn dieser Punkt ist der einzige, mit dem ich wirklich hadere. Dann aber sehe ich, wie anders Leute in unserem Alter heute gerade von Jüngeren wahrgenommen werden, als das vor 20 Jahren der Fall war und finde mein Alter fast schon wieder gut :) Denn Jungs und Mädchen in ihren 30ern gelten heute bei vielen, soweit ich das erlebe, als extrem heiß, da erfahren und lässig. Vielleicht hilft das ja ein wenig :)

      • senfdazu

        24. Februar 2016 at 5:58

        Das halte ich übrigens tendenziell für einen Mythos, der vor allem von Leuten *in* ihren Dreißigern befeuert wird ;)

        (btw: no offense, gehöre selbst zu diesem Club)

        • Mimi

          Mimi

          24. Februar 2016 at 13:05

          Well, ich spreche da aus persönlichen Erfahrungen, davon, wie ich das bei mir und gleichaltrigen Freunden erlebe. Und glaub es oder nicht, aber sowohl Jungs als auch Ladys in ihren Dreißigern sind bei den Twentysomethings heiß begehrt. Aber gut, vielleicht ist das auch eine regionale Besonderheit :)

  9. Rheintochter Esme

    20. Februar 2016 at 21:04

    Es gibt auf der Welt nicht genug Glitzerherzen, wie ich Dir für diesen Post auf die metaphorische Bühne werfen will! Dieselbe Erkenntnis ist mir kürzlich auch gekommen, zusammen mit der hocherfreuten Feststellung, dass alles, so wie es jetzt gerade ist, absolut toll und völlig in Ordnung ist. Wer hätt’s gedacht?
    Darauf wirklich hoch die Tassen!

    P.S.: Glaub’s mir oder nicht, aber an den Matrosenmädchen-Text erinnere ich mich sogar!

    Massig Glitzerherzenliebe vom Rhein! <3

    • Mimi

      Mimi

      22. Februar 2016 at 15:50

      Du Babe, ich danke dir so :) Und echt, kennst du den Text noch??

      • Rheintochter Esme

        26. Februar 2016 at 0:33

        Jawollja, noch von „damals“, Du weißt schon. Und ich liebte ihn damals und liebe ihn auch heute noch, weil er mir schon da aus der Seele sprach und es auch jetzt noch tut. Echt, ey! <3

  10. Ilo B.

    19. Februar 2016 at 23:02

    Liebe Mimi,
    dein Twentysomething-Ich war bestimmt auch ganz wundervoll, aber diese gereifte, nicht fertige und dennoch mit sich friedliche Mimi ist genau diejenige, die bestimmt nicht nur mein Herz höher schlagen lässt. Weshalb ich mich über jeden Artikel (von euch beiden) immer riesig freue. Ich befinde mich noch „Anfang 30“, wieder studierend, und kenne diese Ehrlichkeit mt sich selbst sehr gut. Die ist manchmal schmerzhaft, weil man erkennt, was man alles nicht umgesetzt hat. Aber mit dieser Ehrlichkeit kann man zu einer ehrlicheren (ups. Wiederholung) Selbstliebe gelangen, die uns Frauen/MenschInnen doch erst richtig schön macht.
    Worauf ich hinaus will: Danke!
    Für diesen Text. Und für alle anderen sowieso.

    Katzenscheißemädchen
    Ilo

    • Mimi

      Mimi

      22. Februar 2016 at 15:52

      Liebe Ilo, ich freu mich so doll über deinen Kommentar, hab 1000 Dank. Auf uns Katzenscheißegirls :)

  11. JudgeDark

    19. Februar 2016 at 17:11

    Glückwunsch zu dieser Erkenntnis und der Einsicht! Zeigt für mich, dass du wirklich 37 bist und mit 38 auch 38 sein wirst. Denn eigentlich, sind wir mal ehrlich, ist das Alter doch zweitrangig, solange man sich wohl fühlt und mit sich selbst im Reinen ist.

    Schlimm finde ich irgendwie die Leute (meist Damen), die mit diesen Alterssprüngen so ihre Probleme haben: „man, ich werde 30, ist mein Leben zu Ende?“ … ne, kann ich nicht nachvollziehen. Es ist nur eine Zahl, die sich aus einer anderen, nämlich dem Geburtsjahr ergibt. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Noch schlimmer finde ich aber, wenn man hört, dass man sich mit diesem oder jenem Alter so nicht mehr benimmt, wie man es vielleicht tut! Gesellschaftliche Konventionen, die keiner braucht, die alber sind … ich will so sein wie ich will, egal wie alt ich bin! Und das würde ich auch jedem anderen raten, bisher bin ich damit gut gefahren. Wenn ich albern sein will, dann bin ich das … auch mit 44 … ja und?!

    • Mimi

      Mimi

      22. Februar 2016 at 15:58

      Du hast sehr Recht, lieber Richter. Was du aber nicht vergessen darfst, ist, dass bei Männern und Frauen noch immer unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden, gerade was das Älterwerden betrifft. Uns Ladys wird früh vermittelt, dass wir mit zunehmendem Alter an Attraktivität verlieren. Das macht einiges mit uns und einiges aus. Beispiel graue Haare: Männer, so die gängige Meinung, werden dadurch nur interessanter, männlicher. Eine Frau mit grauen Haaren? Ist alt, nicht mehr sexy, verliert an Weiblichkeit. Dazu kommt, dass Frauen sich ab einem gewissen Alter dem Thema Muttersein stellen müssen, da wir, anders als ihr, nur eine begrenzte Zeitspanne zur Fortpflanzung zur Verfügung haben. Die Einsicht, eventuell zu alt zu sein, um noch Mutter zu werden, ist für viele schmerzhaft. Insofern finde ich es nachvollziehbar, dass gerade wir Damen mit unserem Alter hadern. Verstehe aber auch, dass es für die Männerseite, der diese Probleme gänzlich fremd sind, schwer nachvollziehbar ist, was in unseren Köpfen vor sich geht.
      Davon ab: Albern sein geht immer klar :)

      • JudgeDark

        22. Februar 2016 at 20:16

        Ja, es ist wohl so, dass es Einflüsse gibt, die bei Mann und Frau so völlig unterschiedlich sind. Ich kann die von dir genannten Argumente natürlich gut nachvollziehen und sie sind auch einleuchtend, gerade die Sache mit dem Kinderkriegen. Bei der anderen mit den „grauen Haaren“ geht es natürlich wieder um gesellschaftliche Konventionen, aber die wird man wohl so schnell nicht aufbrechen können, auch wenn hier sicher helfen kann, wenn man zu sich selbst steht.
        Es ist aber auch eine Frage, wie ich das nach außen projeziere. Ich kenne da genug, die überall rumgelaufen sind und ihr ach so wildes Leid geklagt haben, weil sie doch in X Tagen 30 werden. Mir war das zu aufgesetzt und übertrieben … ich denke, dass kann man auch anders angehen und muss nicht die ganze Welt am eigenen „Seelenschmerz“ teilhaben lassen.

        • Mimi

          Mimi

          22. Februar 2016 at 21:07

          Naja, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Jeder geht auf seine Weise mit dem Älterwerden um, das muss man den Leuten schon zugestehen :)

  12. Bettina

    19. Februar 2016 at 14:13

    Ein sehr bewegender post, liebe Mimi!

    Und weißt du was? es wird noch viiiieeel besser. Ich werde bald 46 und finde diese Zahl auch erschreckend. Aber nur, weil sie so wenig mit mir zu tun zu haben scheint (gefühlt). Ja, es sind genau die Prozesse, die du beschreibst, die das Leben besser machen. Man lernt seine Schrullen zu akzeptieren, muss nicht mehr jedem gefallen, hinterfragt die Dinge. Ich habe manchmal eher das Gefühl, jetzt erst richtig in der Pubertät zu sein- ich akzeptiere keine Hierarchien mehr nur wegen ihres Selbstzwecks, ich denke um die Ecke und bin bereit für mich einzustehen. Vorbei die Zeiten harmoniesüchtigen Weichgespültseins-YEAH!
    Ich entdecke die Welt völlig neu- so kommt es mir zumindest vor. Ich habe sogar geileren Sex denn je! Das Leben wird immer tiefer, nicht unbedingt einfacher aber geiler! Piss off äußere Alterserscheinungen ;O)
    So Mädels- darauf hoch die Tassen, auf uns- genau so, wie wir sind, das Genießen und das geile Leben!!!

    Ganz liebe Grüße
    Bettina

    • Mimi

      Mimi

      22. Februar 2016 at 16:00

      Sooo ein lieber Kommentar, danke dir :) Und jawoll, hoch die Tassen, liebe Lady! :)

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