Men (and girls) in Suits: Ein Hoch auf den Anzug

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Ein Text von Esme van de Slampen

Während ich das hier schreibe, erhole ich mich von der wahrscheinlich dämlichsten Verletzung des Planeten. Wie sich herausstellte, ist es enorm unklug, zwölf Stunden am Stück in Pumps herumzulaufen, egal, was die formelle Kleiderordnung diktiert. Dabei trage ich sonst nie Absätze, die höher sind als fünf Zentimeter. Doch es hilft nichts, mein Fuß ist beleidigt, Tanzen kann ich im Moment vergessen, ebenso wie mein geliebtes Spazierengehen. Diesem Ärger zum Trotze will ich heute eine Lanze brechen für den so oft – zu Unrecht – gescholtenen „gehobenen“ Dresscode.

Oder in anderen Worten: Gibt es was Heißeres als Menschen im Anzug? Ich sage laut und deutlich: Gibt’s nicht! Doch ich bin ehrlich, ich habe Ansprüche. Wenn ich „Anzug“ sage, denke ich nicht an die billige Polyester-Massenware aus zweisilbigen Kaufhausketten, die keinem so richtig passt. Wenn Anzug, dann bitte in eine gut sitzende Kombination investieren.

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Ganz besonders Männer gehören in Anzüge, und zwar bitte schön das ganze Paket: Weste, Krawatte oder Fliege, gut geschnittenes Jackett mit passender Hose und am allerliebsten ein Hemd mit echten Manschetten. Der Gipfel der Hotness sind in meinen Augen schwarze Nadelstreifenanzüge, aber da will ich nicht kleinlich sein.

Liebe Männer, versteht mich nicht falsch: Ihr seid super, wie ihr seid. Und wenn ihr eure geliebten Bandshirts zur abgerockten Jeans tragt, seid ihr immer noch super, gar keine Frage. Aber ich komme nicht umhin, begeisterte Glucksgeräusche von mir zu geben, wenn ich einen Mann in einem – zu ihm passenden – Anzug sehe. Für mich grenzt das, was der Anblick eines Mannes im Anzug anrichten kann, an Magie. Instant-Sex-Appeal.

Mein Liebster, selbst reichlich angepunkt und ein Verfechter des lässigen Kleidungsstils, bringt tatsächlich das Kunststück fertig, weder in Jeans und T-Shirt noch im Anzug jemals verkleidet auszusehen. Und genau darum geht’s. Ein Anzug soll keine Selbstverleugnung sein. Es geht um Stil: Selbstbewusstsein ohne Überheblichkeit – ein Attribut, das von gut sitzender Kleidung äußerlich unterstützt wird. Wird das optische „Versprechen“ von guten Manieren und einer mehr als rudimentären Allgemeinbildung begleitet, bin ich auf der Stelle hin und weg bin vor Entzücken.

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Wenn ich die Gelegenheit habe, trage ich selbst mit Begeisterung Anzug. Kein Kostüm, sondern einen Anzug. Bleib mir fern mit Röcken, die zwar unglaublich scharf aussehen, aber in denen ich außer Stillstehen gar nichts tun kann und die mich, siehe oben, zu Schuhen zwingen, die mir außer Schmerzen auch noch diverse Termine beim Orthopäden bescheren. Dann doch lieber ein richtiger Anzug. Mit Weste, sehr gern mit Krawatte, besonders im Herbst und Winter. Frei nach der alten Weisheit „Everything looks better with boobs“, ist es nicht erstaunlich, dass Ladys im „klassischen“ Anzug eine gute Figur machen. Vorausgesetzt, der Schnitt passt. Tatsächlich sind Herrenanzüge nicht wirklich für Frauenkörper gemacht. Sucht deshalb nach einer Kombi, die euch passt, Girls, die eure Kurven betont oder aber, wenn gewünscht, einen androgynen Look verleiht. Ich erwähnte es schon: Ein guter Sitz ist Gold wert. Und dann werdet zum geheimnisvollen Dandy. Oder doch zur Femme fatale im Suit? Ihr entscheidet.

Was ich sagen will: Tragt öfter Anzug, Männer UND Frauen! Oder Elemente davon. Eine Weste kann auch mit einem T-Shirt scharf aussehen, und ein Hemd sieht zur Jeans heiß aus. Leicht klobige Rangers oder Docs machen sich übrigens hervorragend zur Anzughose, ehrlich! Gute, elegante Kleidung ist nicht nur für die gemacht, die sie im Job tragen müssen. Interpretiert sie auf eure Art, macht Anzug, Hemd und schnieke Hose zu EUREM Outfit. Na, wie wär’s?

Fotos: BreakingDoe.blogspot.com

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