KinKats und Mimi&Käthe präsentieren: Echte Sex-Gefühle statt Fake-Orgasmus

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Ein Text von Artie Shaww.
(Dieser Post erschien zuerst in unserem heißgeliebten Brüder-und-Schwestern-Blog KinKats <3)

Welche Dame kennt’s? Man chillt bei Netflix, hat sich gerade Chinesisch-Süßsauer reingepfiffen, liegt so fröhlich wie ein vollgefressenes Schwein in der Suhle im Bett und möchte eigentlich nur mal so gestreichelt werden. Das tut der Herzensmensch aus. Aus dem Streicheln jedoch wird ein aufforderndes Klopfen, das von den unteren Regionen des Lieblingsboys kommt.

Ja, wir wissen es selbst am besten: Wir sind allzeit sexy, bereit und immer, aber auch immer wirklich geil, wenn der Herr des Herzens Lust verspürt.

Nee. Stimmt natürlich nicht.

Meistens läuft es dann so ab: Wir rutschen zur Seite, stützen unser entzückendes Köpfchen auf und erklären dem Boyfriend, dass wir keine Lust haben, dass es aber keinesfalls an ihm liege. Wir fühlten uns heute einfach so unwohl. Warum? Keine Ahnung. Die Hose, die man heute anprobiert habe, war zu klein, von der Chefin wurde man ignoriert und die viel jüngere Praktikantin habe mit ihrer Arbeit großen Eindruck gemacht. Darüber hinaus sei die Cousine Almir schon wieder schwanger, während man selbst sich noch immer in der Postpubertät befände.

Ein Lamento ohnegleichen, bei dem die Libido schnell wieder die Vorhaut zuzieht und sich versteckt und die Stimmung auf den Nullpunkt sinkt. Auch blöde, denn eigentlich war der Abend so geplant, dass man fröhlich grunzend den Glutamat-Rausch beim Serien-Gucken genießt und dann gemeinsam einschläft.

Fake Orgasms 3

Wenn man sich und seinen Körper schon lange kennt, kann man natürlich die vollgefressene Wampe beiseite schieben und und sich einreden, dass man gerne auch Sex haben möchte.

Wie Tante Elfriede schon sagte: „Der Appetit kommt beim Essen!“ Also gehen wir doch in die Vollen, vielleicht lohnt es sich ja. Wir kennen unseren Partner, wissen, was wir gemeinsam mögen und steuern lustvoll den Höhepunkt an. Bis wir merken: „Scheiße, das wird heute lange dauern!“

Meist poltern einem dann Sachen wie das aktuelle Wetter durch den Kopf, oder aber, dass die Wollmausfamilie da hinten in der Ecke sich doch rasend vermehrt hat. Nur um schuldbewusst wieder zurück zum eigentlichen Ereignis zu gelangen – mit dem Ergebnis, dass man keinen Schritt weiter Richtung Gipfel der Lust gekommen ist. Und man gibt sich wieder hin, und während man halbherzig genießt, merkt man, dass das wirklich, wirklich lange dauern wird mit dem Orgasmus. Und man so gar keine Lust hat, den Big Bang abzuwarten. Wenn er sich denn überhaupt einstellt. Und dann?

Fake-Orgasmus ist das Zauberwort.

Viele veranstalten beim Fake-Orgasmus ein wahres Konzert aus Stöhnen und Keuchen, dazu immer wieder gekonntes Augenverdrehen und Aufbäumen. Das gäbe mit Sicherheit eine glatte Zehn mit Sternchen beim Fake-Orgasmus Contest, sowohl in der Haltungsnote, der Tonhöhe, als auch in der Länge.

Nach dem Fake-Orgasmus – beziehungsweise währenddessen – wird der Partner abgefrühstückt. Gleichzeitig schielt man schon zur Fernbedienung und freut sich auf kalte Schweinefleischbatzen an Ananassoße.

Stopp. Das kann es doch nicht sein.

Sicherlich ist Sex das Normalste auf der Welt. Er macht Spaß, Wangen und Backen rot, die Muschi feucht, den Penis hart. Bäääm….

Tja und dann, dann gibt es Tage, an denen man einfach nur liegen und schmiegen möchte, faulenzen. Kein Fake-Orgasmus, keine gespielte Lust. Stattdessen aber hat der Partner Feuer in den Lenden.

Dann müsst ihr stark sein.

Fake Orgasms 2

Dann heißt es, „Nein“ zu sagen, ohne Erklärung, ohne Rechtfertigung, ohne Schuldgefühle. Anstatt sich den geliebten Kerl auf uns abrackern zu lassen und ihm einen Fake-Orgasmus nach dem nächsten zu servieren, heißt es liebevoll bestimmt „Nein“ zu sagen und ihm so zu zeigen, dass man ihn über alles liebt – sich selbst aber auch! Und dass man durch dieses „Nein“ für sich sorgt.  Gemeinsam über die Situation zu sprechen, ist gut. Nicht während des Sex und auch nicht danach, sondern eben davor. Woher sollte es der Partner sonst wissen? Einfach sagen, dass man manchmal keine Lust auf Sex hat. Daran ist nichts Schlimmes.

Und auch Frauen sollten ihren Männern zugestehen, dass diese mal nicht wollen, während einem selbst das Muschiwasser nur so durch das Höschen rinnt. Weder Schuldprojektion noch Selbsthass sind dann gefragt. Stattdessen gemeinsam die letzten Reis-Süß-Sauer-Reste vom Teller klauben, Netflix an und den hübschen Wikinger Ragnar anschmachten. Beim nächsten Mal läuft der Sexmarathon dann wieder von allein… Ohne Fake-Orgasmus. Versprochen.

Manchmal möchte man eben einfach nur Mensch und nicht Sexbombe sein.

Fotos: Sarahlikesprettygirls // KinKats

3 Comments

  1. Der Ulli

    12. Mai 2017 at 22:51

    Ich weiß was du meinst… Ich kann nur sagen „Jawohl

  2. Romy

    12. Mai 2017 at 20:55

    Yes!
    Für mich gibts zwischen nein sagen und faken übrigens auch Option Nummer drei: den Sex genießen, aber einfach nicht kommen können, und das dem Mann auch sagen. Ist schon schön, wird aber heute nichts mit dem „oh mein Gott, ja!“.
    Tatsächlich kann ich Sex ganz wunderbar genießen, ohne zu kommen. Aber Ehrlichkeit ist dann eben unerlässlich :)

  3. JudgeDark

    12. Mai 2017 at 16:58

    Ja, das ist der richtige Ansatz. Man kann und muss nichts erzwingen, wenn es nicht passt, dann passt es nicht. Mir ist dann Ehrlichkeit lieber, als wenn mir was vorgespielt wird und der Widerpart keinen wirklichen Spaß hat. Dazu ist Sex doch einfach eine viel zu wichtige und schöne Sache!

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