Dr. Sommer Support für Große – Sex-Fragen für alle!

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Vor einiger Zeit ließ ich eine neue Wahlverwandtschaft in mein Mimi-Universum latschen. Die Wahlverwandtschaft hat zwar immer dreckige Schuhe und ordentlich einen an der Murmel, dennoch hieß ich sie herzlich willkommen. Da „Wahlverwandtschaft“ ein schrecklich langes Wort ist, beschloss ich, sie „Tante“ zu nennen. Nun sitzt die Tante an manchen Tagen da in meinem Wohnzimmer und plaudert vor sich hin. Am liebsten über Sex und perversen Kram aller Couleur. Und obwohl ich stets glaubte, mit allen Sex-Wassern gewaschen zu sein, flattern mir doch regelmäßig die Ohren von den Dingen, die ich da höre (und die ich euch leider nicht wiedergeben kann, denn es könnten ja Minderjährige mitlesen, und dann hätten wir den Perversions- und „Mimi&Käthe bringen die Jugend auf dumme Gedanken“-Salat). Wenn die Tante von ihrem bumsfidelen Leben berichtet, wünsche ich mir oft einen Ratgeber an meine Seite, eine Art Dr. Sommer für Mimis, der mich über all den aufregenden Schrott aufklärt, hübsch diskret, ohne, dass ich der Tante meine Naivität und – im Vergleich zu ihr – offensichtliche Unerfahrenheit auf die Nase binden muss.

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Während ich das Obige in die Tastatur hämmere (ich bediene mich eines plump wirkenden, aber höchst energischen Drei-Finger-Tippsystems), frage ich mich: Was ist eigentlich so schlimm daran, auch im hohen Erwachsenenalter noch Fragen zum Thema Sex und Bumserei zu haben? Wir alle wissen schließlich, dass der, der nicht fragt, dumm bleibt. Diese Weisheit scheint in sexueller Hinsicht aber gerade so lange gesellschaftlich akzeptiert zu sein, so lange wir noch jung genug sind, um Dr. Sommer aus der Bravo zu konsultieren. „Hilfe! Meinen Schamlippen wächst ein Bart!“, „Kann ich beim Sex im Nichtschwimmerbecken schwanger werden?“, „Mein Freund trifft beim Sex immer das falsche Loch – ist das Absicht?“ Fragen, deren ernsthafte Beantwortung jedem 14- bis 17-Jährigen eine völlig neue Welt eröffnen können, lassen uns „Große“ im besten Fall süffisant schmunzeln. Wissen wir doch alles. Kein Problem. Und haha, wie dumm sind diese Kinder von heute eigentlich? Zum Glück war man selbst niemals so verstrahlt und dämlich.

Wenn ihr derlei Dinge tatsächlich denkt, fühlt euch an dieser Stelle bitte zweimal hart von mir geohrfeigt, einmal rechts, einmal links. Zum einen, weil solche Gedanken frech sind. Ein Mädchen, das fragt, ob es im Siffwasser des örtlichen Freibads vor den Spermien des Freundes flüchten kann, ist alles andere als dämlich. Es ist ein kluges Ding, das sich Gedanken macht und darum einen Fachmann konsultiert – eben Dr. Sommer beziehungsweise sein nicht minder fachmännisch antwortendes Team.

Fühlt euch aber vor allem deshalb gehauen, weil euch endlich jemand wachrütteln sollte. Hört auf, so zu tun, als hättet ihr mit dem Eintritt ins Erwachsenenleben die Weisheit of Sex mit Löffeln gefressen. Oder das Fick Abitur abgelegt. Oder die Geschlechtsverkehrs-Fahrprüfung. Das habt ihr nicht. Und das ist überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil, es ist irgendwie cool. Weil nur so das ganze Bums-Ding spannend bleibt. Du bist schon 43 und hattest noch nie Poposex, weil dir dieses Analding seit jeher Angst macht? Jackpot, dann hast du etwas, auf das du dich freuen kannst! Lies unseren Analsex Guide, und dann entscheide, ob du es nicht doch mal ausprobieren magst. Dein neuer Fickfreund sagt, er steht auf „Englische Erziehung“, du hast aber keinen Plan, warum deine deutsche Kinderstube für das bisschen Koitus nicht genügen sollte? Wir erklären es dir.

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Lasst Mimi&Käthe euer Dr. Sommer Team für Große sein. Schämt euch nicht, wenn euch viele der Dinge, über die des nächtens auf RTLII und Co. parliert wird, wie böhmische Dörfer erscheinen. Fragt stattdessen nach, ob nun uns oder den Liebhaber insulanesker Pädagogikmethoden. Mund auf, Frage stellen, Antwort abwarten, „Soso“ sagen und sich dann heimlich darüber freuen, wieder etwas gelernt zu haben. Schickt die Unsicherheit in Sachen Sex in die Besenkammer, schließt ab und gewöhnt euch diese schreckliche Erwachsenen-Sex-Überheblichkeit ab. Macht stattdessen große Augen und staunt mit offenem Mund, wenn euch einer sagt, er stehe auf Masturbation mit Brenesseln. Oder mit Luftballons. Oder Vanillepudding.

Zu all dem gehört natürlich, ab und an auch mal „No, Señor!“ zu sagen. Denn nur, weil ihr wisst, wie der Hase theoretisch läuft, bedeutet das nicht, dass ihr ihm auch praktisch Auslauf gewähren müsst. Würde Dr. Sommer garantiert auch sagen. Und die Tante sowieso.

Fotos: Sarahlikesprettygirls

1 Comment

  1. petra

    27. November 2014 at 9:42

    Hihi, empfehlenswert sind auch Spaziergänge durch große Sexshops verschiedener Städte. Faszinierend was es da so alles gibt :D

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