Luna, die Tänzerin – by Ika Fan

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Ein Text von Mimi Erhardt.

Als ich 16, 17 Jahre alt war, wünschte ich mir, im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu leben. Ich verschlang die „Rougon-Macquart“, den monumentalen Romanzyklus von Emile Zola, verliebte mich in seine Figuren, denen es mal gelang, mal nicht, in einer Zeit des moralischen Verfalls, gesellschaftlicher Umbrüche und auch des Aufbruchs zu überleben. Ich las Flaubert und Rimbaud, liebte Oscar Wilde und Rilke und den Geist des Fin de siècle mit all seiner Dekadenz und der dahin gerotzten Melancholie. Ich stellte mir vor, eine Tänzerin zu sein. Verdorben, leise und schön, mit rabenschwarzen Wimpern, roten Lippen und Pfauenfedern im Haar.

So wie Luna in diesen Fotos von Ika Fan.

Tänzerin 13 by IkaFan

Vielleicht liegt es daran, dass Luna nicht nur für die Kamera die Tänzerin gab, sondern es tatsächlich ist. Eine Tänzerin und eine feine Puppe, zart und ein wenig zerbrechlich, und doch würdest du dich nie mit ihr anlegen. Du würdest sowieso verlieren, und das weißt du ganz genau.

Je länger ich mir die Fotos ansehe, desto mehr glaube ich, dass Luna im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts gelebt haben muss, dass sie ein Fin de siècle Mädchen ist, das irgendwie in unser Heute gebeamt wurde. Dass sie eigentlich in die verrauchten Salons einer lange vergangenen Epoche gehört.

Ich gestehe, dass ich Luna schon lange, lange kenne. Und dass ich selten einen Menschen getroffen habe, den ich sanfter und schöner fand. Ika Fan hatte auch mindestens Herzklopfen nach dem Shooting mit der Tänzerin aus einer anderen Zeit.

We <3 you, Luna :)

Fotos: Ika Fan // Ika Fan bei Tumblr

 

1 Comment

  1. Hans

    16. April 2017 at 14:16

    großartiges set und noch tollerereres model <3 luna

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