„DAS ist an Frauen unsexy“ oder: Fack ju, Flöte

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Ein Text von Leia Impala.

Ihr kennt doch diese Magazine, die nach Vorbildern aus dem realen Leben benannt sind, nicht wahr? Diese Zeitschriften von modernen Frauen für moderne Frauen, die so gerne plakativ erklären, warum es uns gründlich egal sein sollte, was andere von uns denken, dass „Man-selbst-Sein” das neue Sexy ist und wir doch bitte endlich zu unseren zehn Kilos mehr auf den Hüften, den unterschiedlich großen Brüsten, der zu breiten Nase oder oder oder stehen sollten. Und zwei Seiten später werden eine Drei-Tage-Crash-Diät, die Anzeige eines renommierten plastischen Chirurgen und „Schummeltips für den perfekten Busen“ abgedruckt. Bei einem dieser Magazine steht der Name einer recht bekannten deutschen Moderatorin nicht nur als Titel vorne auf dem Cover, sondern auch als „Editor at large” im Impressum. Bedeutet, dass diese Promi-Dame auch journalistischen Input für das Magazin beisteuert. Die Online-Redaktion dieses „Starke-Frauen“-Magazins hat jedoch kürzlich den Macho-Vogel abgeschossen.

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Ich stieß auf den Artikel auf der Facebook-Seite der Zeitschrift. Es ging darum, was bei Frauen TOTAL unsexy ist. Geschrieben war der Text von einem Mann. Und dieser sexistische Aufzählungs-Pranger ist das Dümmste, was ich seit langem gelesen habe.

Punkt eins auf seiner allgemeingültigen Anti-Attraktivitäts-Skala: Frauen sollten niemals mit ungewaschenen Haaren und kaputten Fingernägeln das Haus verlassen. Weil unsexy. Zweitens ist es höchst gewünscht, feinen, eleganten Schmuck zu tragen, nicht aber große und auffällige Ohrringe. Außerdem sollen am besten auch ab einem gewissen Alter die Hüft-Jeans im Schrank bleiben. Alles unsexy.

Beim nächsten Punkt geht es ausnahmsweise mal nicht um Äußerlichkeiten. Diesmal kritisiert der Autor arrogantes Verhalten bei Frauen scharf, und alle diejenigen, die dem Objekt der Begierde trotz dieses charakterlichen Makels noch weiter Aufwartungen machen, werden als Arschgeigen bezeichnet. Des Weiteren dürften wir in seiner Welt keine UGG-Boots mehr tragen und außerdem nicht mehr ordentlich fluchen oder „Brudi“, „Alter“ oder „Digger“ sagen. Oder „Schwester“.

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Wisst ihr, auch ich könnte da eine Eigenschaft nennen, die ich an Männern und Frauen unsexy finde. Nämlich die Angewohnheit, anderen vorschreiben zu wollen, was und wie sie zu sein oder zu leben haben. Wie sie sich verhalten oder kleiden sollen, um der Gesellschaft im Allgemeinen und potentiellen Partnern im Speziellen zu gefallen. Ich finde es zum Kotzen, dass Frauen immer noch der Eindruck vermittelt wird, sie seien nicht gut, so, wie sie sind.

Lieber Autor des XYZ-Magazins,
wie schon unter deinem Artikel auf Facebook kommentiert, wiederhole ich hier gerne: Lade mich doch in eure Redaktion ein, damit ich dort a) mal einen journalistisch und menschlich anständigen Artikel verfassen kann und b) damit du dich persönlich davon überzeugst, wie sexy af ich in meinen Hüftjeans, mit meinen schwarzen UGG-Boots, den Statement-Ohrringen und einem Messy Bun bin. Weil ich selbstbewusst genug bin, mich selbst genau SO sexy zu finden. Und das ist das Einzige, was zählt, Digga.

Fotos: Sarahzakphoto
Model: Juliana

2 Comments

  1. JudgeDark

    14. April 2018 at 10:32

    Richtig so … danke für das Statement!
    Bin gespannt ob hier eine Einladung folgt … ! ;)

    • Mimi

      Mimi

      14. April 2018 at 19:03

      Wir auch! :D <3

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