Brigitte Lahaie, die Porno Muse im roten Kleid

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Boys will be boys, heißt es so schön, und ja – ich stimme dem voll und ganz zu! Jungs bleiben Jungs, darum mögen wir Mädchen sie ja auch so sehr. Und verliebte Jungs sind nochmal eine ganz besonders tolle Erfindung von Frau Natur – die sind irre, und ich könnte sie stundenlang liebevoll in den Schwitzkasten nehmen und durch ihre Verliebungs-Haare strubbeln. Verliebt ist auch unser Freund Hans Pørnflake, und zwar bis über beide Ohren, von den rotbraunen Wikinger-Barthaaren bis zu den etnies Sneakers – in Brigitte Lahaie, DIE Traumfrau des Vintage Pornos der 70er. Vor allem eine Szene hat es dem Hans angetan, so sehr, dass er eine Ode darauf geschrieben hat. Poesie und Porno, Porsie und Poeno – lasst uns eine Runde der obermegatollen Porno-Muse Brigitte Lahaie huldigen. Hans, du fängst an <3

Von Hans Pørnflake

Es gibt in der Filmgeschichte unzählige ikonenhafte Szenen. Momente, die uns immer im Gedächtnis bleiben, weil sie unerwartet, schockierend, rührend oder einfach großartig inszeniert sind. Der Monolog von Robert DeNiro in „Taxi Driver“, Darth Vaders „No! I am your Father!“, die Schlussszene von „There will be blood“ („I drink your milkshake!“) oder „Here’s Johnny!“ aus Kubricks „Shining“. All diese Szenen bestechen durch eine Eigentümlichkeit, die sie von anderen Szenen, auch aus denselben Filmen, hervorheben. Übertrieben gute Schauspielerleistung, unerwartete Wendungen, tragische Verstrickungen.

Diese wunderbaren Szenen ziehen sich durch die Jahrzehnte der Filmgeschichte, doch gibt es sie auch in weniger hollywood-esken Streifen? In Pornos zum Beispiel? Man ist gleich versucht, „Nein!“ zu rufen, denn selten bieten Pornos ausreichend Stoff, um überhaupt länger im Gedächtnis zu bleiben. In vielen Fällen gibt es nicht einmal eine stringente Handlung, die solche Szenen, von denen ich anfangs sprach, überhaupt erst hervorbringen kann.

Nein, im Porno ist es etwas anders. Dort bleiben nicht die großen Dialoge und die charismatischen Interpretationen der Schauspieler hängen – dort bleibt, wenn, etwas anderes hängen. Aber lassen wir das, muss ja auch bei Mimi&Käthe nicht immer um Sperma gehen.

Für mich gibt es in der Porno-Geschichte durchaus eine Szene, an die ich mich immer erinnern werde. Sie steht sinnbildlich für meine Art von Porno. Sie ist die Essenz dessen, was ich persönlich mir unter guter Pornografie vorstelle. Wann immer ich an Pornos denke, denke ich zuerst an genau diese Sequenz.

Es ist die Eröffnungsszene von „Cette malicieuse Martine“, einem Film, den wir heute unter dem Label „Vintage Porn“ einordnen würde.

Brigitte Lahaie, Porno Göttin <3

Brigitte Lahaie, die blonde Porno Göttin in Aktion <3

„Cette malicieuse Martine“ ist eine Produktion der Ribu Film, in Deutschland unter dem Titel „Martine, Venus der Wollust“ 1979 erschienen und von Alpha France unter dem Namen „Secrétaires sans culotte“ re-released. Es spielen die Stars der damaligen europäischen Porno-Branche mit, unter anderem Brigitte Lahaie, Marilyn Jess, Barbara Moose, Richard Allen und Alban Ceray.

Die Eröffnungsszene, die sich zwischen Richard Allen und Brigitte Lahaie ereignet, wäre unter normalen Umständen nichts Besonderes. Er ist Zahnarzt, sie Patientin, das Setting ist einer Zahnarztpraxis der 70er nachempfunden, also alles andere als schön oder spektakulär. Was die Szene so besonders macht, ist sie: Brigitte Lahaie. Ich bin schon lange Fan der Französin, doch hier, in dieser Szene, hat sie mir das Herz und den Verstand geraubt.

Inmitten beiger Wände, zwischen Zahnarztstuhl und Waschbecken, verkörpert Lahaie in dieser Szene den puren Sex, die pure Erotik. Sie trägt ein knallrotes, weites Kleid, ihre Haut ist makellos braun, ein wahnsinniger Kontrast zu ihrem platinblonden Haar. Sie ist perfekt gestylt, geschminkt, ihre Hände, Brüste, Schenkel wirken wie gemalt. Jeder Zentimeter ihres Körpers ist perfekt. Sie liegt in dem Zahnarztstuhl, Teile ihres Körpers entblößt, und man möchte die Zeit anhalten, um diesen Anblick genießen zu können.

keine lümmelt so schön wie Brigitte Lahaie. Foto: Screenshot

Keine lümmelt so schön wie Brigitte Lahaie. Foto: Screenshot

Keine andere Pornodarstellerin in keinem anderen Film hat jemals solche unbändige und gleichzeitig stilvolle Erotik verkörpert wie Brigitte Lahaie in dieser Sequenz. Der Sex, den sie danach mit „Betonschwanz“ Richard Allen hat, ist nicht erwähnenswert. Beide sind Profis und gehörten damals zu den Besten ihres Fachs. Der Sex ist gut inszeniert, angenehm anzusehen, Brigitte Lahaie natürlich eine Wucht, aber ansonsten passiert nichts Außergewöhnliches, abgesehen davon, dass die Sexszene ohne Cumshot, das sichtbare Abspritzen des männlichen Stars, auskommt, was man ja in Pornos eher selten findet.

In diesem Fall geht es aber nicht so sehr um den Sex. Es geht mir einzig und allein um den Anblick der Lahaie, wie sie sich fast schon gemütlich in dem Zahnarztstuhl lümmelt und dabei aussieht, als hätte ein großer Künstler sie auf eine Leinwand gemalt. Brigitte Lahaie sieht in vielen ihrer Filme (eigentlich in allen) umwerfend aus, sexy, mit wahnsinniger Figur und voller erotischer Ausstrahlung, aber keine Szene in keinem anderen Film kommt auch nur annähernd an diese wenigen Minuten Rumgelümmel im Zahnarztstuhl heran.

Wahrscheinlich geht es nicht vielen so wie mir, vermutlich finden viele an dieser Szene im Ganzen und an Brigitte Lahaie im Besonderen nichts Außergewöhnliches. Geschmäcker, nicht nur was Frauen angeht, sondern auch Pornos, sind verschieden. Für mich jedoch ist diese Szene die Essenz der Pornografie, die mir gefällt. Für mich ist es ganz klar eine Ikone – diese Szene und die Frau, die ihr die Magie verleiht.

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