Ex-Pornstar Bree Olson: „Respektiert Sex-Worker“

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Dass das Leben und Überleben in der Pornobranche kein Wunschkonzert, kein Ponyhof und erst recht kein Zuckerschlecken ist, wisst ihr, weiß ich. Auch, wenn die Pornoszene mein Wohnzimmer ist und ich nichts davon halte, die XXX-Industrie als Gesamtkonstrukt zu verteufeln, bin ich mir der Schattenseiten doch sehr bewusst. Vor allem die Darstellerinnen haben es schwer, die Frauen, die uns Wichsvorlage, Sexgöttin und Freundin zugleich sein sollten, gelten sie doch als „Schlampen“, als dumm und haben allein von Berufswegen her jedem Mann zu Diensten zu sein.  So erging und ergeht es auch Bree Olson.

Bree Olson? War die nicht und hat die nicht mal…? Richtig, Bree Olson war die Gespielin von Charlie Parker, pardon, „Two and a half men“-Star Charlie Sheen. Vor allem aber war Bree Olson Pornodarstellerin. Mit 19 startete Bree in der Sexfilmindustrie durch, mit 25 hängte sie den Job an den Nagel. In einer Folge des Filmprojekts „Real Women Real Stories“ erzählt sie nun, wie sich ihre Karriere auf ihr Leben nach dem Porno ausgewirkt hat.

„Wenn ich aus dem Haus gehe, fühlt es sich an, als wäre das Wort ,Schlampe’ auf meine Stirn geschrieben“, erzählt Bree Olson zu Beginn des Clips. Deshalb verlasse sie oft wochenlang nicht ihre Wohnung, aus Angst vor den Reaktionen der Leute. „Die Menschen behandeln mich wie eine Pädophile, nicht wie eine Ex-Sex-Workerin, als würde ich, meine Anwesenheit, das Wohl ihrer Kinder gefährden.“ Als eine Stimme aus dem Off sie fragt, wie sie denn behandelt werden möchte, was sie sich von ihren Mitmenschen wünsche, bricht Bree Olson in Tränen aus. Sie wolle wie eine einfache junge Frau behandelt werden, „wie eine verheiratete Krankenschwester und Mutter von zweieinhalb Kindern, ganz normal eben.“

Sie habe sich bewusst aus dem Pornogeschäft zurückgezogen, so Olson, und das, obwohl sie zwischen 30.000 and 60.000 Dollar pro Monat verdient habe. „Würde ich jetzt zurück gehen, könnte ich 20.000 Dollar in einer Woche verdienen“, sagt sie und auch, dass sie das niemals tun würde. Stattdessen habe sie eine Nachricht an alle jungen Mädchen: „Werdet keine Pornodarstellerinnen. Ich verstehe, dass ihr eure Sexualität ausleben und umarmen möchtet, dass ihr euch denkt, ,Scheiß auf die Typen, ich mache mit meinem Körper, was ich will’, aber ihr habt ein beschissenes Leben mit vielen Entbehrungen vor euch. Ihr werdet vielleicht nie wieder mit Kindern oder im medizinischen Bereich arbeiten können, wenn ihr einmal als Pornodarsteller gebrandmarkt seid.“

Olson hält einen Moment lange inne, bevor sie sagt, dass nicht die Pornographie per se schlecht für die Mädchen sei, sondern die Konsequenzen, die das Leben in der Sexfilmbranche nach sich ziehe, vor allem das Verhalten der anderen Leute.

„Es ist an der Zeit, dass die Menschen lernen, Sex-Worker zu respektieren. Und Frauen, ganz allgemein.“

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Fotos (2): Screenshots aus dem Clip „Bree Olson: Her Untold Story“

Damit endet der kurze Clip. Keine weltbewegende Message, wenn ihr mich fragt. Ich würde Bree Olson gerne in den Arm nehmen und ihr sagen, dass sie eine wunderbare, junge Frau ist und jedes Recht der Welt hat, genau das zu tun, wonach ihr der Sinn steht, ob sie nun als Sex-Workerin arbeitet, als Kellnerin, als Kieferchirurgin oder einen Getränkefachmarkt eröffnet. Und dass der Beruf des Pornodarstellers alles andere als unehrenhaft ist und sie allen, die etwas anderes behaupten, wenigstens gedanklich in die verknöcherten Ärsche treten soll.

Was mich an diesem Clip aber tatsächlich schockiert hat, ist die Kommentarspalte darunter. „I took 6 million dicks on camera. Why won’t people respect me more?“, fragt ein Typ, ein anderer stellt fest: „Poor choices are hard to overcome.“ Ein anderer sagt: „If you wanted to be treated like a nurse, you should have striven to be a nurse.“

Jedem dieser Kommentatoren möchte ich auf die Füße brechen. Einen dicken Kotzeschwall für jeden, einen Tropfen für jeden dummen, sexistischen Gedanken, der jemals durch ihre Gehirnwindungen wankte. Da mir das nicht möglich ist, sage ich stattdessen nur dies: Niemand hat das Recht, einen anderen Menschen zu diskriminieren und schlecht zu behandeln. Ihr solltet den Frauen dankbar sein, die sich ficken lassen, damit ihr etwas zu glotzen habt, solltet sie hofieren und worshippen. Sex-Worker sind genauso respektabel wie Bankkaufleute, Graphik Designer und Pornoblogger, vielleicht sogar noch etwas mehr. Wer das nicht einsieht, dem wünsche ich Warzen an den Arsch und Eiterpickel ins Gesicht. Mindestens.

Hier findet ihr die Facebook-Seite des Projektes Real Women Real Stories.

13 Comments

  1. Eri

    31. März 2016 at 19:04

    Ich muss zugeben, so ein wirklich unbekleckertes Bild von Pornodarstellern hab ich jetzt auch nicht wenn ich mal adhoc drüber nachdenke – aber ich würde Zufallsbekanntschaft X niemals schlechter behandeln, nur weil ich erfahre dasss Er oder Sie mal im Pornobusiness gearbeitet hat. Seh ich einfach nicht. Mir tut das doch nicht weh, meine Werte bleiben intakt, meine Moral völlig unbesudelt. Okay, vielleicht würde ich mich ärgern, dass ich für 20.000 Dollar eeetwas länger arbeiten muss als eine Bree Olson. Und das könnte mich vielleicht schnippisch machen. Aber „Schlampe“? „Gottverdammt clevere Geschäftsfrau mit elastischer Schamgrenze“ wohl eher.
    Das eigentlich schlimme daran ist ja wirklich, dass grade so ein „You took 6 million dicks on camera“-Typ mit Sicherheit auch der Typ ist, der jeden einzelnen der 6 Millionen Dicks im entsprechenden Film gesehen hat und sich jedes Mal gewünscht hat, es wäre seiner. Traurig.

    Jetzt hab ich wieder was, woran ich gedanklich knabbern kann. Worauf ich sonst im Leben nie gekommen wäre. Ich mag das. :-*

  2. JudgeDark

    31. März 2016 at 17:49

    Ja, man muss sich als Darstellerin und wahrscheinlich auch als Darsteller in diesr Branche darüber bewusst sein, dass es eben nach der Karriere nicht einfach zurück gehen kann in die normale Welt, weil eben die Gesellschaft so ist wie sie ist. Hier reduziert man z. B. Fr. Olson auf das, was sie in ihren Filmen so schön vorgemacht und an dem man sich aufgegeilt hat … die Gesellschaft ist eben sehr einfach gestrickt und sie ist schnell dabei Menschen, egal welcher Art, in kleine Schubladen zu stecken. Die wenigsten Menschen machen sich doch leider die Mühe den Menschen, der in der Öffentlich steht, selbst zu betrachten, vielmehr schaut man auf Geleistetes, was man dargestellt hat, wie man auftritt. Das die Menschen aber ganz anders sind, dass wollen doch viele gar nicht wissen … Schubladendenken eben.

    Bei den Pornosternchen artet das dann eben so aus, Primitivlinge treffen auf das, was ihnen in ihrerm Schubladenwelt vorgemacht wird und meinen, dass genau das Stück Fleisch vor ihnen steht, welches man auf der Mattscheibe gesehen hat … wieso sollte es auch anders sein?!
    Und dann gibt es die, die eh ein Problem mit der Branche haben, sie als verwerflich betrachten und dann die Darsteller ebenso in eine entsprechende Schublade stecken; wie soll so eine Person denn im normalen Leben normal sein?! Gerade in den prüden USA stelle ich mir das echt richtig krass vor!

    Wie auch immer … die Kommentare an Fr. Olson sind einfach überflüssig, aber hier sind wir dann wieder bei der anonymen Welt, die durch die Gesellschaft mit Smartphone und PC praktiziert wird … große Fresse, nicht wirklich viel dahinter. Klar, Fr. Olson ist ein Stück weit selber Schuld, weil sie eben blauäugig und naiv an die Sache rangegangen ist, da sind wir uns einig … aber trotzdem sollte man respektieren, dass sie jetzt so ein offensichtliches Problem damit hat, dass es sie belastet und da muss man nicht noch verbal nachtreten.

  3. Johanna-Michaela L.

    31. März 2016 at 14:41

    Ich war schon immer zu dumm für diese Welt. Die meisten von uns sind aus einer Möse geplumpst. Wir wissen alle wie wir entstanden sind. Fast alle lieben Sex, weil es das schönste Geschenk ist, das uns das Leben zu bieten hat. Soviel Lust ohne dafür hart arbeiten zu müssen… wow.

    Aber wir ehren Soldaten, die in Kriegen Menschen mit Projektilen durchlöchert, mit Sprengstoff zerfetzt haben. Schutz ist notwendig, leider und ich respektiere das. Wir geben Menschen die Hand, die für den Tod und das Elend vieler Million Menschen die Waffen produziert und verkauft haben.

    Wir lieben es anderen beim Sex zuzuschauen. Wir sehen uns Pornos freiwillig an, weil sie uns geil machen und uns helfen Orgasmen zu erreichen. Was für wundervolle, friedliche Gefühle. Kein Tod, im Gegenteil, manchmal sogar lebensspendend.

    Und dann behandeln wir Sexdarsteller, an deren Schönheit, und dargestellten Lust wir uns ergötzt haben…

    … wie Aussätzige?

    Muss ich das verstehen?

    • Mimi

      Mimi

      31. März 2016 at 15:10

      Du bist genau richtig, meine Liebe. Danke für dein Statement!

  4. MZ

    31. März 2016 at 10:55

    Und noch etwas: Mimi, wenn du den bigotten Pornokritikern „Warzen an den Arsch und Eiterpickel ins Gesicht“ wünschst, bist du bewusstseinsmäßig nicht besser drauf als all die Typen, die Frauen gerne voller Verachtung besudelt sehen, mit Pisse, Sperma und Schlimmerem bespritzt sehen wollen und daraus dann ihre Befriedigung ziehen. Du wünschst ihnen Verderben, so wie bigotte Pornokritiker den Pornoaktricen Verderben wünschen.

    Wird bei soviel Gleichklang auf beiden Seiten der Medaille nicht ein wesentlicher Zug der ganzen Branche deutlich? Nämlich, den Sex zu diskreditieren, bis nicht Schönes mehr an ihm hängen bleiben mag?

    Du verlangst wirklich viel vom typischen Pornokonsumenten: In Abertausenden von Videos präsentieren sích Frauen als Schlampen, Fickmaterial, Fleischangebote, die nach Belieben benutzt werden und dazu auffordern. Nun soll diesen sich-so-Präsentierenden dir zufolge mit Respekt, Achtung und Anerkennung begegnet werden. Ich sage: Eine berechtigte Forderung! Aber eine illusorische Forderung: Denn wie würdest du reagieren, wenn sich dein bester Freund erst mit Klowasser und Körperausscheidungen bekleckert und dann aufbegehrt: ‚Betrachte und behandele mich wie einen Heiligen!‘ ?
    Wie gesagt: Das wäre – jedenfalls für Otto-Normalverbraucher – arg viel verlangt.

    • Mimi

      Mimi

      31. März 2016 at 13:21

      Lieber anonymer Kommentator. Bree Olson war 19 Jahre, als sie in die Branche einstieg. 19. Das ist knapp nach Kindheit, 19 ist ein Alter, in dem man noch an nichts Böses glaubt, seine Sexualität gerade erst entdeckt hat und damit umzugehen lernt, in dem man sich unsterblich fühlt und in dem man viele Konsequenzen seines Tuns eben noch nicht abschätzen kann. Vielleicht warst du ja mit 19 Jahren schon so gewitzt und schlau, wie du es heute zu sein glaubst. Bree Olson war es nicht, ich war es nicht. Insofern kann ich dein von hoch oben geäußertes „Argument“ weder akzeptieren noch respektieren.

      Dann: Wem habe ich „Verderben“ gewünscht? Warzen und Eiterpickel fallen meines Wissens nach nicht in diese Kategorie, davon abgesehen ziehe ich aus meinem frommen Wunsch keine sexuelle Befriedigung, dafür eine Menge Schadenfreude, wäre es mir denn gegeben, den Wunsch Wahrheit werden zu lassen. Überinterpretiere nicht meine Worte, nur, um deine inhaltslosen Statements besser aussehen zu lassen. „Gleichklang auf beiden Seiten der Medaille“ – lies doch bitte nochmal den Text und versuche wenigstens, zu verstehen, um was es mir geht, wenn du schon mit mir diskutieren möchtest.

      Am liebsten aber ist mir dieser Absatz: „Ich sage: Eine berechtigte Forderung! Aber eine illusorische Forderung: Denn wie würdest du reagieren, wenn sich dein bester Freund erst mit Klowasser und Körperausscheidungen bekleckert und dann aufbegehrt: ‚Betrachte und behandele mich wie einen Heiligen!‘ ?“

      Die Arbeit der Sexworker mit einem sich Besudeln mit Kackwasser zu vergleichen und diese ehrenvolle Arbeit so zu beleidigen, ist an Dummheit und Ignoranz nicht zu überbieten. Wenn das deine Meinung ist, ist dieser Blog nicht die richtige Spielwiese für dich.

      • MZ

        31. März 2016 at 14:27

        Liebe Mimi, nicht ich beleidige die Arbeit von Sexworkern, sondern der mainstream unserer Gesellschaft tut es. Ich verweise nur mal auf die Sprache von Pornoseiten, auf denen Sex-Starlets mit abschätzigen Vokabeln vorgestellt werden (Fotze, Schlampe, geiles Biest etc.) oder die Titel der Videofilmchen, in denen durchweg nicht von Menschen die Rede ist, sondern von Fickmaschinen, die triebgesteuert 24 Stunden am Tag nichts anderes begehren als durchgerammelt zu werden. Das soll wohl unterhaltsam und geil klingen, ist aber tatsächlich der Sound des Unmennschlichen.

        Was mich daran fuchst: Leute wie Olson begeben sich freiwillig in solche Erniedrigungsindustrien, ertragen die Erniedrigung oft mehrere Jahre (wie auch Crissy Moran oder Jenna Presley), denken dabei ans anzusparende Geld und dass alles schon nicht so schlimm sein wird, nehmen Drogen gegen den inwendigen und gegen den äußerlichen Horror, halten es irgendwann gar nicht mehr aus, steigen aus der Branche aus und rufen entsetzt: Das ist ja eine Einbahnstraße!

        Recht haben sie, doch fürchterlich naiv sind sie dann eben auch! Wenn Sexworker meinen, nach dem Ausstieg nehme sie die Gesellschaft liebend bei der Hand, lobe sie für ihre geleistete ehrenvolle Arbeit und gebe ihnen die bürglichen Jobs zurück, die sie damals für Porno aufgegeben oder gar nicht erst angetreten hatten: Dann haben sie etwas überhaupt nicht begriffen. Nämlich, dass die Gesellschaft, mit der sie leben müssen, nicht so human gestrickt ist, wie sie glauben dass sie sei. Beispiel: Kendra Lust, heute Super-MILF im amerikanischen Porno, bis 2012 war sie acht Jahre lang als Krankenschweter aktiv. Glaubt diese Frau allen Ernstes, sie macht solange Porno, bis ihr Marktwert nachlässt, und danach nimmt sie, als sei nix gewesen, die Krankenpflege wieder auf? Das kann sie in der besten aller denkbaren Welten hoffen, aber wohl kaum in dieser!

        Daher, Mimi, bevor du mich beleidigst: Richte deinen Zorn mal besser auf die gierig-sabbernden Pornokonsumenten, denen das menschenwürdige Leben der Sexworkerinnen scheißegal ist, solange diese nur fleißig Rohmasse für ihre Wixbedürfnisse liefern. Und die den Sexworkerinnen – wenn sie sich eines anderen besinnen – den Weg zurück in die Gesellschaft verbauen – in die Respektabilität und in den Arbeitsmarkt mit Rentenansprüchen sowieso.

        Ein Pornoblog wie deiner, dem es ernst ist Porno, sollte gerade auf diese Aspekte der Branche sein Augenmerk lenken und sich die Pornobranche (die das Gesicht unserer Gesellschaft trägt und nicht von ihr zu trennen ist) kritisch vorknöpfen. Aber wahrscheinlich macht das keinen Spaß, und Spielverderber wie ich sind da nicht erwünscht …

        • Mimi

          Mimi

          31. März 2016 at 15:09

          Kein Zorn meinerseits, absolut nicht. Dafür ist deine „Argumentation“ zu haltlos. Allein, dass du jetzt auf diese Art zurückruderst, nicht DU hättest die Arbeit der Sexworker beleidigt, sondern der „Mainstream der Gesellschaft“ – how pathetic. DU hast doch das Beispiel mit der Kacke und dem sich beschmutzen gebracht, oder? Also steh zu deiner beleidigenden Äußerung und schieb nicht die Schuld auf eine gesichtslose Masse.

          Was die Naivität angeht – das sage ich doch: Die jungen Frauen, die sich zu einer Karriere im Porno entschließen, SIND oft naiv, SIND zu jung, um die Konsequenzen ihres Handelns überblicken zu können. So what? Das ist das Vorrecht der Jugend. Aber deshalb dürfen sie nichts mehr vom Leben erwarten, wenn ihr „Marktwert“ nachlässt, wenn das „Fickfleisch“ so langsam verrottet (verzeih, ich gebe hier nur den O-Ton des Mainstreams der Gesellschaft wieder)? Deshalb sollen sie die Schnauze halten, ihren Platz in der Gosse, der auf den Einstieg ins Sex-Business deiner Meinung ja selbstverständlich zu folgen hat, akzeptieren und sich mit den Resten zufrieden geben, die Leute wie du ihnen zuwerfen?

          Lassen wir das an dieser Stelle. Kommentier dich blöde, ich bin raus. Und solltest du nochmal etwas Beleidigendes in Richtung Sexworker äußern, werde ich das nicht veröffentlichen. Ich dulde hier keine Beleidigungen, in keiner Form. Fühl dich angezählt.

          • MZ

            31. März 2016 at 16:58

            Nein, Mimi. Lies meinen Komment richtig. Ich für meinen Teil möchte nur richtig verstanden werden. Wenn du mich also doch richtig liest, dann wird doch klar, dass ich keineswegs zurückrudere. Ich habe nur klargestellt: Die Handlungen in Pornovideos und die Sprache, in der Pornoseiten verfasst sind, ist menschenverachtend. Punkt. Unterstell mir bitt nicht, ich würde es mögen, wenn sich Darstellerinnen mit Pisse und Sperma und – kam auch schon vor – mit Kacke bekleckern lassen. Das kriegt man in einschlägigen Videos zu sehen. Weiter: Diese Darstellerinnen tun das freiwillig und für Geld. Das ist ihr gutes Recht, denn sie bieten ein Schauspiel, zu dem sie niemand gezwungen hat. Ich bin gern bereit zuzugestehen, dass die Darstellerinnen innerlich Abstand halten zu ihrer Selbsterniedrigung und nur ihren Job machen. Und jetzt kommen wir zu der Außenwirkung der Videos: Die allermeisten der Pornokonsumenten nehmen es als Unterhaltung/Wirklichkeit/bare Münze/Ein-zu-eins-Darstellung, was sie da sehen, und sind nicht bereit zu unterscheiden zwischen dem Dargestellten und den Darstellern als Personen. Weil diese Unterscheidung oft nicht vollzogen wird, muss man leider festhalten: Wer sich mit Scheiße begießt, dem schreiben die meisten eben auch Scheiße ins Stammbuch.

            Muss ich jetzt wieder klarstellen, dass das nicht meine Meinung ist, sondern die der Pornoproduzenten und -konsumenten? Denn, siehe oben, ihre Sprache verrät sie, die verbale genauso wie die handfeste Sprache der visuellen Kommunikation. So. Daraus ziehe ich lediglich den Schluss: Würden sich die Starlets wie Bree Olson doch nur klarmachen, dass sie ernten, was sie selbst gesät haben.

            Was mich angeht: Ich stehe zu meinen Äußerungen, die, wenn sie richtig gelesen wurden, von der gesichtslosen Mehrheit sprechen. Nicht von mir. Wenn du das nicht verstehen willst, Mimi, dann tut es mir Leid. Ich möchte niemanden beleidigen. Ich respektiere und bemitleide Bree Olson und alle, denen es ähnlich ergangen ist wie ihr. Aber ich schüttele auch den Kopf vor soviel Naivität und den viel zu spät gewonnenen Einsichten.

            Völlig absurd wird dein Schimpf, wenn du mir unterstellst, ich würde fordern, Leute wie Olson sollten die „Schnauze halten“ und den Platz in der Gosse akzeptieren, den ich ihnen angeblich zuweisen würde. Das ist grober Unsinn. Ich verweise niemanden in die Gosse. Ich lese nur immer wieder von grausigen Schicksalen von Pornodarstellerinnen, die aussteigen wollen und kläglich scheitern am Ergreifen eines bürgerlichen Berufs und am Wiedereintritt in den Kreis der Respektablen und gesellschaftlich Geschätzten. Ich lese immer wieder davon und erkenne darin ein Muster.

            Das Muster lautet: Wir Pornokonsumenten wollen und bejubeln dich Pornostar, solange du knackig aussiehst und vor uns die Sau rauslässt. Wir weisen dich zurück, wenn dein Marktwert nachlässt (das Wort ist angemessen gewählt: Menschen sind hier eine Ware und nichts anderes), verweigern dir Anerkennung für die geleistete Arbeit, verweigern dir auch die Rückkehr zu „uns“ in die „respektable“ Gesellschaft und schmeißen dich aufs Altenteil.

            Dies ist – ich muss es anscheinend bis zur Ermüdung wiederholen – nicht meine Meinung, sondern das Muster, nach dem unsere Gesellschaft Pornoakteure beurteilt und behandelt.

            Wenn das jetzt schon wieder als „Beleidigung in Richtung Sexworker“ verstanden wurde, dann kann ich dir auch nicht helfen. Lies es wenigstens und gib anderen Bloglesern Gelegenheit sich eine – vielleicht günstigere – Meinung dazu zu machen.

          • Mimi

            Mimi

            31. März 2016 at 17:23

            Was du aus meinen Antworten heraus liest, ist phänomenal. Auch, wie viel Zeit du zu haben scheinst, um hier jedes Mal einen neuen Roman zu kommentieren. Du musst auch nichts bis zur Ermüdung wiederholen, weil es nicht interessiert. Wenigstens mich nicht. Reingehauen, Kollege Schnürschuh! Deine Mimi

  5. MZ

    31. März 2016 at 10:30

    Tja Mimi, es gibt in der Tat keinen Anlass, mit Hohn und Spott auf Schicksale wie dir von Bree Olson zu reagieren und ihr ein „Selber schuld!“ hinterherzurufen. Es tut gut zu lesen und zu hören, dass Olson nicht zu den vielen amerikanischen Pornostars zählt, die nach Porno-Höhenflügen Jesus finden und sich in aller Öffentlichkeit fürchterlich zu schämen anfangen – vergleichbar mit Ex-Präsident Bill Clinton („I#ve done wrong“). Sondern, Olson lentk den Fokus ihrer Traurigkeit und Wut auf die gesellschaftliche Heuchelei und Unmenschlichkeit, mit der man ihr nach dem Ausstieg begegnet. Gut! Aber: Man wird dazu ohne Hohn und Überheblichkeit sagen können dürfen: Mit etws Grips im Kopf kennt man seine Pappenheimer auch schon mit 19 Jahren (Einstieg Olsons in die Pornobranche) und kann sich mit wenig Fantasie ausmalen, welche Einbahnstraße eine Pornokarriere bedeuten wird. Ist es nicht ein klein wenig blauäugig, wie vom Donner gerührt hinterher zu greinen: Das hatte ich nicht gewusst/geahnt! Warum seid ihr so garstig zu mir? Stattdessen scheinen junge Frauen wie Bree Olson wie selbstverständlich dem dummen Spruch zu folgen: Fly now, pay later. Muss man sich dann wirklich wundern?

    • Daniel M.

      19. April 2016 at 20:13

      Ich finde es eine wundervolle Errungenschaft, den guten Glauben an die Menschheit zu wahren. Nur so kann sich die Gesellschaft wandeln (lassen). Nicht aufhalten lassen von den Stimmen, die behaupten, man hätte etwas absehen können oder verdient. Alles Bullshit; keep loving! <3

      • Mimi

        Mimi

        19. April 2016 at 20:33

        Das klingt toll und konstruktiv, vielen Dank für deinen Kommentar :)

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