Fessle mich feste – eine kurze Bondage Liebesgeschichte

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Berlin könnte auch Bondage-City heißen. Oder Fesselhausen. Meine Wahlheimat liebt es, sich verschnüren zu lassen, keck an Seilen zu baumeln und erotisch durch die Gegend zu schwingen. Ist mir persönlich ein Graus, aber ich leide ja auch an Klaustrophobie, friere schnell und bin schrecklich ungeduldig. Anders geht es da Mia Fox, neue Autorin im Mimi&Käthe Team. Hey Girl :) Mia Fox, dieses wunderschöne Geschöpf, liebt Bondage und die damit verbundene Erotik so sehr, dass sie eine Liebesgeschichte geschrieben hat. Bondage Prosa <3 Wie das Auf-, Ein- und Abwickeln eines Menschen funktioniert und wo ihr diese Kunst erlernen könnt, verrät euch Mia in Bälde, jetzt ist erstmal sexy time.

Von Mia Fox

Ich atme schwer. Seile schnüren meinen Brustkorb ein. Ich liege auf dem Bauch, die Beine in der Luft. „So habe ich meinen Couchtisch noch nie betrachtet“, würde ich wohl von mir geben, wenn ich nicht etwas Angst vor seiner Reaktion hätte. Meine Augen sind verbunden, jede Berührung fühlt sich dadurch unglaublich intensiv an. Ich spüre sogar seine Armhaare auf meiner Haut, als er neue Seile legt, sie straffer zieht und fixiert.

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Ein leichtes Gefühl der Beklemmung macht sich in mir breit, ich atme schwerer. Aus Atemnot, aber auch aus Lust. Er zerzaust mein Haar, immer und immer wieder. Berührt meinen Po mit seinen Händen, mit den Seilen. Mal sanft, mal gemein. Er benutzt die Seile als Peitsche, ich zucke zusammen. Das gefällt ihm.

Kennengelernt haben wir uns auf einer Veranstaltung für Bondage Interessierte. Wir kamen ins Gespräch, schüchterner Smalltalk, verabredeten uns für das nächste Mal.

Das ist unser drittes Treffen. Ich liege bauchwärts auf meinem Couchtisch, bewegungsunfähig. Kreativ ist er ja, das muss ich ihm lassen.

Er setzt sich auf die Couch, ich spüre seine Blicke über meinen Körper wandern. Kurz Zeit, um durchzuatmen, während meine Gedanken im Kopf kreisen. Ich denke darüber nach, wie verkorkst mein Leben geworden ist. Bei Instagram würde ich wohl den Hashtag #kopfkino benutzen. „Mia, lenk dich nicht ab und genieße es!“ „Was meine Freunde wohl von mir denken?“ Wieder zucke ich zusammen. Nur ein Bruchteil meiner Freunde weiß von meiner Liebe zur Kunst des Bondage, obwohl ich relativ offen bin, wenn solche Themen angesprochen werden. „Pervers!“, „Nicht normal!“ oder „Das tut doch weh!“ sind nur einige Satzfragmente, die in diesen Gesprächen oft fallen. Eine Frage allerdings bringt mich jedes Mal zum Grübeln: Wo ist eigentlich meine Grenze? Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht. Es wird schon der Moment kommen, in dem ich mal ‚nein’ sage.

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Er steht auf, seine Hände gleiten über mein Gesicht, über meinen Arm, über meinen Po. Plötzlich zieht er die Seile zwischen meinen Beinen straffer, ich zucke lustvoll zusammen. Ein freudiges Lachen verlässt seine Lippen, ich muss schmunzeln.

Vielleicht ist so ein verkorkstes Leben doch gar nicht so schlecht.

Fotos (2): Maria Vaorin <3 Hier findet ihr Maria bei Facebook und hier geht es zu ihrer Website.

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