Antoinette Blume: Rumknutschen mit der Verletzlichkeit

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Ein Text von Antoinette Blume.

Hallo, gestatten, Antoinette Blume. Die Mischung aus dem zeitgenössischen Dichter Felix Antoine Blume und Marie Antoinette. Und noch so die Mischung aus Eric Cartman, Lisa Simpson und Peter Zwegat. Das bin ich. Nur in Mitte 20. Antoinette Blume ist mein liebgewonnenes Pseudonym.

Antoinette hat kein Problem, sich auszuziehen, mag Pornos und gibt sich gerne hochachtungsvoll-herablassend, mag den Fame, mag die Coolness, mag Höflichkeit und ist gleichzeitig-manchmal ganz klein (ohne Hut), ehrfürchtig, wissbegierig und anschmiegsam. Eigentlich ist sie schon so wie ich, nur – als mein Pseudonym ist sie stärker und besser, selbstbewusster.

Wer ihr oder mir ein exotisches Sexleben unterstellt, wird auf Anfrage oft enttäuscht („Na, du kleine sexy Autorin, Bock?“ „Naheeeein, tüdeldü, ich muss los“). Keine Vierer, nicht mal Dreier. Nur ich und mein Freund, der mehr als einmal enttäuschend-kurz meine Brüste streicheln darf, weil ich dann wegen Kitzeligkeit lachen muss und ihn mit meinen Kuscheltieren (einem Plüschstift, einem rosa Monster und einem Schwein) bekämpfe. Tschüssi Heißmach-Moment, hallo Kuscheltier-Fight.

Ich mag Aktfotografie, moderne Malerei und Performancekunst, ich verehre seit Kurzem die Sängerin Gnucci, und zum Joggen höre ich Kollegah. Denn ja, ich bin Boss. Ich bin Freundin, Zuhörerin, ich bin mal abgeklärt-kühl und in anderen Momenten zu Tränchen gerührt, berührt oder weine vor Verletztheit. Ich reflektiere, ich denke, ich spiele, trickse. Ich bin achtsam, setze mich für andere (und nicht selten mich) ein und bin von nichts mehr geflasht, als wenn ich mich richtig arg für andere freuen kann. So aus tiefstem Herzen. Das ist das schönste Gefühl. Neben Liebe. Und Nach-einem-Streit-Sex mit meinem Spatz. Der mich für diese Anrede kurz böse anschauen darf, bevor wir auf dem Balkon rumknutschen, bis die Nachbarskinder sich angewidert vom gegenüberliegenden Fenster abwenden … Soviel zu mir.

Antoinette Blume 14

Ich habe bei Mimi&Käthe die Chance bekommen, das zu tun, was ich ganz lange wollte, nämlich etwas weitgehend Künstlerisches zu „leisten“. Davor habe ich so einige Jahre Selbstdarstellerei hinter mir, Tattoofotomodelbabla. Wobei, das Blabla nehme ich zurück. Halb. Denn das hat mich auf den Weg gebracht – ja. Hat es mir wirklich geholfen, mich anzunehmen, wie ich bin? Etwas. Ja. Aber es gab auch Ablehnung, Zurückweisung, Enttäuschung. Einmal auf ein Cover kommen: Oh, bitte, bitte. Hat geklappt – aber das hat meine Selbstzweifel nur sehr bedingt und nicht lange weichen lassen. Einmal In-die-und-die-Zeitschrift – hat nicht geklappt. Selbsthass olé. Kein allzu schönes Wechselbad. Echtes Selbstbewusstsein kam erst hierdurch, durchs Schreiben. Durch die anderen Autorinnen, und natürlich – allen voran – Mimi Erhardt. Danke, nicht nur dafür, aber dafür besonders.

Das Gefühl, meinen Intellekt nicht länger verstecken zu müssen, was nicht ganz so selbstverständlich ist, wie man vielleicht denken könnte, ist auch so eine Blog-Errungenschaft. Ja, M., damals habe ich mich noch schlecht gefühlt, mich vor dir geschämt, weil ich mehr Fremdworte benutze als du. Und du mich nicht wolltest. Pah! Jetzt kenne ich Menschen, die meine Art zu reden und zu schreiben mögen, sich auch mal darin baden und mir noch schönere Worte zeigen. Hach.

Und jetzt zu euch.

Ich danke hiermit auch euch, ihr lieben Leser. Und zeige mich von meiner besten, rauchenden, sexy Seite. Hinter dem Gepose und meinem massiven Glowkit-Highlighter-Geglitzere sieht man doch ab und zu meine echten Äuglein, mein rundes Happy-Face, den Sieg der Behaglichkeit über die Unbehaglichkeit des Nacktseins.

Et voilà: Nur für euch. Danke.

Fotos: Thomas Reichl Fotografie

 

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