Alpha France – die Meister des Vintage Porn

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Unser Freund Hans Pørnflake ist nicht leicht zu begeistern. Die Spaghetti Bolo müssen perfekt auf Pørnflake-Art gewürzt sein, der Cheddar-Käse dazu frisch gerieben, der Kaffee muss von Meyerbeer und nicht vom schnöden Starbucks kommen, und Pornos bevorzugt Herr Pørnflake bitte aus den goldenen 1970er Jahren. Gut abgehangen, leicht haarig im Abgang und ordentlich gereift – so liebt Hans seine Pornos. Besonders die Filme des französischen Labels Alpha France haben es ihm angetan. Warum? Soll der Hans mal bitte selbst erklären. Hau raus, die Liebeserklärung, Kollege!

Von Hans Pørnflake

Ich bin großer Fan von Retropornos. Die goldene Zeit des Pornos liegt für mich ganz klar in den Siebzigern. Damals, als Pornos noch eine Lebenseinstellung waren. Als man nicht einfach seinen Rechner anschmeißen konnte und sofort Zugriff auf Millionen von bunten Bewegtbildern hatte.

Damals, in den Siebzigern, war Porno noch etwas Exklusives und noch lange nicht so stark in der Gesellschaft verankert wie heute. Porno hatte ein Schmuddel-Image, und die, die Pornos konsumieren wollten, mussten dafür in Kinos oder Sexshops. Es war ein Genre für Liebhaber.

Alpha France

Alpha France Oberliebhaber Richard Allan mit Brigitte Lahaie. Schleck! Foto: Screenshot

Für viele ist das heute eine seltsame Vorstellung, unterschätzen die meisten modernen Zeitgenossen doch die Pornos aus der guten, alten Zeit. Viele verbinden damit vor allem extrem haarige Angelegenheiten mit schnauzbärtigen Protagonisten in fiesen Hinterhofklitschen. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Pornos hatten in den 70s noch Flair, Verve und eine ganz spezielle Selbstironie. Das beste Beispiel ist die französische Pornoschmiede Alpha France. Seit Ende der 60er war Alpha France DER Garant für hochklassige Pornounterhaltung. Und „Unterhaltung“ ist hier wirklich ernst gemeint. Die Filme von Alpha France bestachen nämlich nicht nur durch fantastische Darsteller und großartigen Sex, sondern auch durch eine dicke Portion Humor. Ganz besonders übrigens in der deutschen Synchro, die in Sachen Witz locker mit den Arbeiten von Rainer Brandt mithalten kann.

Dabei scheuten die Macher von Alpha France keine Kosten und Mühen. Vergleicht man die damaligen Filme der französischen Schmiede mit anderen, zeitgleich entstandenen Produktionen, so hat man den Eindruck, man vergleicht einen Arthouse-Film mit „Zwei Nasen tanken Super“. Alpha France drehte in Paris oder an der Côté d’Azur, in der Karibik, auf Yachten und Schlössern, es wurden Penthäuser, Villen und Chalets gemietet. Natürlich gab es auch Studioproduktionen, aber man hatte, im Gegensatz zu anderen Produktionen der Zeit, nie den Eindruck, dass die Qualität unter den günstigeren Produktionskosten zu leiden hatte.

Filme wie „Je suis a prendre“, „Les petites écolières“ oder „Pensionnat de jeunes filles“ lebten aber natürlich nicht nur von den schönen Locations, sondern vor allem von den Darstellern. Und da hatte Alpha France mit Brigitte Lahaie, Richard Allan, Marilyn Jess, Olinka Hardiman oder Alban Ceray die wohl populärsten Pornodarsteller Frankreichs unter Vertrag. Die Protagonisten waren optisch ansprechend, gerade die weiblichen Darsteller zählen zu dem Schönsten, was man in der Pornogeschichte je zu Gesicht bekommen hat. Dazu waren die sexuellen Handlungen immer großartig. Man scheute sich nicht, Neues auszuprobieren und verstand es auf wunderbare Weise, Sex, Location und Handlung in Einklang zu bringen.

Alpha France Star Brigitte Lahaie

Alpha France Star Brigitte Lahaie mit Gespielin <3 Foto: Screenshot

Leider war irgendwann aber auch für Alpha France die Zeit gekommen. Nach über hundert, meist hochklassigen Filmen, ging in den 80er Jahren das Licht aus. Ob es daran lag, dass sich die Pornoindustrie zu dieser Zeit massiv zu wandeln begann, ist Spekulation. Der Bedarf nach immer mehr Pornos, der Wunsch nach Gewinnmaximierung und die gestiegene Verfügbarkeit von Pornos trug sicherlich dazu bei, dass viele Studios der 70er Jahr die Pforten schließen mussten. In den 80ern begann der unaufhaltsame Siegeszug des amerikanischen Pornos, der weit weniger Wert auf Klasse, Originalität oder Qualität legte. Doch von Alpha France blieben uns zum Glück viele Klassiker aus der Hochzeit des französischen Pornos erhalten. Filme, die in meinen Augen auch heute noch besser sind, als das Meiste, was man sonst zu Gesicht bekommt. Selbst aktuelle Hochglanzproduktionen kommen nicht an das Lebensgefühl der Alpha France Pornos heran.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich mal mit dem Grand Seigneur des 70s Porn zu befassen, findet garantiert auf den einschlägigen Pornoseiten entsprechendes Material. Xhamster zum Beispiel hat eine große Vintage-Kollektion, in der auch viele Filme von Alpha France zu finden sind.

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