Hose runter – hier kommt die (Fake) Abmahnung!

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Genau einmal ist es mir in meinem über hundertjährigen Mimi-Leben vorgekommen, dass eine Fake Abmahnung, versteckt in einer Spam-Mail, mir den Schweiß auf die Stirn trob, pardon, trieb. Ich hatte kurz zuvor hübsche Strümpfe bei einem großen Online-Kaufhaus bestellt, als mich eine Mail mit folgendem Inhalt erreichte:

„Sehr geehrte Frau Mimi,
Sie haben Ihre Rechnung über drölfzig Euro für Ihren Einkauf auf Shopshop.com noch nicht beglichen. Auf unsere bisherigen Hinweise sind Sie nicht eingegangen, weshalb wir mit dieser erneuten Abmahnung nun ein Inkasso-Büro mit der Angelegenheit betrauen müssen. Alternativ geben wir Ihnen hiermit noch einmal die Gelegenheit, die ausstehenden drölfzig Euro zu überweisen. Öffnen Sie dazu untenstehenden Link.
Mit freundlichem Gruß.“

Ich sah mich schon zusammengeschlagen vom breitschultrigen Inkasso-Überfallkommando über dem Gartenzaun hängen, als mir einfiel: Niemals Links in Hinz-und-Kunz-Mails öffnen, NIIIIEEEMALS, Mimi, NIENIENIE! Dasselbe rate ich nun den Menschen, die in den letzten Tagen eine Abmahnung für das Streamen eines Pornoclips erhalten haben.

Denn – Blaulicht, Trommelwirbel, tanzende Brasilianerinnen in Glitzer-Strings – eine Welle von Spam Mails inklusive Fake Abmahnung machte in jüngster Vergangenheit die Runde, und ja, auch ihr könntet so ein Schreiben erhalten haben. Besagte Abmahnungsmails fordern Schadenersatz für das vermeintliche Streaming eines Clips des Anbieters You Porn Office auf den Plattformen Youporn, Redtube, Pornhub und XNXX, so ließ es der TV-Sender N-TV auf seiner Webpräsenz verlauten.

Auszug aus der Fake Abmahnung. Unser Tipp? Umgehend löschen und weiter Pornos glotzen! Foto: Screenshot

Auszug aus der Fake Abmahnung. Unser Tipp? Umgehend löschen und weiter Pornos glotzen! Foto: Screenshot

Und so sollen die bösen Porno-Briefe samt Abmahnung aussehen: Laut N-TV prangt in der Betreffzeile das Wörtchen „WICHTIG“, dazu kommt euer Name. Der weitere Text der E-Mail, so die Informationen auf N-TV.de: „Mahnschreiben aufgrund einer Urheberrechtsverletzung, Schadensersatzzahlung von 25 Euro dringend notwendig!“

Ihr sollt also 25 Tacken bezahlen, weil ihr euch angeblich ein Filmchen gestreamt habt, das ihr gar nicht ansehen durftet und somit Urheberrechte verletzt habt. Aha, jaja, soso. Eine Schadensersatzforderung von 25 Euro – ist das nicht ein bisschen wenig? Ich meine, kostet es sonst nicht schon mindestens 3.000.000 Euro, wenn man sich nur ein Google-Bildchen unberechtigterweise aneignet und es bei Tumblr als Profilbild rausknallt? Urheberrechtsverletzungen sind schließlich kein Pappenstiel. Davon abgesehen kommt mir auch eine Abmahnung auf dem E-Mail-Wege spanisch vor. Doch au contraire! Laut N-TV.de sind Abmahnungen über den Mail-Weg zwar unüblich, jedoch „möglich und rechtens.“

Ebenfalls hööööchst seltsam: Die 25 Euro „Schadenersatz“ sollen nicht in echtem, realem Geld gezahlt werden, sondern in der Internet-Währung Bitcoins. Das Sparschwein des kleinen Bruders schlachten ist also nicht, stattdessen müsst ihr extra bei der Bitcoin-Sparkasse vorbei eiern und den einst von Omama eingerichteten Bitcoin-Bausparvertrag plattmachen. Blöd. Für alle, die wie ich noch keine Kunden besagter Bank sind, geben die Verfasser der Abmahnung netterweise Links an, mit denen die vermeintlich Betroffenen die virtuellen Taler erwerben können. Tricky! Und hier kommt nun mein Rat vom Beginn zum Einsatz: Niemals Links in Hinz-und-Kunz-Mails öffnen, NIIIIEEEMALS, liebe Homies, NIENIENIE!

(Verehrte Nerd Freunde und Heise Online Leser, den folgenden Absatz könnt ihr guten Gewissens über… äh… blättern!)

„Aber was soll mir denn schon passieren, Mimi? So ein paar Bitcoins sind doch schnell erzockt!“ Eine ganze Menge kann euch passieren, Kinder. Denn bei den gefälschten Abmahnungen handelt es sich um so genannte Phishing Mails. Mit dieser frechen Masche versuchen böse Buben, über Fake-Mails, Websites oder SMS an eure persönlichen Daten zu gelangen, um so zum Beispiel eure Konten zu plündern oder euch auf andere Art zu schaden, und ZACK!, schon seid ihr Hauptdarsteller bei „Verklag mich doch“ auf VOX! Urgs!

Was also tun? Ditte: Ab in den Papierkorb mit der Porno Abmahnung! Keine Links anklicken, nicht antworten. Stattdessen weiter Pornos bei Youporn, Pornhub und Konsorten glotzen und schön locker durch die Hose atmen.

Hose runter und gestehen? Muss nicht sein. Die Porno Abmahnung war ein Fake.

Hose runter und gestehen? Muss nicht sein. Die Porno Abmahnung war ein Fake.

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